Etwas unwillig stand Pierre-Emile Höjbjerg den Journalisten nach dem 3:1-Sieg in Köln Anfang März Rede und Antwort.

Höjbjerg

In der Heimat ein Star, auf Schalke nur Ersatz

14. April 2016, 09:37 Uhr
Foto: firo

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Etwas unwillig stand Pierre-Emile Höjbjerg den Journalisten nach dem 3:1-Sieg in Köln Anfang März Rede und Antwort.

Schließlich hatte er ja erst eine Woche zuvor Interviews gegeben. Dass er auf einmal so gefragt war, war für den zentralen Mittelfeldspieler ganz ungewohnt. Es war die Zeit eines kleinen Zwischenhochs – sowohl für Höjbjerg als auch für Schalke 04.

Wenn der Bundesligist am Samstag (18.30 Uhr, live bei Sky) in München antritt, dürften Kameras und Mikrofone erneut auf Höjbjerg gerichtet sein, denn er kehrt mit den Königsblauen zu seinem Stammverein zurück. Dass Höjbjerg gegen die Bayern, wo er noch einen Vertrag bis 2018 besitzt, voraussichtlich in der Schalker Startelf stehen wird, liegt jedoch allein daran, dass Leon Goretzka verletzt ausfällt. Höjbjerg, der für eine Million Euro Gebühr vom FCB entliehen wurde, ist ein solider Ersatz, nicht mehr und nicht weniger. Zwar kommt er auf 19 Liga-Einsätze in dieser Saison, spielte aber nur sieben Mal durch.

Auf den Durchbruch in der Bundesliga wartet der 20-Jährige noch. In der Heimat wird längst gerätselt, warum es auf Klubebene nicht so richtig klappen will. „Höjbjerg ist in Dänemark enorm populär. Er ist ein Star und eines der Gesichter der dänischen Nationalmannschaft“, berichtet der dänische Sportjournalist Johan Lyngholm.

Dort gab es für Höjbjerg zuletzt gute Nachrichten: Auch der neue Nationaltrainer Åge Hareide setzt auf ihn. „Höjbjerg spielt in Hareides Planungen eine zentrale Rolle“, sagt Lyngholm. Doch der Nachfolger von Morten Olson fordert Spielzeiten ein. Bei Schalke sind diese überschaubar. Bei einer Rückkehr zu Bayern München am Ende dieser Saison würde Höjbjerg sogar ein Platz auf der Tribüne drohen. Dass der Rechtsfuß einen erneuten Versuch beim Rekordmeister unternimmt, gilt deshalb als ausgeschlossen. Ein weiteres Leihgeschäft, es wäre schon das dritte in drei Jahren, macht sich in der Vita aber auch nicht gut.

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Die spannenden Fragen nach seiner Zukunft beantwortet das Höjbjerg gewöhnlich mit einem Schulterzucken: „Wenn eine Entscheidung da ist, werde ich sie bekanntgeben.“ Dass auf Schalke in Kürze ein neuer Manager und vielleicht auch ein neuer Trainer übernimmt, macht die Planungen für das Talent nicht einfacher. Umso wichtiger ist es für den enorm ehrgeizigen Höjbjerg, seine nächsten Chancen zu nutzen. Beim Spiel in München, so viel ist sicher, würde es jeder sehen.

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