Viel möglich war ohnehin nicht mehr, doch nach dem Nürnberger Erfolg gegen Berlin ist es amtlich: Bochum spielt auch 2016/17 in der 2. Liga.

VfL Bochum

Daran muss der VfL für den Aufstieg arbeiten

Ralf Ritter
25. April 2016, 09:52 Uhr

Viel möglich war ohnehin nicht mehr, doch nach dem Nürnberger Erfolg gegen Berlin ist es amtlich: Bochum spielt auch 2016/17 in der 2. Liga.

Schon nach dem 0:2 beim FC St. Pauli war der Aufstiegszug für den VfL Bochum nur für angeheiterte Optimisten noch nicht abgefahren, doch die zweite Halbzeit der 2. Liga am Samstag hat auch die kühnsten Rechenspiele überflüssig gemacht. Der zuvor ins Trudeln geratene 1. FC Nürnberg machte aus einem 0:2 zur Pause gegen Bochums kommenden Freitag-Gegner Union Berlin noch ein 6:2-Schützenfest.

Elf Punkte Vorsprung hat der Club nun als Dritter auf den Fünften VfL. Zu viel bei drei noch ausstehenden Spielen: Bochum spielt auch in der Saison 2016/17 in der 2. Bundesliga, es wird die siebte Saison im Unterhaus, an deren Ende der Aufstieg stehen soll.

Dieses Ziel hat Bochums Aufsichtsratsmitglied Martin Kree neulich beim TV-Sender Sky so ausgedrückt: Wer Vierter oder Fünfter wird, so Kree, will im Jahr darauf nicht Siebter oder Achter werden.

Die größten Baustellen sind bekannt

Die Planungen laufen längst, die größten Baustellen sind bekannt: in der Defensive, im Mittelfeld, in der Offensive. Nach der Verletzung von Patrick Fabian fehlen zwei Innenverteidiger, da neben Jan Simunek (vorzeitige Vertragsauflösung) auch Malcolm Cacutalua 2016/17 wohl nicht mehr für Bochum spielen wird. Der beim 1:1 gegen den Karlsruher SC ordentlich spielende 21-Jährige will wie berichtet getreu seines Vertrages zurück zu Bayer gehen. Im Mittelfeldzentrum ist Janik Haberer (nach Leihe zurück zu Hoffenheim) zu ersetzen. In den letzten Partien dieser Spielzeit droht zudem der Ausfall von Thomas Eisfeld: Der 23-Jährige zog sich gegen den KSC eine Patellasehnenreizung zu. Eine Knieverletzung, die ihn schon im April des Vorjahres zu schaffen machte, zwei Partien musste er damals aussetzen.

Verstärkung sucht der VfL Bochum auf den offensiven Flügeln, wo es Marco Terrazzino ablösefrei fortzieht, laut „Bild“ ist der FC Ingolstadt der Favorit.

Peniel Mlapa, ohnehin eher einer für das Sturmzentrum, konnte nach der Winterpause seine aufsteigende Tendenz am Jahresende 2015 nicht bestätigen. Bei Arvydas Novikovas wartet man beharrlich auf den Durchbruch. Bliebe Onur Bulut, das Laufwunder, das auch gegen den KSC wieder alles reinschmiss und sich deshalb zum Publikumsliebling hochgekämpft hat.

Bochums Bester, vor allem in der Rückserie, ist Simon Terodde, der nun schon 20 Saisontore erzielt hat und sich womöglich bis zum letzten Spieltag ein Duell mit Freiburgs Nils Petersen (auch 20 Treffer) um den besten Zweitliga-Schützen liefert.

Die Bestätigung, sogar Steigerung seiner Leistung der Vorsaison (16 Treffer) mache ihn stolz, betonte Terodde zum wiederholten Mal - unabhängig davon, ob er nun die Nummer eins in Liga zwei bleibt oder nicht. Und unabhängig davon, ob er beim VfL bleibt oder nicht: Klare Bekenntnisse in der einen oder anderen Vereinsrichtung waren noch nie das Ding des klugen Stürmers. Fakt ist, dass sein Vertrag bis 2017 läuft - und Bochum, wenn der Kontrakt nicht verlängert wird, bei einem Wechsel nur in diesem Sommer eine Ablöse kassieren kann.

Ob mit oder ohne den 28-jährigen Top-Torjäger: Um dem Ziel noch näher zu kommen als in dieser, der zweitbesten Zweitliga-Saison in nun sechs Jahren, muss der VfL dominant geführte Spiele wie zuletzt bei St. Pauli (1. Halbzeit) und gegen den KSC (75 Minuten) häufiger konstant zu Ende spielen - und gewinnen. 12 Remis, davon 7 daheim, sind zu viel für einen Aufstiegsplatz.

DAS RESTPROGRAMM

Weder mit dem Auf- noch mit dem Abstiegskampf hat der VfL an den letzten drei Spieltagen direkt etwas zu tun. Es geht am kommenden Freitag (18.30 Uhr) zum Tabellensechsten Union Berlin.

Am Sonntag, 8. Mai (15.30 Uhr), empfängt der VfL den Tabellenzehnten Braunschweig, der Abschluss steigt beim Tabellenneunten Heidenheim am Pfingstsonntag, 15. Mai (15.30 Uhr).

Autor: Ralf Ritter

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