Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Als Marcel Koller gestern Vormittag die Übungseinheit beendete, da raunten die Spieler immer wieder vor sich hin: „Tschüß, bis morgen!“ Wohl in der Hoffnung, dass Koller nach zwei Einheiten am Dienstag am Mittwoch das Training am Nachmittag kurzfristig streicht. Doch der Schweizer tut nicht immer das, was seine Profis von ihm erwarten. „Auch am Nachmittag wird trainiert.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Bei einem Sieg gegen Bremen hätte ich mit mir reden lassen.“

Bochum: Volle Konzentration auf Energie / Kollers Ärger über TV-Berichte

„VfL ist nicht mehr die graue Maus“

gp
17. August 2007, 09:27 Uhr

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Als Marcel Koller gestern Vormittag die Übungseinheit beendete, da raunten die Spieler immer wieder vor sich hin: „Tschüß, bis morgen!“ Wohl in der Hoffnung, dass Koller nach zwei Einheiten am Dienstag am Mittwoch das Training am Nachmittag kurzfristig streicht. Doch der Schweizer tut nicht immer das, was seine Profis von ihm erwarten. „Auch am Nachmittag wird trainiert.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Bei einem Sieg gegen Bremen hätte ich mit mir reden lassen.“

Die Stimmung ist gut und die Wehwehchen von Marc Pfertzel (muskuläre Probleme), Tommy Bechmann (Schlag auf beide Knöchel), Joel Epalle (Dienstag im Training umgeknickt) und Ivo Ilicevic (Adduktorenprobleme) gehören heute vielleicht bereits wieder der Vergangenheit an, nachdem das Quartett gestern schon wieder trainierte. So wird der Cheftrainer am Sonntag nur auf Oliver Schröder (Reha nach Knie-OP) und Mergim Mavraj (Bauchmuskelprobleme) verzichten müssen.

Bevor sich der Fußballlehrer gestern Abend dem Video-Studium von Energie Cottbus widmete, ließ er ruhig noch einmal ein paar Dinge, die ihm gegen Bremen gefallen haben, bei Journalisten und Mannschaft anklingen: „Wir haben gut nach vorne gespielt. Und zwar nicht gegen Bremen II, sondern gegen ein Werder-Team, das nach wie vor mit Nationalspielern gespickt war.“ Ausgesprochen angetan war der Schweizer von der läuferisch und kämpferisch starken Leistung seiner Elf, deshalb brachten ihn auch die Fernsehaufnahmen ein wenig auf die Palme: „Der VfL ist nicht mehr die graue Maus von vor 40 Jahren, auch nicht, wenn man die TV-Bilder so zusammenstellt, wie man es gerade möchte.“

Besonders die Kritik von Udo Lattek ärgerte den Coach maßlos: „Da spricht einer über meine Mannschaft, der sie weder kennt und erst recht nicht gesehen hat.“

Doch damit war das Kapitel beendet, denn Koller weiß genau, was in Cottbus auf ihn zukommt: „Wir werden nicht mehr über Bremen reden oder überheblich werden. Cottbus wird schwieriger als der SVW.“ Allerdings darf Koller darauf hoffen, dass sich die Defensiv-Künstler aus der Lausitz daheim gegen Bochum offensiver präsentieren als zuletzt in Leverkusen: „Die haben doch gegen uns drei Punkte fest eingeplant. Da müssen sie doch nach vorne mehr tun.“

Die Konter will der VfL nutzen, doch dies ist nur eine Möglichkeit, um den Dreier einzufahren: „Wir müssen das Spiel über außen forcieren. Entscheidend ist dabei, dass wir Dribblings eins gegen eins erfolgreich bestreiten. Ich bin sicher, dass wir dafür die richtigen Spieler in unserem Kader haben.“

Ob der VfL dort auf den Torwart des ersten Spieltages Tomislav Piplica trifft, war gestern noch fraglich. Der Keeper bekam beim Training einen Vollspannschuss an den Kopf, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden und klagt seitdem über Migräne.

Autor: gp

Kommentieren