Carlos Grossmüller hat bewegte Tage hinter sich. Am Montag unterschrieb der uruguayische Nationalspieler einen Vierjahres-Vertrag bei Schalke, am Dienstag folgte das erste Training mit den

Schalke: Carlos Grossmüller und die neue Fußball-Welt

"Jeder möchte hier spielen"

17. August 2007, 08:24 Uhr

Carlos Grossmüller hat bewegte Tage hinter sich. Am Montag unterschrieb der uruguayische Nationalspieler einen Vierjahres-Vertrag bei Schalke, am Dienstag folgte das erste Training mit den "Königsblauen" und am Mittwoch dann das erste Zeitungs-Interview. Exklusiv im RevierSport berichtet der Enkel eines Deutschen über seine ersten Schritte in Europa, seine Ziele mit dem S04 – und die Trennung von seiner Familie. Carlos Grossmüller, wie ist Ihr erster Eindruck von Schalke?
Sehr gut, ich bin mit meiner Wahl zufrieden. Alles ist unheimlich professionell, zwischen Schalke und meinem bisherigen Verein Danubio liegen fast schon Welten.

Mit 24 wagen Sie den Schritt nach Europa. Geht ein Traum in Erfüllung?

Natürlich, jeder Spieler aus Südamerika möchte hier spielen. Darüber hinaus ist Deutschland eines der attraktivsten Ziele, die man sich vorstellen kann. Ich bin glücklich, dass ich den Sprung geschafft habe.

Und ganz nebenbei wird nun Ihr Nachname richtig ausgesprochen...

Das will ich hoffen. In Uruguay gab es immer wieder verschiedene Varianten, weil ich bis vor drei Jahren noch Grosnile hieß und dann den deutschen Namen meiner Familie angenommen habe. Gerade mit den Umlauten hatten da viele Leute Probleme.

Ihre Familie hat den Schritt nach Europa noch vor sich...
Meine Frau Juana und unsere vier Jahre alte Tochter Luna sind leider noch in der Heimat, sie sollen nicht aus dem Koffer leben. Aber sobald ich ein Haus gefunden habe, werden sie nachkommen. Wir sind zwar erst seit ein paar Tagen getrennt, aber ich vermisse sie jetzt schon.
Wie wurden Sie von Ihren neuen Team-Kollegen aufgenommen?
Für mich ist es ein Riesen-Vorteil, dass mit Dario Rodriguez und Gustavo Varela bereits zwei Uruguayer in der Mannschaft stehen, das wird mir bei der Eingewöhnung helfen. Vor allem, weil ich nur spanisch spreche und mich mit den meisten ansonsten nur mit Händen und Füßen verständigen kann. Aber wir lachen viel miteinander, das ist schon mal ein gutes Zeichen.

Dabei stammt Ihr Großvater sogar aus Deutschland...

Das stimmt, deswegen will ich auch möglichst schnell die Sprache beherrschen. Schließlich möchte ich auch das Land kennen lernen, bislang ist mir nur die Bundesliga bekannt und sonst nichts.

Was wissen Sie über die Bundesliga?

Sie ist eine sehr starke Klasse, das Tempo ist hoch. Vor allem ist der Wettbewerb wesentlich größer als in Uruguay, und das gilt für alle Bereiche. Jeder kann jeden schlagen, auch innerhalb einer Mannschaft kann sich niemand sicher sein. Wer keine Leistung bringt, verliert ganz schnell seinen Platz.
Wie schätzen Sie Schalke ein?

In den vergangenen Jahren war der Verein immer vorne mit dabei, wäre zuletzt fast Deutscher Meister geworden. Es ist ein attraktiver Club, der zu den größten in Europa zählt und nicht umsonst hohe Ziele verfolgt.

In Uruguay sind Sie amtierender Meister. Was haben Sie sich mit dem S04 vorgenommen?
Ich will den Titel holen, deshalb bin ich gekommen. Und wenn wir auch in der Champions League etwas reißen könnten, wäre das umso schöner.

Ein erster Schritt dahin kann am kommenden Samstag gegen Borussia Dortmund gemacht werden. Sind Sie dabei?

Ich gehe davon aus, dass ich im Kader stehen werde, alles andere muss Trainer Mirko Slomka entscheiden. Aber ich habe schon gehört, wie wichtig das Derby für Fans und Verein ist. Daher wäre das Match ein optimaler Einstand für mich. Ich kann es nicht entscheiden, aber ich fiebere meinem ersten Einsatz schon entgegen.

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