Nicht euphorisch, aber zufrieden – genau wie dem Gros der Königsblauen ging es auch Klaas-Jan Huntelaar nach dem 2:2 im Revierderby gegen den BVB.

Derby

Huntelaar und die Schalker Polonaise

11. April 2016, 02:07 Uhr
Foto: firo

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Nicht euphorisch, aber zufrieden – genau wie dem Gros der Königsblauen ging es auch Klaas-Jan Huntelaar nach dem 2:2 im Revierderby gegen den BVB.

„Am Ende ist das Unentschieden ein gutes Ergebnis für uns. Wir haben Moral gezeigt, das war wichtig. Ich tanze hier jetzt aber auch keine Polonaise“, sagte Schalkes Starstürmer nach dem Remis gegen den Erzrivalen.

Sein Sportvorstand Horst Heldt hatte es zuvor schon angekündigt: Auf einen Typen wie Klaas-Jan Huntelaar könnte es im Derby ankommen. Heldts Riecher war der richtige. Nach insgesamt vier Spielen, in denen der Niederländer bei S04 und in der Nationalmannschaft nicht in der Startelf stand, durfte Huntelaar am Sonntag endlich wieder beginnen. Prompt lieferte er: Den Strafstoß vor dem 2:2 holte er selbst heraus, ziemlich cool verwandelte er dann auch zum Endstand. Doch Huntelaar wollte mehr. „Beim ersten Strafstoß muss man fragen, ob es nicht eine Rote Karte ist und keine Gelbe. Ich hätte freie Schussbahn gehabt“, meinte er mit Blick auf die 65. Minute. Und nur Sekunden später kam er erneut zu Fall, doch die Pfeife von Felix Zwayer blieb stumm. „Vielleicht lag es am Blickwinkel“, mutmaßte Huntelaar nach der aus seiner Sicht falschen Entscheidung.

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Vor einigen Wochen hätte man noch darauf wetten können, dass Schalke den Elfmeter verschossen hätte. Solche Gedanken gibt es bei Huntelaar aber nicht mehr, die Sicherheit vom Punkt ist zurück. "Selbstverständlich“ sei er angetreten, berichtete Huntelaar und erzählte, dass er BVB-Torwart Roman Bürki ausgeguckt hätte: „Er war sehr früh unterwegs.“ So sei es ein Leichtes gewesen, zu verwandeln. „Da hat er Verantwortung bewiesen“, nickte Heldt zufrieden und lobte den Rechtsfuß für seinen Einsatz.

Dem Manager wird nicht selten vorgeworfen, dass es ein Fehler war, den Vertrag mit dem auch damals schon etwas reiferen Huntelaar im Dezember 2014 noch einmal um zwei Jahre bis 2017 zu verlängern. Kein Wunder, dass der scheidende Vorstand seinen teuren Torjäger nun streichelt. „Er ist vorneweg marschiert“, meinte Heldt.

Bezeichnenderweise fand auch Heldt, dass Dortmunds Sokratis für das Foul vor dem Elfmeter hätte Rot sehen müssen – und den vermeintlichen zweiten Elfer hätte er natürlich gegeben. „Vielleicht war das einfach zu kurz nach der ersten Szene“, rätselte Heldt mit einem Schmunzeln.

Die Rolle des Derby-Helden blieb Huntelaar also verwehrt. Kann man denn immerhin sagen, dass er wieder da ist? „Ja, kann man sagen“, sagte Huntelaar lachend – äußerte sich bei den etwas heikleren Fragen nach seiner Befindlichkeit aber diplomatisch. Besonders angestachelt habe ihn die unfreiwillige Denkpause nicht: „Ich bin in jedem Spiel motiviert, erst recht im Derby. Gerade ein Stürmer muss ein Typ sein, der immer motiviert ist.“ Ein „bisschen ungewöhnlich“ sei es jedoch schon gewesen, draußen sitzen zu müssen.

Aber was gegen Dortmund gut funktionierte, dürfte von Trainer André Breitenreiter gegen die Bayern nicht geändert werden. Dort gibt es dann vielleicht auch die königsblaue Polonaise zu sehen. Falls es mit einem Überraschungscoup klappt, mit dem freilich keiner rechnet.

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