Über eine Stunde lang musste er zugucken, dann brachte Mirko Slomka seinen

Schalke: Erst Flaggge vor der Kurve, dann SMS von Petric

Rakitic: Für Traumdebüt fehlte nur ein Sieg

13. August 2007, 09:10 Uhr

Über eine Stunde lang musste er zugucken, dann brachte Mirko Slomka seinen "Joker": Ivan Rakitic. Und der brauchte nur eine Szene, um auf Schalke angekommen zu sein. "Ich bin natürlich überglücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte", strahlte der 19-Jährige nach seinem Bundesliga-Debüt für S04.

[imgbox-left]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_2909-2946.jpeg Erfolgreiches Debüt: Ivan Rakitic. (Foto: firo)[/imgbox]Das war zwar kürzer ausgefallen, als er sich erhofft hatte und nicht mit einem Sieg für sein neues Team geendet. Doch mit dem coolen Tor zum 2:2 konnte Rakitic nach durchwachsenen Leistungen in der Vorbereitung und dem darauffolgenden Platz auf der Bank erstmals andeuten, warum er als Supertalent gilt. Fernando Meira wird sich nach dem Abpfiff gefragt haben, woher der Neuling die Frechheit nahm, ihn in der 76. Minute so vorzuführen. "Ich habe in dem Moment nicht groß überlegt, was ich machen soll, sondern wohl instinktiv richtig gehandelt. Im Spiel geht alles so schnell, da hast du keine Zeit darüber nachzudenken", schilderte Rakitic die Szene.

Und so wurde nicht nur Mesut Özil, der ihm den Platz in der ersten Elf weggeschnappt hatte, ein Gewinner des Abends, sondern auch er. Während sein gleichaltriger Konkurrent nach guter Vorstellung Mirko Slomkas missglücktem Sicherheitsdenken weichen musste, hat Rakitic dem Coach mit seinem eiskalten Treffer ein genau so stichhaltiges Argument für einen Platz in der Anfangsformation gegen Dortmund geliefert. "Mesut ist mein Freund, aber natürlich will jeder Fußballer immer spielen. Das ist bei mir genau so. Ich werde in der nächste Woche Vollgas geben, dann sagt der Trainer, wer dabei ist. Wie am Freitag werde ich jede Entscheidung akzeptieren", bleibt der Neuzugang aus Basel diplomatisch.

Klar würde er gerne gegen den ehemaligen Ziehvater Mladen Petric zeigen, dass sich er und nicht sein Landsmann den richtigen Verein ausgesucht hat. "Mladen hat mir gleich nach dem Abpfiff eine SMS mit 'Herzlichen Glückwunsch' geschickt. Ich hoffe, dass kann er mir nächsten Samstag auch direkt sagen", lacht Rakitic einem Derbysieg entgegen. Und auch dann würde er gerne wieder in die Schalker Fankurve laufen und seine nackte Schulter in den kroatischen Nationalfarben schmücken. Geplant war die Aktion vor den S04-Anhängern im Stuttgarter Stadion nicht. "Die Flagge hing da über dem Zaun, das war eine sehr nette Geste von unseren Fans. Da habe ich mir sie geschnappt und mit den Leuten gefeiert", hat Rakitic Lust auf mehr.

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