Weltmeister Mats Hummels hat seinen Wechselwunsch zum FC Bayern erklärt. Borussia Dortmund stellt sich auf einen harten Poker mit dem Meister ein.

BVB

Jetzt geht's ums Geld für Mats Hummels

Andreas Berten
29. April 2016, 09:40 Uhr
Foto: firo

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Weltmeister Mats Hummels hat seinen Wechselwunsch zum FC Bayern erklärt. Borussia Dortmund stellt sich auf einen harten Poker mit dem Meister ein.

Thomas Tuchel wird sich am Samstag genau überlegen müssen, was er mit Mats Hummels macht. Am vergangenen Wochenende hat der Trainer von Borussia Dortmund seinen Kapitän beim 3:0-Bundesligasieg in Stuttgart im Sinne der Belastungssteuerung auf die Bank gesetzt. Gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky) täte er Hummels wohl einen großen Gefallen, indem er ihn erst gar nicht in den Kader beruft. Nicht zur Schonung, sondern um dem 27-Jährigen ein gellendes Pfeifkonzert zu ersparen. Denn mit einer Ad-hoc-Meldung hat der BVB am Donnerstag bestätigt: Hummels will Dortmund nach acht Jahren verlassen. Sein erklärtes Ziel für den Wechsel in diesem Sommer ist der FC Bayern München.

Diesen Wunsch hat der Weltmeister nun seinem Noch-Arbeitgeber mitgeteilt, an den er noch vertraglich bis 2017 gebunden ist. Weil der BVB, von vielen als Gegenentwurf zum übermächtigen Branchenführer empfunden, ein börsennotierter Klub ist und dieser Verlust abseits vom Sportlichen sowie Emotionalen aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung Hummels’ auch Auswirkung auf den Bilanzwert des Vereins hätte, ist Schwarzgelb zu einer solchen Meldung verpflichtet. Sie bedeutet: In wesentlichen Dingen sind sich der Spieler und der FC Bayern einig. Aber in anderen auch ganz wesentlichen Dingen müssen der BVB und der interessierte Verein noch überein kommen. Der Transferpoker um Mats Hummels, er ist nun also offiziell eröffnet.

Bislang keine FC-Bayern-Offerte für Hummels

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatten zuletzt Hummels’ Rückkehr nach München angedeutet. Der BVB ist jedoch nicht gewillt, den dritten Leistungsträger nach Mario Götze (2013) und Robert Lewandowski (2014) für kleines Geld zu verlieren. In der Erklärung heißt es: „Borussia Dortmunds Geschäftsführung hat daraufhin entschieden, einen solchen Wechsel davon abhängig zu machen, ob Bayern München Borussia Dortmund ein dem außerordentlichen Stellenwert des Spielers entsprechendes, äußerst werthaltiges Angebot unterbreiten wird.“ Bislang habe der FC Bayern kein Angebot abgegeben. Und weil Hummels keine Ausstiegsklausel habe, wird der BVB seinen Abwehrchef wohl kaum für weniger als 30 Millionen Euro ziehen lassen.

Wahrscheinlich ist, dass der Transfermasse auch noch Mario Götze, beim FC Bayern nur Edelreservist in dieser Saison und Kandidat für einen Wechsel zum BVB, hinzugefügt wird. Für die emotionalen Dortmunder Fans ein besonders heikler Deal, werden doch sowohl Hummels als auch Götze angesichts ihrer jeweiligen Vergangenheit in München und Dortmund damit zu Rück-Überläufern.

Abschiedsgipfel beim Pokalfinale

Für Hummels dürften die letzten beiden Bundesligawochen nicht sonderlich angenehm werden. Es kommt schließlich auch noch zum Abschiedsgipfel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion, wenn Borussia Dortmund und der FC Bayern im DFB-Pokal aufeinander treffen. Sicher ist heute allerdings schon, dass Hummels dann – sofern er verletzungsfrei ist – auf dem Rasen stehen und nicht auf der Bank sitzen wird. Spätestens dann wohl begleitet von einem Pfeifkonzert.

Autor: Andreas Berten

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