Der 5:1-Sieg des BVB gegen Wolfsburg rückte in den Hintergrund. Kapitän Mats Hummels wurde ausgepfiffen und beleidigt – aber nicht von allen Fans.

BVB

Fans beleidigen Hummels - Zorc: "Beschämend"

Marian Laske
30. April 2016, 20:33 Uhr

Der 5:1-Sieg des BVB gegen Wolfsburg rückte in den Hintergrund. Kapitän Mats Hummels wurde ausgepfiffen und beleidigt – aber nicht von allen Fans.

Eigentlich feiert die Dortmunder Südtribüne nach einem BVB-Sieg gemeinsam mit den Spielern. Eigentlich. Doch am Samstag war alles anders. Als sich die Mannschaft nach dem 5:1-Erfolg gemeinsam mit Mats Hummels, der im Sommer zum FC Bayern wechseln möchte, auf den Weg zu den Fans machte, rief ein Teil der schwarzgelben Anhänger: „Hummels ist ein Hurensohn.“ Es war nur ein kleiner Teil, doch er übertönte den Applaus deutlich.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer beim BVB, war nach der Partie sauer. Er wurde deutlich: „Wenn einer meint, er muss pfeifen, kann er das tun. Wer dann aber persönlich beleidigt, der muss sich mal selbst hinterfragen, ob er noch dazugehört.“ Und auch Sportdirektor Michael Zorc machte seinem Ärger Luft. „Wir haben eigentlich bei Borussia Dortmund eine Grundregel, die seit langem gilt: Dass Spieler in unserem Trikot nicht ausgepfiffen werden, nicht beleidigt werden und nicht verunglimpft werden“, sagte Zorc und ergänzte: „Das fand ich – bei aller Enttäuschung und vielleicht auch Kritik – beschämend. Ich hoffe, dass sich das nicht wiederholt.“

Schon vor dem Spiel pfiffen einige Fans Hummels beim Warmmachen aus, dieser verließ daraufhin kopfschüttelnd den Rasen. Während der 90 Minuten gab es bei jedem Ballkontakt von Hummels ein Pfeifkonzert, allerdings konterten einige BVB-Fans die Pfiffe mit Applaus. Dieser wurde im Laufe der Partie immer lauter.

Ich finde es gibt einen Unterschied zwischen Pfiffen und Schmähgesängen, die im Inhalt zu weit gehen
Thomas Tuchel

Der BVB-Kapitän selbst machte nach dem Spiel einen entspannten Eindruck, auch wenn er einräumte, dass die Reaktion der Fans für ihn sehr emotional war. Zu den Pfiffen sagte er: „Es waren 300, die mich eh vorher nicht immer geliebt haben. Die haben das heute genutzt. Aber ich möchte ausdrücklich sagen, dass das bestimmt keine 80.000 waren.“ Und Hummels ergänzte: „Ich glaube, ich bin der erste Spieler, der von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, obwohl er noch nicht mal gewechselt ist. Ich habe schon gesehen, von wo das kam.“

Auch Watzke bemerkte, dass nicht alle Fans gepfiffen haben: „Es haben sehr viele, ich habe das genau beobachtet, auch Beifall geklatscht. Und Mats hat ein großartiges Spiel gemacht.“

Das bestätigte auch Thomas Tuchel. Auf die Frage, woher Mats Hummels die mentale Stärke für so eine Leistung nehme, antwortete der Dortmunder Trainer: „Das kommt aus dem Wissen heraus, dass er sich auf sein Team verlassen kann. Es ist eine verschworene Gemeinschaft, die Stimmung war seit der Bekanntgabe sehr solidarisch. Ich glaube, dass ihm das die Sicherheit gibt.“

Mit den Pfiffen hatte Tuchel gerechnet – aber: „Ich finde es gibt einen Unterschied zwischen Pfiffen und Schmähgesängen, die im Inhalt zu weit gehen.“

Autor: Marian Laske

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren