Der Duisburger Zoo hat kein Krakenorakel, dafür aber ein Zebra, das für uns den Ausgang der so wichtigen MSV-Partie gegen 1860 vorhersagen durfte.

Duisburg

Das Zebrakel tippt für Freitag auf den MSV

RS
14. April 2016, 18:59 Uhr
Foto: Stephan Eickershoff

Foto: Stephan Eickershoff

Der Duisburger Zoo hat kein Krakenorakel, dafür aber ein Zebra, das für uns den Ausgang der so wichtigen MSV-Partie gegen 1860 vorhersagen durfte.

Die MSV-Fans fiebern dem großen Abstiegsduell am Freitagabend gegen 1860 München in der heimischen Arena entgegen. Und weil alle wissen wollen, wie das Spiel ausgeht und das mit Vorhersagen ja so eine Sache ist, muss diesbezüglich absolute Fachkompetenz her. Die Duisburger Redaktion ist da auf eine Idee gekommen – vielleicht nicht so ganz ernst gemeint...

Viele werden sich noch an Paul, das Krakenorakel erinnern, das bei der EM 2008, vor allem aber bei der WM 2010 mit seinen richtigen Tipps weltweite Berühmtheit erlangte. Paul kann für das MSV-Spiel nicht befragt werden. Er ist leider längst im Oberhausener Sea-Life-Center verstorben und eben doch nur eine Krake – gewesen. Ein solches Tier verbindet der Duisburger für gewöhnlich nicht mit den hiesigen Zweitliga-Kickern, die schließlich als Zebras bekannt sind.

Und genau deshalb soll das Zebrakel befragt werden – jawoll!

Von positivem Ergebnis überzeugt

Anruf bei Volker Grün, Biologe und Kurator im Zoo sowie MSV-Anhänger. Er ist sofort begeistert und von einem positiven Ergebnis überzeugt. Immerhin sei der Zoo Trikotsponsor in der Hinrunde der Saison 2014/15 gewesen, die mit dem Aufstieg gekrönt wurde. Ein gutes Omen, findet er.

Kurze Abstimmung und schon stehen am Mittwochmorgen drei mit Gras gefüllte Eimer am Rand des Zebrageheges. Einer mit MSV-Logo stellvertretend für einen Heimsieg, einer mit 1860-Emblem für einen Münchener Triumph und ein neutraler – das Spiel könnte ja unentschieden ausgehen. Alle Eimer gleich, wirklich keiner präpariert. Keine Lockstoffe oder Ähnliches. Das erste Zebra aus der zwölfköpfigen Herde, das sich für einen Eimer entscheidet und Gras frisst, so wie die MSV-Kicker hoffentlich gegen 1860 im übertragenen Sinne, ist das Zebrakel.

Das Zebrakel lügt nicht
MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt

MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt macht den Spaß mit, ist extra gekommen, um dem Spektakel beizuwohnen, ebenso wie Volker Grün und einige Passanten, die spontan stehen bleiben.

Die Spannung steigt – allerdings nur kurz. Schon nach wenigen Sekunden bewegt sich die temperamentvolle Zebra-Dame Kilwa, eine Duisburgerin durch und durch, vor zwölf Jahren im Zoo geboren, direkt auf den MSV-Eimer zu – und frisst. Jubel brandet auf. „Das Zebrakel lügt nicht“, entfährt es Peter Mohnhaupt spontan, der Kilwa hervorragenden Fußballsachverstand attestiert und zufrieden feststellt, dass die gesamte Herde auch im weiteren „Spielverlauf“ den 1860-Eimer nicht anrührt.

Fairerweise, sagen jetzt vielleicht einige, hätten doch auch die Löwen, der Name für die Münchener Kicker, befragt werden müssen. Allerdings wird unter den Zebras gemunkelt, dass sie überhaupt nichts zu melden haben...

So lief das mit Paul, der Krake

Krakenorakel Paul bekam vor den jeweiligen Spielen zwei Boxen mit den jeweiligen Nationalflaggen und je einer Miesmuschel in sein Aquarium im Oberhausener Sea-Life-Center. Seine Muschelauswahl galt dann als Vorhersage des späteren Siegers. Bei der Fußball-WM 2010 tippte er alle deutschen Partien und das Finale zwischen Spanien und Niederlande richtig.

Autor: RS

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