Wer an den ersten sechs Spieltagen seinen Fußball-Sonntag auf den Dortmunder A-Kreisliga-Sportplätzen verlebte, der bekam bislang oftmals unterhaltsamen Fußball geboten. Am besten ist die Stimmung wohl derzeit beim SC Dorstfeld 09, RW Barop und BV Preußen 07 Lünen. Die drei Staffel-Spitzenreiter starteten so gut wie schon lange nicht mehr.

Kreis Dortmund: Die A-Ligisten nach dem Start

SC Dorstfeld, RW Barop, Preußen Lünen – drei ungleiche Spitzenreiter

Felix Guth
19. September 2006, 18:54 Uhr

Wer an den ersten sechs Spieltagen seinen Fußball-Sonntag auf den Dortmunder A-Kreisliga-Sportplätzen verlebte, der bekam bislang oftmals unterhaltsamen Fußball geboten. Am besten ist die Stimmung wohl derzeit beim SC Dorstfeld 09, RW Barop und BV Preußen 07 Lünen. Die drei Staffel-Spitzenreiter starteten so gut wie schon lange nicht mehr.

Zugegeben: Dass der DSC 09 die Staffel 1 anführt, ist so überraschend nicht. Schließlich schien der Kader schon im letzten Jahr eigentlich zu gut für die Kreisliga. Dennoch mussten die Dorstfelder in ihre zweite Ehrenrunde - in der sie bislang überzeugen konnten. Eine Niederlage kassierte man am vierten Spieltag (3:4 gegen Urania Lütgendortmund), ansonsten gab es durchweg klare Siege. Am Sonntag gelang dem Team von Trainer Uwe Kallenbach sogar der erste Ortsderbysieg beim 3:0 gegen Karlsglück. Bislang herausragend: Andreas Bath und René Bouali, die mit ihrer höherklassigen Erfahrung das Team führen und den Verlust des letztjährigen Top-Torjägers Paul Pollok fast vergessen machen. Neben den Routiniers spielten sich jedoch auch Eigengewächse wie Manndecker Marce André Adler in den Vordergrund. Dennoch wird die Bezirksliga-Rückkehr alles andere als ein Selbstläufer.

Der bislang größte Konkurrent ist nur wenige hundert Meter von der DSC-Heimstatt am Bummelberg zu Hause: Fortuna Dorstfeld spielte bislang ebenfalls stark auf, musste aber zuletzt beim 2:2 gegen RW Bodelschwingh einen Rückschlag hinnehmen. Dahinter positioniert sich ein breites Verfolgerfeld, das bis zum Tabellenneunten SC Dortmund reicht.

Die Favoritenrolle in der Staffel 2 war vor der Saison unmissverständlich geklärt: Der FC Brünninghausen, wer denn sonst? Doch der FCB steckt in einer Mini-Krise, verlor erst beim TSC Eintracht und ließ dann auch noch in Hörde zwei Punkte liegen. Trainer Markus Laußmann wird seine Mannschaft wohl noch einmal auf den Kreisliga-Alltag einstimmen müssen, sonst bringen auch die namhaften Verstärkungen nicht viel.

So lacht nach sechs Spieltagen Nachbar RW Barop von der Tabellenspitze – was mehr als überraschend kommt, warten die Baroper doch nicht gerade mit großen Namen auf. Doch starke Eigengewächse und die überragende Defensive (erst zwei Gegentore) ermöglichten den Sprung nach ganz oben. Die Bezirksliga-Zeiten der Rot-Weißen liegen lange zurück, in diesem Jahr scheinen sie mit einer entwicklungsfähigen jungen Mannschaft aber nicht chancenlos. Nach fünf Siegen in Folge kassierten sie allerdings beim 0:1 gegen BSV Schüren am Wochenende die erste Niederlage. Die Schürener schossen nach dem Last-Minute-Sieg (Handelfmeter-Tor drei Minuten vor Schluss) selbst in das Verfolgerfeld vor. Sie liegen ebenso wie Brünninghausen und der VfL Hörde zwei Zähler hinter Klassen-Primus Barop.

Doch auch der VfR Sölde, Eintracht Dortmund und die Reserve des Hombrucher SV bleiben in der Verlosung. Dem Wambeler SV und der zweiten Mannschaft des ASC 09 weht hingegen schon Kreisliga-B-Luft entgegen: Sie stehen sieglos am Tabellenende.

Dichtes Gedränge herrscht auch in der dritten Dortmunder A-Kreisliga-Staffel. Dort hat zurzeit der SV Preußen 07 Lünen die Nase vorn und ist damit seinem Ziel schon ein Stück näher gekommen. „Zu unserem Hundertjährigen wollen wir wieder in der Bezirksliga spielen“, sagt der Sportliche Leiter Gerhard Wiecek. Der Vorjahres-Vize um den erfahrenen A-Lizenz-Trainer Bernd Schawohl ist noch unbesiegt und triumphierte zudem in allen bisherigen Lüner Derbys gegen ATC Brambauer (2:1), Lüner SV II (5:0) und BV Lünen 05 (4:1). „Wer uns schlagen will, muss schon einen guten Tag erwischen“, sagt Wieczek. Kernstück der Mannschaft ist Elarbi Habib, der Ballverteiler im Mittelfeld. Karsten Mrochen und Christian Kwiatkowski halten die Defensive zusammen, vorne sorgten bislang Tim Holz (5 Treffer) und André Brettländer (4 Tore) für die nötige Durchschlagskraft. Brettländer verletzte sich jedoch zuletzt gegen den BVL und fällt damit für die schwierige Partie beim SV Brackel 06 II am Sonntag ebenso aus wie Mittelfeldmann Holger Branse.

Den Lünern auf den Fersen bleibt der SC Husen-Kurl. Angeführt von Mittelfeldroutinier Odair Dos Santos feierte der Ex-Bezirksligist schon fünf Erfolge. Preußen-Macher Gerhard Wieczek hat jedoch auch noch andere auf der Rechnung: „Der TuS Eving II kann immer auf Verstärkung von oben hoffen.“ Die TuS-Reserve präsentierte sich aber bislang vor allem in der Defensive nicht stabil, kassierte unter anderem schon eine 3:6-Heimpleite gegen Husen-Kurl.

Autor: Felix Guth

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