Nach sechs Jahren auf Schalke wird Manager Horst Heldt beim Heimspiel am Samstag zusammen mit drei Spielern vor Anpfiff verabschiedet.

FC Schalke 04

Heldt erwartet schweren Abschied

Manfred Hendriock
07. Mai 2016, 11:07 Uhr
Foto: Firo

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Nach sechs Jahren auf Schalke wird Manager Horst Heldt beim Heimspiel am Samstag zusammen mit drei Spielern vor Anpfiff verabschiedet.

Diesen Doppelpass haben sie selten gespielt in dem einen Jahr, in dem sie gemeinsam dort oben auf dem Podium saßen. Völlig unvermittelt sagte André Breitenreiter in dieser Woche: „Ein großes Kompliment an Horst, dass er diese Nische gefunden hat.“

Es ging um [person=15446]Franco Di Santo[/person], den Stürmer, den Schalkes Manager Horst Heldt vor der Saison von Werder Bremen verpflichtet hat. Obwohl Di Santo die Erwartungen bislang nicht erfüllen konnte, ist Breitenreiter doch von dessen Qualitäten überzeugt: „Normalerweise kostet dieser Spieler 15 bis 20 Millionen Euro aufwärts.“ Heldt hatte ihn für sechs Millionen Euro bekommen – eine Ausstiegsklausel, von der Schalkes Manager Kenntnis hatte, hatte es möglich gemacht, und das wollte Breitenreiter einfach noch mal erwähnen.

Es geht also doch, dass sich Heldt und Breitenreiter, deren Umgang sonst eigentlich eher geschäftsmäßig wirkt, die Bälle zuspielen – auch wenn es fast grotesk anmutet, dass es so spät kommt. An diesem Samstag, vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr), wird Heldt nach sechs Jahren von Schalke verabschiedet. Zwar bleibt der Sportvorstand noch bis zum Spiel in einer Woche bei 1899 Hoffenheim im Amt, aber nun ist sein letzter Auftritt in der Arena vor großem Publikum. Und Heldt ist ein so emotionaler Mensch, dass ihm dieser Tag nicht leicht fallen wird. „Es wird schon ein bisschen kribbeln“, sagt der 46-Jährige und versucht sich damit abzulenken, dass der Fokus am Ende doch darauf gerichtet sein wird, mit Schalke das Spiel gegen Augsburg zu gewinnen.

Auch Matip, Höger und Gspurnig sagen Lebewohl
In dieser Woche hat er in den Räumen der Arena („Wir haben den Laden auseinander genommen“) schon seinen Ausstand bei den Mitarbeitern von der Geschäftsstelle gegeben. Die Stimmung habe sich „zwischen Melancholie und Fröhlichkeit“ bewegt. Vor dem Spiel gegen Augsburg wird nun erwartet, dass Vereinschef Clemens Tönnies die richtigen Worte für „den Horst“ und für die zu verabschiedenden Spieler findet. Heldt ist selbst „gespannt, was gesagt wird“. Das Programm ist intern bereits durchgeplant, Heldt berichtet: „Einen hohen Redeanteil wird unser Quatscher haben.“ Er meint Schalkes Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann.

Wohin es Heldt und seinen Assistenten Gerhard Zuber zieht, ist noch nicht entschieden. Wie von der WAZ bereits vor Wochen berichtet, will er weiter als Manager arbeiten, nun bestätigt er: „Das eine oder andere Gespräch habe ich geführt.“ Er stellt aber klar, dass es mit Eintracht Frankfurt keine Verhandlungen gegeben habe – entsprechend könne da auch keine Seite der anderen abgesagt haben.

Bei den Spielern, die verabschiedet werden, handelt es sich um [person=1653]Joel Matip[/person] (zum FC Liverpool), [person=2669]Marco Höger[/person] (zum 1. FC Köln) und [person=28177]Michael Gspurning[/person] (noch ohne neuen Verein) – nur ihr Abgang ist bereits sicher. Andere wie zum Beispiel [person=1911]Roman Neustädter[/person], dessen Vertrag ausläuft, reden mit Schalke noch über eine Weiterbeschäftigung – deswegen wäre es unpassend, sie jetzt schon in die Riege mit aufzunehmen. Die meisten Personalentscheidungen fallen ohnehin stets in der Sommerpause.

Breitenreiter-Entscheidung nach Saisonende
Dann wird Heldts Nachfolger Christian Heidel auch nicht umhin kommen, ein klares Wort über André Breitenreiter zu verlieren. Bisher hat sich der Trainer einmal mit Heidel zum Austausch getroffen – „alles weitere besprechen wir nach dem Saisonende“, sagt der Trainer. Den Doppelpass wird’s auf Schalke ganz sicher weiter geben. Die Frage ist nur: Wer mit wem?

Autor: Manfred Hendriock

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