Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) drückt aufs Tempo:

TV-Rechte-Poker der Bundesliga

Elf Fragen und Antworten

Pit Gottschalk
13. April 2016, 07:41 Uhr
Foto: firo

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Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) drückt aufs Tempo:

Noch vor dem EM-Start am 10. Juni möchte Geschäftsführer Christian Seifert die nationalen Fernsehrechte an der Bundesliga für die vier Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 vergeben. Um die Milliardengrenze bei den jährlichen TV-Erlösen zu knacken, hat Seifert die Live-Rechte, wie er sagt, „durch zusätzliche Exklusivität aufgewertet“. Bisher konnten zum Beispiel Urlauber die Bundesliga nicht im Ausland sehen; das wird geändert. Oder beim Live-Ticker im Internet: Rechteinhaber dürfen noch während des Spiels 30-Sekunden-Videos mit Toren einblenden. Nicht alle Änderungen bereiten Freude. Die Bundesliga spielt zum Ärgernis von Fans ab Sommer 2017 gelegentlich am Sonntag um halb zwei und am Montagabend. Wir beantworten die elf wichtigsten Fragen.

Worum geht es bei der Ausschreibung der Bundesliga-Rechte? Das neue Wort, das die Bundesliga vom Bundeskartellamt lernen musste, heißt „Alleinerwerbsverbot“. Soll heißen: Der Pay-TV-Sender Sky darf ab Sommer 2017 nicht mehr alle Erst- und Zweitliga-Spiele exklusiv im Fernsehen und gleichzeitig im Internet zeigen. Die DFL entwickelte mit dem Bundeskartellamt eine Ausschreibung, das die Konkurrenz zu Sky fördert.

Internet wird immer wichtiger. Laufen alle Spiele live im Fernsehen? Ja. Die DFL verkauft acht Rechtepakete, damit alle 612 Spiele der zwei Ligen plus Relegationen und Supercup live übertragen werden. Dafür braucht man ein Abonnement beim künftigen Rechteinhaber für Pay-TV. Nur drei Spiele werden im freien Fernsehen gezeigt. Wie bisher am 1. und 18. Spieltag und neu: am 17. Spieltag.

Gibt es Favoriten auf die Rechte? Ja, noch immer Sky. Aber: Kauft Sky alle Rechte für Satellit- und Kabel-Übertragungen, darf Sky sein Internet-Angebot „SkyGo“ nicht mit Bundesliga-Fußball anbieten. Dann startet eine weitere Ausschreibung für Web und Mobile.

An welchen Tagen kann ich wann Bundesliga schauen? Freitags ein Spiel ab 20.30 Uhr. Samstags vier Spiele ab 15.30 Uhr und ein Spiel ab 18.30 Uhr. Sonntags jeweils ein Spiel ab 15.30 und 18 Uhr. Fünfmal in der Saison gibt es zusätzlich ein Spiel am Sonntag (wahrscheinlich um 13.30 Uhr) und Montag (20.30 Uhr).

Wie viele Abos und wie viele Decoder brauche ich? Es kann sein, dass Sky nicht alle Live-Spiele bekommt, ein zweiter Sender auch Spiele sendet. Dann braucht man zwei Abonnements. Zwei Decoder sind nicht nötig. Es gibt gute Decoder für zwei Karten.

Gibt es noch mehr Bundesliga-Spiele am Montag? Nein. Nur fünf von 306 pro Saison.

Was ist montags mit der 2. Liga? Spielt die Bundesliga an einem Montag, weicht die 2. Liga auf den Samstag davor aus.

Was bedeutet das alles für die Amateurvereine? Für den DFB ist der Anstoß sonntags um halb zwei eine harte Nuss. Ein Grundlagenvertrag schützt die Amateurvereine davor, dass die Profis vor halb vier spielen und ihnen Zuschauer wegnehmen. Hier verhandelt die DFL noch. Seifert: „Wir fühlen uns sechs Millionen Amateurfußballern verpflichtet.“

Wie läuft die Verteilung? Wie viel Geld kriegt jeder Klub mehr? Zuerst müssen die Rechte verkauft werden. Seit 2013 stiegen die Erlöse der deutschen TV-Vermarktung von 560 auf 673 Millionen Euro jährlich. Insgesamt auf 844.

Was wird aus der Sportschau? Und Sportstudio und Doppelpass? Die Rechte an der Nachberichterstattung hat die DFL so abgrenzt, dass die ARD weiterhin ihre Sportschau, das ZDF sein Sportstudio und Sport 1 den Doppelpass mit Bundesliga bestücken könnte.

Reichen die Anbieter ihre Kosten an die Kunden weiter? Kommt drauf an. Sky ist börsennotiert und muss Gewinne machen. Andere Firmen könnten die Bundesliga als Marketing-Maßnahme sehen und verbilligt anbieten. Über die Bieter schweigt die DFL.

Auf Seite 2: Ein Kommentar zu dem Thema von Pit Gottschalk

Autor: Pit Gottschalk

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