Dienstag, kurz vor 16 Uhr bei VITA Sport am Kaiserberg: Michael Ratajczak, Torwart des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg kommt gut gelaunt zur Behandlung bei Physiotherapeut Will aan den Boom.

MSV

Heißes Fitness-Rennen für die Nummer eins

Thomas Tartemann
11. Mai 2016, 08:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Dienstag, kurz vor 16 Uhr bei VITA Sport am Kaiserberg: Michael Ratajczak, Torwart des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg kommt gut gelaunt zur Behandlung bei Physiotherapeut Will aan den Boom.

„Rata“, der sich beim 2:2 in Sandhausen einen Syndesmosebandanriss im Fuß zuzog, lebt puren Optimismus vor. „Ich habe den Anspruch, der Mannschaft im letzten Meisterschaftsspiel gegen RB Leipzig zu helfen. Wir haben uns einen Plan zurechtgelegt, wie es klappen könnte, dass ich am Sonntag wieder im Tor stehe. Natürlich muss ich auf den Rat der Ärzte hören. Wichtig ist, mit dem nötigen Feingefühl an die Sache heranzugehen.“

Wir haben uns einen Plan zurechtgelegt, wie es klappen könnte, dass ich am Sonntag wieder im Tor stehe
Michael Ratajczak

Auf die Feinheiten achtet Will aan den Boom. „Rata möchte gerne spielen. Und genau das möchten wir alle. Leipzig ist eines der wichtigsten Spiele in der gesamten Saison. Aber wir geben jetzt keine Prognose ab und sagen, zu so und soviel Prozent klappt es mit einem Einsatz. In der Situation muss man von Tag zu Tag schauen. Wir setzen auf eine Rundum-Behandlung und geben alles, damit Michael Ratajczak schnell wieder fit wird“, sagt der Physiotherapeut und schiebt nach: „Ob das bis Sonntag funktioniert, weiß nur Gott.“ Möglicherweise hat der Fußballgott ein Einsehen und nimmt den Duisburgern eine Sorge. Ratajczaks Routine kann im zu erwartenden hitzigen Duell mit den sächsischen Rasenballern eine wichtige Trumpfkarte werden. Vertreter Marcel Lenz gilt als Herzblut-Fußballer, stand früher selbst als Fan im MSV-Block und hat bei den Anhängern einen dicken Stein im Brett. Nach dem Lizenz-K.o. war Lenz der erste Profi, der sein Bleiben bekräftigte. Allerdings verfügt der Blondschopf kaum über Spielpraxis, was in der aktuellen Lage ein großes Risiko mit sich bringt.

Michael Ratajczak wird zwei Mal täglich behandelt. Eis, Lymphdrainage, Elektro – „Rata“ bekommt das komplette Programm. Aan den Boom: „Sein Fuß ist kaum geschwollen. Das ist ein gutes Zeichen.“ Bereits auf der mehrstündigen Rückfahrt aus Sandhausen kühlte Michael Ratajczak den lädierten Fuß. Dass der 34-Jährige nach der Verletzung („Ich bin im Rasen hängen geblieben, habe ein leichtes Knacken gehört und wusste, dass etwas passiert ist“) überhaupt die volle Distanz durchhielt, ist dem Adrenalin geschuldet. „Ich habe das gar nicht so wahrgenommen“, sagt der Stammtorwart, „der eigentliche Schmerz kam erst auf der Rückfahrt im Bus.“

Am Montagmorgen weilte „Rata“ zwei Stunden im Krankenhaus, ließ eine MRT-Aufnahme anfertigen, um Gewissheit zu haben. Danach ging es direkt mit der Physiotherapie weiter. „Mehr als zwei, drei Mal Behandlung am Tag kann man nicht machen“, sagt Will aan den Boom, „wir tun alles, was möglich ist. Michael Ratajczak ist ein hundertprozentiger Sportler, ist sehr ehrgeizig und unheimlich fokussiert auf das nächste Spiel. Rata hört auf mich. Wenn es ein Restrisiko besteht, dann sage ich es ihm.“

Bei einer vergleichbaren Verletzung fiel Bayern-Star Thiago sieben Wochen aus – hier kam allerdings ein operativer Eingriff erschwerend hinzu. Will aan den Boom: „Jeder Fall ist anders.“ Wenn alles gut läuft, kann Michael Ratajczak die Belastung morgen steigern. Im Kopf hat der Ex-Dortmunder, am Freitag und Samstag wieder auf den Trainingsplatz zurückzukehren. „Und dann werden wir ein gutes Tape anlegen, damit der Fuß so wenig Spiel wie möglich hat“, ist „Rata“ gedanklich schon bei der Vorbereitung auf das Leipzig-Spiel

Autor: Thomas Tartemann

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