„Ja“, sagte André Breitenreiter knapp, und es war deutlich zu spüren, dass er dieser Erkenntnis nur äußerst widerwillig seine Zustimmung gab:

Schalke

Pannenserie vom Elfmeter-Punkt passt ins Bild

Manfred Hendriock
25. April 2016, 21:26 Uhr
Foto: firo

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„Ja“, sagte André Breitenreiter knapp, und es war deutlich zu spüren, dass er dieser Erkenntnis nur äußerst widerwillig seine Zustimmung gab:

Das Spiel gegen Leverkusen, diese 2:3-Niederlage, war für Schalke wie ein Spiegelbild der Saison. Schalke hatte glänzend begonnen und machte sich doch wieder alles selbst zunichte. So war es in vielen Spielen – und so war es auch im gesamten Saisonverlauf, wo dem besten Bundesliga-Start seit 44 Jahren die große Ernüchterung folgte.

Spiegelbild der vergangenen Monate

Ein Detail passt dazu wie die Faust aufs Auge: Der verschossene Elfmeter von Klaas-Jan Huntelaar, der in der fünften Minute an Leverkusens Torwart Bernd Leno scheiterte. Denn auch das war wie ein Spiegelbild der vergangenen Monate: Es war bereits der fünfte (!) Elfmeter, den Schalke in dieser Saison nicht verwandeln konnte. Insgesamt haben die Königsblauen in der laufenden Saison bislang zehn Elfmeter zugesprochen bekommen – nur fünf davon führten zum Erfolg. Die Trefferquote beträgt damit gerade einmal 50 Prozent.

Dass Huntelaar in der Rückrunde überhaupt wieder Schalkes Schütze Nummer eins war, lag am Versagen seiner Kollegen: Neben ihm selbst hatten zuvor auch Franco Di Santo, Dennis Aogo und Johannes Geis verschossen. Als einziger Schalker eine positive Elfmeter-Bilanz hat Johannes Geis, der neben einem Fehlschuss (beim Florida-Cup im Januar) auch zwei Strafstöße verwandeln konnte. Weil aber Geis in der Rückrunde insgesamt außer Tritt ist und auch seine Freistöße nicht mehr wie gewünscht kommen, durfte Huntelaar wieder ran.

Der Holländer war in seiner Anfangszeit auf Schalke ein sicherer Schütze: In seinen ersten beiden Jahren (Saison 2010/11 und 2011/12) verwandelte Huntelaar in der Bundesliga sieben von neun Elfmetern – die meisten knallhart und aus seiner Sicht unten links.

Neue Technik hilft auch nicht

Nachdem der „Hunter“ aber am 27. November 2012 gegen Hamburgs René Adler verschoss, ging die alte Sicherheit verloren: In der Bundesliga verballerte er von seinen letzten sieben Strafstößen gleich fünf (!). Zwar hatte er sich zuletzt eine neue Technik beim Anlauf zugelegt, aber auch das ging jetzt gegen Leno in die Hose. Somit hat Huntelaar in der Bundesliga von insgesamt 16 Elfmetern nur neun verwandeln können – eine Quote von kargen 56 Prozent.

Vermutlich ist jetzt wieder ein anderer an der Reihe, wenn Schalke in den verbleibenden drei Spielen noch einen Elfmeter zugesprochen bekommt. Doch wer? Max Meyer würde man es zutrauen, doch der hat für Schalkes Profis bislang noch nie einen Elfmeter geschossen. Und Eric Maxim Choupo-Moting war mal ein sicherer Schütze: In seiner ersten starken Hinrunde auf Schalke verwandelte er drei Elfmeter in Folge – bis er im Februar 2015 in München gegen Manuel Neuer verschoss.

Seitdem wechseln sich auf Schalke die Elfmeterschützen ab – und mit ihnen auch die Fehlschützen.

Autor: Manfred Hendriock

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