Das Sandhausener Stadtwappen ist zweigeteilt. Neben drei grünen Bäumen wird die anderen Hälfte des Abzeichens von blau-weißen Karos verziert.

Duisburg

MSV baut in Sandhausen auf Fan-Invasion

Thomas Tartemann
08. Mai 2016, 11:10 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Das Sandhausener Stadtwappen ist zweigeteilt. Neben drei grünen Bäumen wird die anderen Hälfte des Abzeichens von blau-weißen Karos verziert.

Insofern dürfte es für die Gemeinde aus dem Rhein-Neckar-Kreis am Sonntag also keinen allzu großen Schock geben, wenn im Hardtwaldstadion die Farbkombination blau-weiß dominiert.

Zu seinem letzten Auswärtsspiel der aktuellen Zweitliga-Saison wird der MSV Duisburg von über 5000 Anhängern nach Sandhausen begleitet. Beim Anpfiff herrscht ab 15.30 Uhr Heimspiel-Atmosphäre. „Dazu“, schmunzelt MSV-Verteidiger Dan-Patrick Poggenberg, „muss man kein Prophet sein. Sandhausen hat einen Zuschauerschnitt von etwa 6000 Fans. Wenn von uns 5000 Anhänger mitkommen, dann wird die Stimmung natürlich auf unserer Seite sein.“ Coach Ilia Gruev ergänzt: „Wenn ich die Euphorie sehe, die hier entstanden ist, dann verdient das absoluten Respekt. Das Gefühl, mit unseren Fans einen Sieg zu feiern, ist einfach überragend.“ Klar, dass der Ex-Nationalspieler nach Möglichkeit noch zwei „Nachschläge“ haben möchte.

Gruevs „Außenminister“ Dan-Patrick Poggenberg hat sich vom Pechvogel, der sich in der Sommervorbereitung das Schienbein brach, zum Leistungsträger gemausert. Der frühere Kieler ist aktuell mittendrin, statt nur dabei. Und „Pogge“ will mithelfen, die Zebras in der 2. Liga zu halten. „Nervös“, sagt der Blondschopf mit norddeutscher Gelassenheit, „bin ich vor so einem Spiel nicht. Viele hatten uns vor Wochen bereits abgeschrieben. Natürlich ist der Druck da, aber wir können nach den jüngsten Erfolgen befreit und mit einer großen Portion Selbstvertrauen aufspielen.“ Poggenberg schiebt nach: „Wir freuen uns auf die Partie in Sandhausen. Wir müssen aber einen klaren Kopf behalten, dürfen nicht zu euphorisch herangehen.“

MSV hat Tabelle in der Kabine aufgehängt

Trainer Ilia Gruev nimmt den Ball seines linken Außenverteidigers sofort auf. „Was Pogge sagt, ist richtig. Wir müssen eine sehr gute Defensivleistung abliefern und dann versuchen, unsere Chancen zu nutzen. Auch beim 2:1 über Fortuna Düsseldorf waren wir aggressiv, haben aber keinen Harakiri-Fußball gespielt, sondern gewisse Situationen erkannt und dann versucht, mit zwei, drei schnellen Pässen zum Abschluss zu kommen.“

Mit diesem Rezept wollen die Meidericher auch in Sandhausen punkten. Obwohl beim Gegner, der mit Aziz Bouhaddouz seinen Offensiv-Wirbelwind an den FC St. Pauli verliert, in der Rückrunde nicht mehr allzu viel geht, warnt Gruev: „Sandhausen hat eine insgesamt sehr gute Saison gespielt und ist mit einem Drei-Punkte-Abzug gestartet. Wir hätten gerne die gleiche Situation gehabt: Uns erst zu retten und dann die letzten Zweitligaspiele zu genießen. Der SVS wird seinen Zuschauern ein gutes letztes Heimspiel anbieten wollen. Für uns sind die 90 Minuten dort ein weiteres Endspiel.“

Im Siegfall hätten die Zebras die Tür zum Klassenerhalt weit aufgestoßen. „Wir müssen uns jeden Sieg sehr hart erarbeiten und werden am Sonntag mit breiter Brust auftreten“, verspricht Poggenberg, „wenn man die Tendenz sieht, dann spricht sie klar für uns.“ Der Abwehrspieler verweist zum einen auf den guten Punkteschnitt der letzten Wochen und zum anderen auf das funktionierende Gebilde. „Wir treten als Team auf und haben immer gesagt, dass wir daran glauben, die Liga zu halten. Wir haben hier alle eng zusammengearbeitet: Mannschaft, Betreuerstab und die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Wenn wir das Ding in Sandhausen hinkriegen, wartet noch ein Endspiel gegen Leipzig.“ Als Motivationsspritze haben sich die Spieler die aktuelle Zweitligatabelle in der Kabine aufgehängt. Momentan steht vor dem Namen MSV Duisburg noch die Platzierungszahl 17. Am Sonntag gegen 17.20 Uhr soll es die „15“ sein.

Autor: Thomas Tartemann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren