Kerem Demirbays Führungstreffer für Fortuna Düsseldorf reichte gegen immer stärker werdende Gäste aus St. Pauli zum 1:1-Remis.

Fortuna Düsseldorf

Warum Funkel sein Team kräftig durchmischte

Marcus Gülck
24. April 2016, 09:48 Uhr
Foto: firo

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Kerem Demirbays Führungstreffer für Fortuna Düsseldorf reichte gegen immer stärker werdende Gäste aus St. Pauli zum 1:1-Remis.

Es ist ein Punktgewinn im Abstiegskampf, der sich für die Fortuna am Saisonende der 2. Fußball-Bundesliga noch als äußerst wertvoll erweisen könnte. Mit 1:1 (1:0) erkämpften sich die Düsseldorfer am Freitagabend vor 30 820 Zuschauern gegen den Tabellenvierten FC St. Pauli ein beachtliches Remis, auch wenn es für die Mannschaft von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel lange Zeit nach einem „Dreier“ ausgesehen hatte. Doch die Führung von Kerem Demirbay nach vier Minuten egalisierte Fabrice Picault in der 71. Spielminute für im zweiten Durchgang immer stärker werdende Gäste.

Fortuna-Kapitän Karim Haggui musste auf der Bank Platz nehmen

Es waren durchaus mutige, aber dennoch konsequente Personalentscheidungen, mit denen Friedhelm Funkel seine Startelf gegen lediglich mit 16 Spielern angereiste St. Paulianer kräftig durchmischte. Dass der 62-Jährige dabei auch vor vermeintlich „gesetzten“ Spielern keine Ausnahme machte, bekam allen voran Karim Haggui zu spüren. Der in den zurückliegenden Partien mehrfach wacklige Mannschaftskapitän der Fortuna musste erstmals in dieser Saison auf der Bank Platz nehmen. Zuvor hatte der 32-jährige Tunesier lediglich eine Partie verpasst, als er am 18. Spieltag gegen Union Berlin eine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste. Seine Saisonpremiere feierte indes Christian Gartner. Der Österreicher, dessen Berater Thomas Böhm noch am Vorabend der Partie den Abgang des 22-jährigen Mittelfeldspielers aus Düsseldorf verkündet hatte, kam aufgrund einer schwerwiegenden Sprunggelenksverletzung in dieser Spielzeit noch auf keine Einsatzminute. Zuletzt stand er vor 14 Monaten beim 1:1-Remis in Karlsruhe eine Halbzeit lang auf dem Rasen. Gestern Abend agierte er an der Seite von Marcel Sobottka (21) in Fortunas stark verjüngter Doppel-Sechs, welche die routinierten Adam Bodzek (30/Gelbsperre) und Oliver Fink (33/Adduktorenprobleme) gut vertrat.

Selbiges galt auch für Fortunas Publikumsliebling Axel Bellinghausen, der seine rabenschwarze erste Halbzeit in Fürth aus Kopf und Füßen geschüttelt hatte, seine Mannschaft gestern als Haggui-Stellvertreter aufs Feld führte und auf der linken Seite den Vorzug gegenüber Sercan Sararer erhielt. Über links war es zunächst jedoch Lukas Schmitz, der den ersten Akzent des Abends setzte. Die Flanke des Linksverteidigers in den Strafraum ließ Joel Pohjanpalo, der erstmals seit zwei Monaten wieder in der Startelf stand und für Nikola Djurdjic ran durfte, für Kerem Demirbay durch, der zur frühen Führung für die Düsseldorfer einköpfte. Weil die Hausherren in der Folgezeit auf den zweiten Treffer drängten, kamen die Hamburger kaum zur Entfaltung. Alexander Madlungs Kopfbälle (18. und 31.) sowie Mavrias‘ Schlenzer auf den linken Giebel verfehlten ihr Ziel jedoch knapp.

Erst mit dem Start in den zweiten Durchgang erhöhten die Kiezkicker den Druck, auch wenn die erste Großchancen zunächst noch der Fortuna gehörte: Joel Pohjanpalo setzte den durchgestarteten Mavrias rechts im Strafraum in Szene, der allerdings frei vor Robin Himmelmann scheiterte. Die mangelnde Chancenverwertung weckte nicht nur bei Fortuna-Friedhelm Funkel die Alarmsirenen, dessen Mannschaft sich zusehends von den Hamburgern hinten rein drängen ließ. Der Ausgleichstreffer durch Fabrice Picault in der 71. Minute hatte sich durch die vorausgegangenen Großchancen von Sobiech (57.) und eben Picault (57.) lange Zeit angekündigt, auch wenn seine Entstehung aus Düsseldorfer Sicht denkbar ungünstig war, rauschte die Linksflanke von Vorbereiter Daniel Buballa doch nahezu durch Fortunas gesamte Hintermannschaft, die den Punktgewinn letztendlich zumindest über die Zeit retten konnte.

Autor: Marcus Gülck

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