Nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League kritisiert Klub-Chef Rummenigge den Schiedsrichter, die Spieler fassen sich an die eigene Nase.

FC Bayern München

Rummenigge fühlt sich betrogen

SID
04. Mai 2016, 09:45 Uhr
Foto: firo

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Nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League kritisiert Klub-Chef Rummenigge den Schiedsrichter, die Spieler fassen sich an die eigene Nase.

Die Spieler des FC Bayern haben sich nach dem erneuten Ausscheiden im Halbfinale der Champions League in Selbstkritik geübt. "Eine Situation, ein Geschenk, ein Tor", fasste Robert Lewandowski nach dem 2:1 (1:0) im Rückspiel gegen Atlético Madrid in knappen Worten die entscheidende Szene des Spiels bei Sky zusammen. In der 54. Minute erzielte der Franzose Antoine Griezmann bei einem Konter das zwischenzeitliche 1:1 - die Münchner schieden dadurch nach dem 0:1 im Hinspiel und einem vergebenen Elfmeter von Thomas Müller (34.) aus.

Klubchef Karl-Heinz Rummenigge suchte die Schuld für das Ausscheiden überraschend auch beim türkischen Schiedsrichter Cünyet Cakir. "Wir fühlen uns ein bisschen betrogen", sagte er. Griezmann habe beim Gegentor im Abseits gestanden, ein Elfmeter für Atlético (84.), den Torhüter Neuer freilich gegen Fernando Torres parierte, sei unberechtigt gewesen. Ein UEFA-Delegierter, behauptete Rummenigge habe zu ihm über Cakir gesagt: "It's a shame what he did" (Es ist eine Schande, was er getan hat).
"Auf dem Niveau darf man solche Fehler nicht machen"

Torschütze Griezmann war freilich nicht im Abseits, dafür ging dem entscheidenden Treffer ein Fehlpass von Jerome Boateng voraus. "Auf dem Niveau darf man solche Fehler nicht machen", sagte Boateng, der von Beginn an spielte, bei Sky. Auch Xabi Alonso, der mit einem Freistoß die Führung erzielt hatte (31.), und David Alaba konnten nach dem missglückten Zuspiel das Unheil nicht verhindern. "Es fängt mit dem Fehlpass an", sagte Boateng, merkte aber auch an: "Deswegen muss man kein Tor kriegen."

Der erkennbar niedergeschlagene Pep Guardiola sagte dem FC Bayern unterdessen eine "große Zukunft" voraus: "Es war eine Ehre, mit diesen Spielern zu arbeiten. Diese Spieler sind: wow! Ich habe es genossen, ich bin mir sicher, die Zukunft des FC Bayern mit diesen Spielern ist perfekt." Natürlich, ergänzte der scheidende Trainer, "habe ich die Champions League gewinnen wollen", er hoffe nun, sagte er mit Blick auf seinen Nachfolger Carlo Ancelotti, "dass Carlo es schafft."

Guardiola sieht Elfmeter nicht als entscheidend

Die Münchner hatten allerdings vor und nach dem Gegentor ausreichend Chancen, nach dem zweimaligen Halbfinal-Aus unter Guardiola endlich ins Endspiel einzuziehen. Allen voran Müller vergab die große Gelegenheit, die Bayern in Richtung Mailand zu schießen, er scheiterte aber drei Minuten nach dem Führungstor mit einem Foulelfmeter am starken Jan Oblak im Tor von Atlético (34.). Später hielt Neuer den in der Tat unberechtigten Foulelfmeter von Torres (84.).

"Natürlich wäre ein 2:0 für uns besser gewesen", sagte Guardiola über den vergebenen Elfmeter, wollte Müller aber mitnichten zu einer Art Sündenbock stempeln: "Wir sind nicht ausgeschieden wegen diesem Elfmeter." Tatsächlich fassten sich die Spieler an die eigene Nase. "Wir müssen uns vorwerfen, die Chancen nicht genutzt zu haben", sagte Boateng. Guardiola ergänzte, es habe Chancen für "drei, vier, fünf Tore" gegeben. So aber traf neben Alonso nur noch Lewandowski (74.).

Autor: SID

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