Die Duisburger Zweitliga-Kicker setzen weiterhin auf den direkten Klassenerhalt. Ob Baris Özbek dazu beitragen kann, entscheidet sich am Dienstag.

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Die Kraft des Glaubens

Thomas Tartemann
03. Mai 2016, 07:07 Uhr

Die Duisburger Zweitliga-Kicker setzen weiterhin auf den direkten Klassenerhalt. Ob Baris Özbek dazu beitragen kann, entscheidet sich am Dienstag.

Kämpferherz Baris Özbek bangt noch, am heutigen Dienstag wird er Gewissheit erhalten. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg unterzieht sich heute in der Unfallklinik einer Untersuchung. Seine Vermutung, dass er sich beim hart umkämpften 2:1-Derbysieg gegen Fortuna Düsseldorf einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel eingehandelt hat, steht noch im Raum. „Es war wirklich schade, dass ich raus musste. Ich wollte erst weiterspielen, aber wenn du in so einem Spiel nicht hundert Prozent geben kannst, hilfst du dem Team nicht weiter“, musste der frühere Istanbuler seinen persönlichen Ehrgeiz hinten anstellen.

Immerhin wurde Özbeks Enttäuschung über das frühe Aus durch den Erfolg gelindert: „Meine Freunde haben es gut hinbekommen und einen großen Kampf gezeigt.“ Die Chance auf den Klassenerhalt ist jetzt so aussichtsreich wie zu keinem anderen Zeitpunkt in der laufenden Serie. „Dass jetzt alles enger zusammengerückt ist, sehe ich positiv für uns. Aber wir müssen bis zum Ende Gas geben und unsere Spiele gewinnen. Die Fans sehen, dass wir alles geben und stehen voll hinter uns. Am Wochenende fahren wir mit einem sehr guten Gefühl nach Sandhausen.“

Beim Trip in den Rhein-Neckar-Kreis wird es nicht nur auf eine kompakte Defensive ankommen, sondern erneut auf den Torinstinkt, mit dem Victor Obinna und Kingsley Onuegbu zuletzt gegen Düsseldorf auftrumpften. „Wir müssen alles dafür tun, in Sandhausen drei Punkte zu holen. Wozu es dann reicht, müssen wir sehen. Mehr haben wir nicht in der Hand“, hat der „King“ die brisante Tabellensituation im Blick.

Keine Angst vor Leipzig

Für den MSV könnte im Endspurt ein Dreier gegen Sandhausen und ein Punkt gegen Leipzig sogar zur direkten Rettung reichen, wenn die Spiele der Konkurrenten optimal laufen. Aber Schlüssel für sämtliche Szenarien ist ein Sieg in Sandhausen. Nur dann haben die Duisburger am letzten Spieltag ein Blatt mit vielen Trümpfen auf der Hand. Dass die Zebras zu zwei erneuten Energieleistungen fähig sind, bezweifelt kaum noch jemand. „Wir haben wieder einen Charaktertest bestanden und sind ein Stück nach vorne gekommen. Was wir als Team in die Waagschale geworden haben, war schon beeindruckend“, fasst Mittelfeldmann Kevin Wolze nicht ohne Stolz zusammen, „so wie gegen Düsseldorf kann es gerne weitergehen, wenngleich es nicht immer so spannend sein muss.“

Der frühere Wolfsburger sieht sich in seinem Optimismus bestätigt. „Ich bin mir jetzt genauso sicher, dass wir es schaffen werden, wie vor vier, fünf Wochen auch. Wir haben immer an uns geglaubt und kontinuierlich den Abstand verringert.“

Kevin Wolze krempelt nach drei Siegen aus den letzten vier Partien symbolisch die Ärmel nach oben. Selbst die internationale Rasenball-Auswahl beeindruckt ihn wenig: „Wir haben auch in Leipzig schon 2:0 geführt. Angst haben wir keine. Vor niemandem.“ Ein wichtiger Aspekt, der möglicherweise entscheidenden Einfluss auf die sportliche Zukunft des MSV nehmen wird, ist die Geschlossenheit. Kingsley Onuegbu zeigt auf: „Wir sind auch in einer sehr langen und schwierigen Phase ein Team geblieben. Bei den Anderen hat diese Phase zum Teil jetzt erst begonnen, sie müssen erst diesen Teamgedanken aufbauen.“ Das könnte für den einen oder anderen Konkurrenten ins Auge gehen.

Autor: Thomas Tartemann

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