Gertjan Verbeek hat seine Kritik an der für ihn schwachen Zuschauerresonanz beim VfL Bochum untermauert und verknüpfte damit sogar seinen Verbleib in Bochum.

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Verbeek hat Kritik an Zuschauerresonanz untermauert

Ralf Ritter
14. April 2016, 15:21 Uhr
Foto: firo

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Gertjan Verbeek hat seine Kritik an der für ihn schwachen Zuschauerresonanz beim VfL Bochum untermauert und verknüpfte damit sogar seinen Verbleib in Bochum.

„Es gibt ständig Ausreden. Das Wetter, der Gegner, kein guter Fußball. Ich bin jetzt anderthalb Jahre hier, aber viele Ausreden gelten nicht mehr“, kritisierte der Trainer des Zweitligisten die VfL-Anhänger, die nicht ins Stadion kommen.

Zuletzt zählte der VfL beim Spiel gegen den FSV Frankfurt 13.300 Fans - mehr kamen gegen Frankfurt allerdings erst einmal in der Vereinsgeschichte. „Das ist enttäuschend“, meckerte Verbeek trotzdem in einer emotionalen, aber sachlich geführten Diskussion auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Der VfL habe ein Umfeld von 500.000 Einwohnern, da seien 13.000 viel zu wenig. „Hier ist was los, es bewegt sich was, wir bieten Spektakel. Aber die Leute kommen nicht. Und wenn der Zug wieder zum Stillstand kommt, geht es wieder in die 2. oder 3. Liga.“ Dies sei, so Verbeek, auch keine Wertschätzung seiner Arbeit, „dann muss ich mir Gedanken machen, ob es eine Zukunft gibt für mich hier.“

Verbeek hatte erst im Februar seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2018 verlängert. Der Coach will unbedingt zurück in die 1. Liga, wo er mal mit Nürnberg war: „Wenn mehr Leute kommen, gibt es auch mehr Einnahmen, und wir können im Sommer mehr investieren“, spielte der Trainer auch auf die wirtschaftliche Bedeutung an.

Im Schnitt kamen zu den 15 Heimspielen des VfL in dieser Saison rund 17.800 Fans und damit etwa 1500 mehr als in der Vorsaison. Damit rangiert der Tabellenvierte in der Zuschauertabelle der 2. Liga aber nur auf Platz zehn. Trainer und Vorstand ist die Steigerung daher viel zu wenig. „Mannschaft und Verein bekommen nicht die Wertschätzung für die Leistung, die hier abgeliefert wird“, erhielt Verbeek Rückendeckung von Sportvorstand Christian Hochstätter. „Wir betteln nicht um mehr Zuschauer, wir wollen sie überzeugen. Im Fußball geht es um Emotionen. Es ist ein Unterschied, ob man vor 14.000 Fans spielt oder 25.000. Mit 14.000 bin ich nicht zufrieden.“

Beide, Verbeek und Hochstätter, bedankten sich ausdrücklich bei denen, die kommen: „Die Stimmung ist super, aber sie könnte noch besser sein, wenn mehr kommen“, sagte Verbeek und stellte die Grundsatzfrage, ob „wirklich ganz Bochum in die 1. Bundesliga aufsteigen will“. Mit 13 oder 14.000 Zuschauern sei dies nicht machbar. „Dafür muss man etwas tun.“

Fünf Spiele vor Schluss ist der VfL Tabellenvierter und kann mit einem Sieg am Samstag beim Tabellenfünften FC St. Pauli diesen Rang festigen. Der Aufstiegszug ist aber wohl abgefahren. Noch offen ist der Einsatz von Tim Hoogland, der im Training am Donnerstag einen Schlag abbekam. Grundsätzlich will Verbeek auf eine unveränderte Startelf und einen unveränderten Kader setzen.

Autor: Ralf Ritter

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