Ganz aufgegeben hat der VfL Bochum seine Hoffnung auf den Aufstieg vor dem „Duell um Platz 4“ beim FC St. Pauli an diesem Samstag noch nicht.

VfL Bochum

Warum die Aufstiegshoffnung noch nicht stirbt

Ralf Ritter
15. April 2016, 19:40 Uhr
Foto: firo

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Ganz aufgegeben hat der VfL Bochum seine Hoffnung auf den Aufstieg vor dem „Duell um Platz 4“ beim FC St. Pauli an diesem Samstag noch nicht.

Diese Tour lassen sich viele nicht nehmen: Rund 3000 Bochumer werden den VfL am heutigen Samstag unterstützen, wenn die Zweitliga-Partie beim FC St. Pauli angepfiffen wird um 13 Uhr (live in unserem Ticker). Hamburg als Stadt, das Millerntor als Stadion, St. Pauli als Verein haben eben ihren besonderen Reiz.

Den bekam der VfL auch vor rund einem Jahr zu spüren, als man nach der Pause völlig zusammenbrach und 1:5 verlor nach früher 1:0-Führung des Ex-Paulianers und heutigen HSV-Stürmers Michael „Franz“ Gregoritsch. Damals aber, erinnert sich auch VfL-Trainer Gertjan Verbeek an die Pleite am vorletzten Spieltag, waren die Voraussetzungen andere: Für Pauli ging es noch um den Klassenerhalt, für Bochum um nichts wirklich Bedeutendes mehr.

Diesmal trifft Letzteres wohl auf beide Teams zu, sofern Nürnberg als Dritter jetzt nicht zusammenbricht. Und doch ist „die Vorfreude groß“, wie Mittelfeldspieler Thomas Eisfeld sagt. Bochum ist Vierter, St. Pauli Fünfter mit einem Punkt Rückstand. „St. Pauli ist ein cooler Klub, mit viel Tradition. Auf so ein Spiel freut man sich natürlich“, sagt Stefano Celozzi.

Celozzi ist der Dauerbrenner
Celozzi ist in dieser Saison der Dauerbrenner, eine Minute erst hat der 27-Jährige verpasst, als er wegen Schmerzen in der Wade gegen Fortuna Düsseldorf ausgewechselt werden musste. Im Hinspiel. „Das ist schon ein kleiner Fleck“, sagt Celozzi, der sich in erster Linie darüber freut, dass er so gesund durch die Saison kommt. Auch jetzt noch „fühle ich mich körperlich gut, ich bin fit“, sagt er guter Dinge.

Auch eine Sperre hat seinen Plan, am Ende nur dieses eine Minütchen verpasst zu haben in dieser Saison, noch nicht durchkreuzt. Dabei kassierte Celozzi früh seine vierte Gelbe Karte - im Hinspiel in Leipzig. Das war Mitte Oktober. Seitdem, seit 18 Liga-Spielen also, ist er „Gelb-Frei“.

Das soll auch heute so bleiben, auch wenn Celozzi in seiner Spielweise darauf keine Rücksicht nimmt, wie er betont. Offensiv und dominant soll der VfL auftreten, sagt Gertjan Verbeek. Der Trainer hat die Hoffnung auf Rang drei noch nicht aufgegeben. Nürnberg hat zwar neun Punkte Vorsprung fünf Partien vor Schluss. Seit Wochen aber sagt Verbeek: „Solange wir vor dem letzten Spieltag keine vier Punkte aufholen müssen, ist alles noch möglich.“ Bei St. Pauli ginge es zunächst „um den vierten Platz“. Aber auch darum, an Nürnberg „näher heranzukommen. Das geht nur mit einem Sieg.“

Dabei setzt Verbeek auf die gleiche Startelf wie gegen den FSV Frankfurt. Auch Tim Hoogland, der am Donnerstag im Training einen Schlag abbekommen hatte, konnte gestern wieder mittrainieren. Eine Änderung gibt es im Kader: Für den verletzten Jan Simunek (Reizung am Wadenansatz) sitzt David Niepsuj auf der Bank. Wie sein Trainer, spricht auch Stefano Celozzi davon, „dass wir einen Riesenschritt für Platz vier machen können“. Und er schiebt lächelnd nach beim Gang in die Kabine: „Wer weiß, was Nürnberg noch macht....“

Beim 3:4 in Freiburg am letzten Sonntag hat St. Paulis Marc Rzatkowski wegen eines Magen-Darm-Infektes erstmals gefehlt in dieser Saison. Gegen seinen Ex-Klub ist er wieder dabei. Der Mittelfeldspieler, geboren und Profi geworden in Bochum, spielt seine stärkste Saison bisher, es soll Interessenten aus der Bundesliga geben, sein Vertrag läuft bis 2017. Der 26-jährige Linksfuß, seit 2013 in Hamburg, spielt unter Pauli-Coach Ewald Lienen defensiver im zentralen Mittelfeld, als einer von zwei Sechsern. Zugleich ist er torgefährlicher geworden: 7 Tore, 6 Assists. Auch im Hinspiel in Bochum trumpfte er auf, bereitete das 1:0 durch Kalla vor. Simon Terodde traf zum 1:1.

Autor: Ralf Ritter

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