In der Liga geht es für Borussia Dortmund vor allem darum, die Spannung zu halten. Dabei will man sich von Personalgerüchten nicht beirren lassen.

BVB

Dortmund denkt schon an das Pokalfinale

Sebastian Weßling
23. April 2016, 10:19 Uhr

In der Liga geht es für Borussia Dortmund vor allem darum, die Spannung zu halten. Dabei will man sich von Personalgerüchten nicht beirren lassen.

Die Dortmunder Abwehr steht an diesem Freitagmittag, obwohl die Gegenseite nicht lockerlässt. Immer wieder nehmen die Journalisten Anlauf, immer wieder versuchen sie, Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel Aussagen zu entlocken zu den vielen Personalien, die derzeit rund um den BVB gehandelt werden.

Aber entweder prallen sie schon an Pressesprecher Sascha Fligge ab, der mitteilt, dass man Spekulationen grundsätzlich nicht kommentiere. Oder sie scheitern an Thomas Tuchel, der in deutlich mehr Worten in etwa das Gleiche sagt. In Dortmund ist man wild entschlossen, die letzten Saisonspiele nicht überlagern zu lassen von Personaldebatten – auch nicht von denen, die Mats Hummels mit kryptischen Aussagen entfacht hat: dass der BVB-Kapitän zum FC Bayern München wechseln könnte.

Tuchel reagiert darauf betont entspannt. „Es ist sein gutes Recht, wenn er danach gefragt wird, darauf zu antworten“, sagt der Trainer. „Und er wird ja ständig danach gefragt.“ Internen Stress bedeute dies aber nicht. Über andere Personalien mag Tuchel noch weniger reden. Etwa über Mario Götze, den der Verein gerne zurück nach Dortmund lotsen würde. „Ich werde nicht über Mario sprechen“, sagt er. „Das ist ein Spieler von Bayern, wir haben noch ein Pflichtspiel gegen Bayern – deswegen verbietet sich das.“

Pokalfinale gegen den FC Bayern überlagert Bundesliga

Dieses Pflichtspiel gegen die Bayern, das Pokalfinale am 21. Mai in Berlin, ist das zweite große Thema, das die Geschehnisse in Dortmund dieser Tage überlagert und das anstehende Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr, Sky und in unserem Ticker) in den Hintergrund treten lässt. Dass Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan verletzt ausfallen, wird da zwar registriert, bewegt die Fanseele im östlichen Ruhrgebiet aber nicht sonderlich.

Denn in der Bundesliga geht es nicht mehr um allzu viel, der Abstand nach oben ist mit sieben Punkten rechts groß, der Vorsprung auf Platz drei kann nicht mehr verspielt werden. In erster Linie geht es nun darum, bis zum Pokalfinale die Spannung zu halten. Am Samstag will Tuchel von seiner Mannschaft noch einmal volle Energie sehen – und dann „haben wir in der Trainingssteuerung die Gelegenheit, Möglichkeiten zur Regeneration zu schaffen, mal durchzuschnaufen“. Denn das folgende Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg steht erst am Samstag darauf an – eine ungewohnt lange Pause für den BVB. Danach sollen dann wieder intensive Trainingsreize gesetzt werden. „Und wir werden auch alle Bundesligaspiele bis zum Ende sehr ernst spielen“, verspricht Tuchel. „Es ist wichtig, dass wir bis zum Saisonende in unserem Rhythmus bleiben.“

BVB-Trainer Tuchel warnt vor Stuttgarts Offensive

Zunächst gegen Stuttgart, für Tuchel die Mannschaft „mit der größten Diskrepanz zwischen Tabellenplatz und Potenzial“. Eine athletische Mannschaft sei das und vor allem in der Offensive mit schnellen Spielern besetzt. Gerade vor Kontern müssen sich die Dortmunder also in Acht nehmen: „Die müssen wir am besten verhindern, bevor sie geschehen“, sagt Tuchel. „Denn sonst ist der VfB mit seiner Schnelligkeit und Torgefährlichkeit auf allen offensiven Positionen sehr gefährlich.“ Von Gedanken an ein anstehendes Pokalfinale sollte man sich besser nicht ablenken lassen.

Autor: Sebastian Weßling

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