Der Auswärtsfluch war bei Borussia Mönchengladbach schon wieder unsichtbarer zwölfter Mann.

M'gladbach

Die Stimmen zur Niederlage beim FCI

Michael Ryberg
09. April 2016, 20:52 Uhr

Der Auswärtsfluch war bei Borussia Mönchengladbach schon wieder unsichtbarer zwölfter Mann.

Zum neunten Mal in Serie. Im Vergleich mit den starken Auftritten in Wolfsburg und auf Schalke (jeweils unglücklich 1:2 verloren) war allerdingsb die 0:1 (0:0)-Niederlage beim FC Ingolstadt am Samstagnachmittag in die Kategorie “verdient” einzuordnen. Das sah auch Borussia-Trainer André Schubert nach dem späten Gegentreffer von Moritz Hartmann in der 88. Spielminute so. “Wir haben zu viel kreuz, quer und kompliziert gespielt, letztlich auch in den Zweikämpfen nicht so gut ausgesehen. Deshalb geht der Sieg für Ingolstadt in Ordnung”, resümierte der Cheftrainer. In der zähen Partie besaß der Fußball-Bundesliga-Neuling, der wie beim 0:0 im Hinspiel Borussias Spielqualität mit einer Eins-gegen-eins-Gangart fast über den kompletten Spielrasen hinweg erdrückt hatte, auch ein klares Chancenplus.

Die Partie hätte einen anderen Verlauf genommen, wäre André Hahns Solo noch einem weiten Musterzuspiel von Granit Xhaka nach nur acht Minuten ins Ziel gegangen. Hahn zögerte jedoch den Moment zu lang und wurde noch von Innenverteidiger Benjamin Hübner fair ausgebremst. “Ich habe mir die entscheidende Sekunde zu lange Zeit gelassen, da muss ich mir an die eigene Nase fassen”, kritisierte sich der Angreifer nach dem Spiel selbst. In der Nachspielzeit hatte Hahn auch noch die zweite Großchance der Borussia. Den Kopfball aus sechs Metern Distanz wuchtete Ingolstadts Keeper Ramazan Özcan allerdings per Glanzparade über die Querlatte. “Die Niederlage ist sicher bitter. Wir müssen aber die Köpfe hoch halten. Noch ist im Rennen um einen europäischen Startplatz nichts verloren”, betonte Hahn.

Sportdirektor Max Eberl ärgerte sich nicht allein, griff aber verbal deutlich in die Schatztruhe. Mit einem zynischen Unterton garniert: “Es ist zum kotzen, wieder ohne etwas Zählbares in der Hand nach Hause zu müssen. Ich würde mich tierisch freuen, wenn wir am Freitag in Hannover mal ein Schweinespiel hinlegen und dann 1:0 gewinnen würden.”

Dann wird Granit Xhaka wegen seiner fünften Gelben Karte fehlen. Chefcoach Schubert hatte seinen Kapitän in Ingolstadt in der Halbzeit aus dem Spiel genommen. Vorsichtshalber. Nach der Gelben Karte wegen eines leichten Ellenbogeneinsatzes im Luftzweikampf mit FCI-Angreifer Dario Lezcano (29. Min.) lief der Schweizer offenbar Gefahr, wie im Hinspiel einen Feldverweis zu kassieren. Auch wenn das Treffen im Audi-Sportpark weit weg von der aggressiven Gangart des Hinspiels war. Bei der Nullnummer am 7. November hatte es acht Verwarnungen gegeben, Granit Xhaka kassierte wenige Minuten vor Schluss wegen eines Kung-Fu-Tritts aus Frust seinen zweiten von drei Platzverweisen in der Hinrunde.

“Der Halbzeittausch mit Tony Jantschke war eine Vorsichtsmaßnahme. Natürlich fehlt uns Granit dann nach der Pause auf dem Feld. Ich habe mich über die nötige Auswechslung genauso geärgert wie er selbst”, gab Trainer Schubert später zu Protokoll.

Autor: Michael Ryberg

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