Nach dem erkämpften Sieg gegen Leipzig darf der MSV weiter hoffen. Diese Hoffnung darf allerdings nicht zu früh in übermäßige Euphorie umschlagen. Ein Kommentar

MSV Duisburg

Vorteil kann jetzt zum Nachteil werden

Pascal Biedenweg
16. Mai 2016, 13:12 Uhr
Foto: Tillmann

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Nach dem erkämpften Sieg gegen Leipzig darf der MSV weiter hoffen. Diese Hoffnung darf allerdings nicht zu früh in übermäßige Euphorie umschlagen. Ein Kommentar

Die Erleichterung aller Beteiligten war nach dem Abpfiff riesig. Immerhin konnte man dem direkten Abstieg gerade noch so von der Schippe springen. Ohne das Tor von Giorgi Chanturia wäre der MSV Duisburg bereits Sonntag in die Drittklassigkeit abgestiegen.

Gruev kann Abstiegskampf

Nun hat der MSV sich eine weitere Chance erarbeitet - erarbeitet im wahrsten Sinne des Wortes. Mit viel Kampf und Leidenschaft konnten die Zebras die Roten Bullen aus Leipzig besiegen. Diese Tugenden, die es im Abstiegskampf zweifelsohne braucht, hat Trainer Ilia Gruev seiner Truppe gut eingeimpft. Nicht anders ist die furiose Aufholjagd in den letzten Wochen zu erklären. Der Bulgare gibt selbst zu, dass, vor einigen Wochen, nur noch sehr wenige an die Rettung geglaubt hätten. Gruev hat es geschafft, den Spielern Demut aufzuzeigen. Seine Männer machen keine Überdinger mehr oder wenn, dann doch bitte richtig - wie beim 1:0 durch den georgischen Messi.

Vorteil kann jetzt zum Nachteil werden

Die Truppe hat den Abstiegskampf verstanden. Aber der MSV hatte lange Zeit einen großen Vorteil: Man hatte nicht viel zu verlieren. Keiner hatte mehr mit Duisburg gerechnet, folgerichtig auch niemand etwas erwartet. Der MSV konnte befreit aufspielen. Nach dem Abpfiff konnte man fast vermuten, die Meidericher wären Deutscher Meister geworden, so laut wurde gefeiert. Vielleicht ein wenig zu laut? Nun sieht die Sache anders aus. Nach dem Sieg gegen Leipzig haben die Meidericher plötzlich ganz viel zu verlieren. Zudem haben die vergangenen Relegationen gezeigt, wie schwer sich der klassenhöhere Klub tun kann.

Aufpassen nicht alles zu verlieren

Daher muss der MSV aufpassen nicht vorzeitig in zu große Euphorie zu verfallen. Gruev muss den Mahner geben und aufzeigen: Wir haben noch nichts erreicht! Wenn die Relegation gegen die Würzburger Kickers verloren wird, war die gesamte Aufholjagd für die Katz´. Ein großer Vorteil dürfte das Rückspiel in der Schauinsland-Reisen-Arena sein. Denn was die Zebra-Fans zuletzt auf die Beine gestellt haben, das war erstklassig. Nun müssen sie die Mannschaft noch einmal zum Erfolg tragen. Dann darf auch endgültig der Klassenerhalt lautstark gefeiert werden...

Autor: Pascal Biedenweg

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