Alle Beteiligten waren sich am Wochenende nach Abpfiff der Verbandsliga-Partie zwischen dem Cronenberger SC und Rot-Weiss Essen II einig, so etwas hatten sie zuvor noch nicht erlebt. Drei Rote Karten innerhalb von acht Minuten suchen wohl ihres Gleichen. Kurios: Die drei Platzverweise waren nicht nur allesamt sehr umstritten, sondern gingen auch durchweg an Kicker der Heim-Mannschaft. RevierSport online fragte nach: Was war da los? [b]Schiedsrichter Daniel Schächner:[/b]

Drei Rote Karten in acht Minuten

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

14. August 2007, 18:46 Uhr

Alle Beteiligten waren sich am Wochenende nach Abpfiff der Verbandsliga-Partie zwischen dem Cronenberger SC und Rot-Weiss Essen II einig, so etwas hatten sie zuvor noch nicht erlebt. Drei Rote Karten innerhalb von acht Minuten suchen wohl ihres Gleichen. Kurios: Die drei Platzverweise waren nicht nur allesamt sehr umstritten, sondern gingen auch durchweg an Kicker der Heim-Mannschaft. RevierSport online fragte nach: Was war da los? [b]Schiedsrichter Daniel Schächner:[/b] "Ich darf zu den drei Roten Karten nichts sagen, weil es zu der Partie einen Sonderbericht gibt und demzufolge ein schwebendes Verfahren besteht. Vor dem ersten Platzverweis war es ein normales Match wie viele andere auch. Es gab vier Verwarnungen, zwei auf jeder Seite, ich würde nicht von einer überharten Begegnung reden.

Doch ab der ersten Roten Karte hat es allen Beteiligten keinen Spaß mehr gemacht. Ich brauche solche Spiele wirklich nicht. Ich kann es durchaus verstehen, dass die Cronenberger verärgert sind, aber sie haben mir keine andere Wahl gelassen. Ein großes Lob muss ich dem CSC-Trainer Bert Holthausen aussprechen. Er hat zu jedem Zeitpunkt versucht, die Gemüter zu beruhigen, und dabei absolute Größe gezeigt."

Markus Prentzel (Spieler und Rotsünder des Cronenberger SC): "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das Match war total emotionslos, die Essener haben vollkommen zurecht zur Halbzeit mit 3:0 geführt. Danach wollten wir nochmal richtig draufgehen, um das Match eventuell noch zu drehen. Wir erzielten schnell den Anschlusstreffer und dann gab es weitere Situationen, in denen komischerweise auf Abseits entschieden wurde. Daraufhin haben wir den Referee Daniel Schächner gefragt, warum sein Assistent ständig die Fahne heben würde. Kurze Zeit später geht unser Kicker Nino Paland zur Grätsche runter und trifft klar den Ball. Wir ärgern uns, dass es überhaupt Freistoß gibt und der Schiri zieht Rot. Wenige Minuten danach will ich nach einem Rückpass des RWE-Linksverteidigers den Keeper attackieren, ein Abwehrspieler der Essener stellt sich dazwischen und ich falle über seine Beine.

Der Schiedsrichter pfeift und berät sich mit seinem Linienrichter, die RWE-Akteure stellen sich in ihrem Strafraum auf, um auf unseren Freistoß zu warten und plötzlich stellt Schächner mich vom Platz wegen angeblicher Tätlichkeit. Der Essener Verteidiger wollte dem Schiedsrichter noch sagen, dass die Entscheidung nicht richtig ist, aber er hat sich das gar nicht erst angehört. Zum dritten Platzverweis: Es war ein Foul an der Außenlinie und es hat ziemlich gescheppert, weil ein Spieler dabei in die Werbebande gefallen ist. Danach wurde erneut zwei Minuten diskutiert und schließlich gab es wieder den roten Karton, diesmal für Fasil Arafkas."

Michael Kulm (Trainer von RW Essen II): Die Cronenberger zeigten schon eine harte Ganghart, der Schiedsrichter war konsequent. Aus meiner Perspektive waren die r
roten Karten durchaus berechtigt. Klar, dass man als betroffene Mannschaft anders denkt und sich aufregt. Mein Kollege Bert Holthausen hat mir später im Gespräch schon erläutert, dass er mit der Leistung seiner Auswahl nicht sehr zufrieden war. Ich habe mich mit meinen Jungs über die Szenen unterhalten, sie haben mir meine Sicht bestätigt. Froh bin ich darüber, dass sich meine Truppe nicht von der Hektik anstecken ließ, sondern relativ ruhig blieb. Schade, dass das Match so verlief, es waren einige Zuschauer da, denen hätten wir gerne mehr geboten.
Bert Holthausen (Trainer des Cronenberger SC): Das Foul von Paland war fünf Meter von mir entfernt und ich muss ehrlich sagen, er trifft deutlich den Ball. Der Gegenspieler fällt und schreit und Nino bekommt unverständlich die Rote Karte. Zu den anderen beiden Platzverweisen kann ich gar nichts sagen, weil ich es nicht genau gesehen habe. Fasil Arafkas hat zu mir gesagt, natürlich gehe ich übermotiviert in den Zweikampf, aber es war trotzdem kein rotwürdiges Foul. Ich hoffe, dass man mit unseren drei Sündern nicht zu hart ins Gericht geht, das haben sie einfach nicht verdient. Wenn man sich in den letzten Jahren einmal anschaut, wie oft die drei einen Platzverweis gesehen haben, wird man nicht viel finden.

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