In Clemens Tönnies haben die Ultras ihre Reizfigur ausgemacht. Ein Umstand, der den Marketingvorstand des Clubs, Alexander Jobst (42), beschäftigt.

Schalke

Marketing-Chef stellt sich vor Tönnies

Friedhelm Pothoff
10. Mai 2016, 09:07 Uhr

In Clemens Tönnies haben die Ultras ihre Reizfigur ausgemacht. Ein Umstand, der den Marketingvorstand des Clubs, Alexander Jobst (42), beschäftigt.

Das gellende Pfeifkonzert der Ultras am Samstag gegen Clemens Tönnies (59), den Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04, hallt nach. In der Nordkurve stehen die Kritiker des Fleisch-Magnaten, die offenbar den Beteuerungen der handelnden Personen nicht trauen wollen, wenn die unter anderem sagen, dass Königsblau ein eingetragener Verein ist und es auch bleiben soll. In Tönnies, der bei der Jahreshauptversammlung am 26. Juni als Aufsichtsrat zur Wiederwahl steht, haben die Ultras aber offenbar generell eine Reizfigur ausgemacht. Ein Umstand, der den Marketingvorstand des Clubs, Alexander Jobst (42), beschäftigt.

Auch der Freundschaft von Clemens Tönnies zu Alexei Miller, dem Vorstandsvorsitzenden von Gazprom, ist es zu verdanken, dass wir das gemeinsam hinbekommen haben
Alexander Jobst

„Der Verein in seinen jetzigen Strukturen benötigt einen stark geführten Aufsichtsrat. Davon bin ich nach fünf Jahren auf Schalke überzeugt. Diese Überzeugung gilt aber auch dafür, dass der Vorstand das operative Geschäft zu hundert Prozent verantwortlich führen muss“, sagte Jobst im exklusiven WAZ-Interview am Montag. Tönnies, führte der Vorstand weiter aus, würde – wie in der Vereinssatzung festgelegt – nicht in das tägliche Geschäft eingreifen. „Ich schätze seine Kompetenz und seinen Einsatz, wenn es etwa darum geht, auf wirtschaftlicher und politischer Ebene entscheidende Türen für uns zu öffnen“. Für Jobst ist die Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Gazprom ein wichtiges Indiz für diese Zusammenarbeit. „Auch der Freundschaft von Clemens Tönnies zu Alexei Miller, dem Vorstandsvorsitzenden von Gazprom, ist es zu verdanken, dass wir das gemeinsam hinbekommen haben.“

Sehr nachdenklich stimmt den Schalker Vorstand die Entwicklung, wenn es um die Wiederwahl von Tönnies geht. Jobst sieht den S04 auf „einem Holzweg“, wenn persönliche Dissonanzen im Aufsichtsrat die operative Arbeit des Vorstandes zum Wohl des Vereins beeinflussen und findet: „Das kann nicht sein.“ Seiner Überzeugung nach sehnt sich der Verein nach Kontinuität, um auch in Zukunft erfolgreich bleiben zu können. „Wir sprechen immer und überall von unseren Werten: Tradition, Erfolg und Leidenschaft. Zur Leidenschaft zählen auch Arbeit und Zusammenhalt. Doch zeigen und leben wir das auch? Wir beschäftigen uns sehr mit uns selbst. Zu sehr? Ich denke schon!“

Jobst ist der Überzeugung, dass der Verein eine Mentalitätsänderung herbeiführen müsse. Viel zu oft würde das Glas als halb leer bewertet und leider nicht als halb voll. „Wir brauchen eine Siegermentalität. Daran müssen wir arbeiten. Das gilt für alle handelnden Personen, denen Schalke am Herzen liegt“, sagte der Marketing-Vorstand. Für Alexander Jobst ist klar, dass der FC Schalke 04 als eingetragener Verein einen Weg beschritten habe, den alle auch weitergehen werden. Die aktuelle Diskussion um Tönnies bezeichnete er in diesem Zusammenhang als nicht zielführend. „Sie hilft nicht der Entwicklung.“

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Autor: Friedhelm Pothoff

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