Zum Lächeln war Viktor Skripnik noch nicht zumute. Zu nah war dem Trainer die öffentliche Diskussion um einen möglichen Rauswurf bei Werder Bremen gegangen.

Werder Bremen

Skripnik nach Sieg erleichtert

dpa
17. April 2016, 11:36 Uhr
Foto: firo

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Zum Lächeln war Viktor Skripnik noch nicht zumute. Zu nah war dem Trainer die öffentliche Diskussion um einen möglichen Rauswurf bei Werder Bremen gegangen.

So blieb er nach der Willensleistung zum 3:2 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg recht nüchtern. "Wir sind überglücklich, einen so starken Gegner geschlagen zu haben. Das ist ganz wichtig für das Selbstvertrauen. Wir werden weiter akribisch sein, professionell und nicht hektisch", betonte der Ukrainer und verweigerte weitere Auskünfte zu seinem Gefühlsleben.

Gäste-Coach Dieter Hecking sprang ihm mit erklärenden Worten bei: "Das war eine kribbelige Woche und zeigt, dass Kontinuität und Zusammenhalt wichtig sind in solchen Situationen". Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin, der trotz harscher Kritik an Skripnik festgehalten hatte, gab sich richtig erleichtert. Es sei wichtig gewesen, die Mannschaft eine Woche nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg abzuschotten - sie hätten sich voll auf ihre Leistung konzentriert und liefern müssen.

Und sie lieferte. "Wir haben gezeigt, dem Druck können wir mit unseren Fans standhalten. Sie sind enorm wichtig, können im Abstiegskampf das gewisse Etwas geben. Wir werden aber nicht ausflippen, das war ein Pflichtsieg", sagte Eichin.

Emotional und ausgelassen feierten Mannschaft und Fans das Lebenszeichen im Abstiegskampf. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn du solche Fans hast und auf dem Weg zum Stadion 10 000 stehen, dann ist das Gänsehaut pur. Da zerreißt du dich halt gern. Werder Bremen bleibt drin", meinte Taktgeber Zlatko Junuzovic. Und Theodor Gebre Selassie verglich die Stimmung im Weserstadion sogar mit der legendären Anfield Road, der Heimstätte des FC Liverpool.

Wie ein junger Hüpfer rannte der ausgewechselte Claudio Pizarro nach Schlusspfiff seinen Kollegen entgegen und fiel ihnen in die Arme. Mit dem Foulelfmeter (31. Minute), seinem 102. Tor zum Vereinsrekord, mit dem er den heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Marco Bode überholte, ebnete der 37-Jährige wieder einmal den Weg zum Erfolg.

Fin Bartels (65.) und Sambou Yatabaré (83.) legten nach, bei 21:8 Torschüssen wäre noch mehr drin gewesen. Eine kleine Hoffnung für das DFB-Pokal-Halbfinale am Dienstag bei Bayern München? "Das ist ein attraktives Spiel, wir wollen an uns glauben", meinte Skripnik.

Ob er möglicherweise rotieren lassen wird, um Kräfte für den Abstiegskampf zu sparen, wollte er nicht preisgeben. Ein Finaleinzug wäre schön, angesichts der drohenden Bundesliga-Relegation erscheint das Nordderby am Freitag beim Hamburger SV aber wichtiger. Mit 31 Punkten steckt Werder immer noch tief unten drin.

"Diese Niederlage ist gut für Werder, aber für mich sehr bitter", bilanzierte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs, der während der hitzigen Partie auf die Tribüne geschickt wurde. Dabei wollte er nur schlichten, weil Hecking allzu forsch beim vierten Offiziellen Gelb-Rot für Santiago Garcia gefordert hatte.

Für den an Real Madrid gescheiterten Champions-League-Viertelfinalisten, für den Josuha Guilavogui (36.) und Bas Dost (87.) trafen, scheint der Zug ins internationale Geschäft abgefahren. "Das ist eine Katastrophe, ganz klar. Das ist unser Anspruch, deshalb wurden wir geholt", sagte Nationalspieler André Schürrle.

"Wir können jetzt nicht die weiße Fahne hochziehen und sagen, dass die Saison beendet ist. Wir werden alles versuchen, was möglich ist", forderte Allofs. Ohne den Reiz Europa wird es einige geben, die gehen wollen: "Es gibt einige Fragezeichen mit der einen oder anderen Ausstiegsklausel", bestätigte er.

Autor: dpa

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