Der MSV Duisburg verlor beim designierten Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg verdient mit 0:3. Die Zebras hielten so gut es ging dagegen.

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Duisburg verliert das Spiel und Enis Hajri

Thomas Tartemann
23. April 2016, 10:06 Uhr

Der MSV Duisburg verlor beim designierten Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg verdient mit 0:3. Die Zebras hielten so gut es ging dagegen.

Der Trip zum designierten Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg war für die Zweitliga-Fußballer des MSV Duisburg ein gebrauchter Tag. Bei der Anreise ins Schwarzwaldstadion klebte der schwarze Teambus im dichten Stadtverkehr der Uni-Stadt fest. Baris Özbek & Co. kamen erst 45 Minuten vor dem Anpfiff vor der Haupttribüne an. Daran lag es allerdings nicht, dass die Zebras am Ende mit einem 0:3 (0:2) die sechsstündige Heimreise in den Ruhrpott antreten mussten.

Der SC Freiburg trumpfte im Stile einer Spitzenmannschaft auf, kombinierte Tempo, Präzision und Spielkultur. Die Zebras hielten so gut es ging dagegen – und mussten sich schließlich der überragenden Standard-Stärke der Breisgauer beugen. Nach einem Foul von Enis Hajri verwandelte Vincenzo Grifo einen 20-Meter-Freitoß ins rechte Eck (23.). Torwart Michael Ratajczak hechtete zwar nach unten, musste die Kugel, die an Duisburgs Vier-Mann-Mauer vorbeizischte, aber passieren lassen. „Wenn ich fünf Leute in die Mauer gestellt hätte, wäre die Sicht komplett versperrt gewesen. Man muss schon sagen, dass Grifo die Dinger sensationell schießt. Kompliment“, so Ratajczak anerkennend. Für den Freiburger Ballkünstler war es der sechste verwandelte ruhende Ball, der im gegnerischen Netz landete. Liga-Rekord.

Bajic wieder im Kader

Die Zebras, bei denen Branimir Bajic wieder zum 18er-Kader zählte, nachdem er zuletzt wegen der Einnahme eines auf der Dopingliste stehenden Erkältungssprays aus dem Aufgebot für die Partie gegen 1860 München gestrichen werden musste, kassierten noch vor der Pause den Genickschlag. Nach einer Grifo-Flanke stand Dan-Patrick Poggenberg zwar ungünstig zu seinem Gegenspieler Maximilian Philipp, aber dessen Abschluss hätte wegen Abseitsstellung nicht zählen dürfen. Schiedsrichter Michael Weiner gab den Treffer (32.) trotzdem und duldete keine Diskussionen.

Die Zebras kamen nach der Pause bemüht aus der Kabine, hatten von der 46. bis zur 58. Minute ihre stärkste Phase. Giorgi Chanturia fand in SC-Torhüter Alex Schwolow seinen Meister (47.), Baris Özbek scheiterte aus 18 Metern knapp (53.), Victor Obinnas Freistoß trudelte an Freund und Feind vorbei ins Aus (57.). Ilia Gruev zog nach 66 Minuten die Jokertrumpfkarte Thomas Bröker, der zuletzt gegen München die Wende eingeleitet hatte. Aber der MSV musste gestern erkennen, dass Freiburg nicht ansatzweise München ist. Dem SC war vor 23 500 Fans nicht beizukommen. „Meine Mannschaft hat sehr gut gegen den Ball gearbeitet, hatte gute Balleroberungen.

Der MSV stand tief und hat gut verteidigt“, analysierte Freiburgs Trainer Christian Streich, der nie um den Dreier zittern musste. Als sich der kämpferisch sehr starke Kevin Wolze einen seiner wenigen Aussetzer leistete, startete Vincenzo Grifo durch und wurde von Enis Hajri bedrängt. Ein leichter Kontakt war da – für Referee Weiner reichte das. Elfmeter und Rot für den Duisburger Abwehrspieler! Nils Petersen, der von Hajri und phasenweise von Thomas Meißner komplett aus der Partie genommen wurde, verwandelte eiskalt zum 3:0 (79.). „Das 1:0 war sehr schwer zu verteidigen. Wahrscheinlich sogar unmöglich. Beim zweiten Gegentreffer kann man abseits pfeifen. Und den Elfer vor dem 3:0 kann man geben, man muss es aber nicht“, fasste Ilia Gruev die drei entscheidenden Situationen des Spiels zusammen. Für die Zebras blieb nach dem Rückschlag, den man gegen die zweifellos spielintelligenteste Zweitligatruppe durchaus einkalkulieren musste, keine Zeit, regungslos auf den Boden zu fallen. „Es geht zu Wochenbeginn sofort weiter. Regenerieren, trainieren, dann kommt Fortuna Düsseldorf zu uns“, blickte Steffen Bohl, der gestern die Kapitänsbinde trug, nach vorne.

Noch 270 Liga-Minuten270 Liga-Minuten bleiben den Zebras noch, um das Wunder zu schaffen. „Die Situation ist für uns unverändert. Wir müssen punkten und die Konkurrenten attackieren“, so Steffen Bohl. Am Freitag im Heimspiel gegen den Konkurrenten Fortuna Düsseldorf, der gestern Abend 1:1 gegen den FC St. Pauli spielte, wieder mit Kapitän Branimir Bajic in der Startelf. Das verbotene Spray wird der Ex-Nationalspieler garantiert nicht mehr anrühren.

Autor: Thomas Tartemann

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