Bis auf Roman Weidenfeller enttäuschten die meisten der BVB-Spieler im Duell gegen den FC Liverpool und Ex-Trainer Jürgen Klopp.

BVB-Noten

Starker Weidenfeller, glanzloser "Auba"

Sebastian Weßling
07. April 2016, 23:16 Uhr
Foto: firo

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Bis auf Roman Weidenfeller enttäuschten die meisten der BVB-Spieler im Duell gegen den FC Liverpool und Ex-Trainer Jürgen Klopp.

Die Einzelkritik im Überblick:

Roman Weidenfeller (1): Dass diese Partie nicht verloren ging, hatte der BVB vor allem seinem Torhüter zu verdanken. In der Bundesliga nur Ersatz bewies er mit mehreren herausragenden Paraden, dass er auch mit 35 noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Auch fußballerisch hat er sich deutlich verbessert. Ein ganz starker Auftritt.

Lukasz Piszczek (4-): Der rechte Part der Dortmunder Dreierkette ging sehr nachlässig mit dem eigenen Ballbesitz um, war zu oft schlampig und ungenau. Und auch defensiv erlaubte er sich Nachlässigkeiten, beim Gegentor sah er gar nicht gut aus – nicht nur, weil er den Ball unglücklich abfälschte. (37.).

Sven Bender (4-): Anfangs erstaunlich unbeeindruckt vom Liverpooler Pressing. Dann machte auch er beim 0:1 keine gute Figur – und prompt flatterten die Nerven. Ganz schlechtes Stellungsspiel vor Origis Großchance in der Nachspielzeit. In der zweiten Halbzeit verbessert, aber immer noch mit einiger Luft nach oben.

Mats Hummels (2-): Auch der Kapitän konnte das 0:1 nicht verhindern, weil er bei Milners Kopfballverlängerung zu spät kam (37.). Vor dem Gegentor mit starken Pässen und Vorstößen, danach erst einmal genauso verunsichert wie die Mitspieler. Köpfte dann Mkhitaryans Flanke wuchtig ein (48.) – nur um kurz darauf am eigenen Strafraum gegen Origi ins Leere zu grätschen. Fing sich dann aber und überzeugte vor allem in der Spieleröffnung mit guten Pässen.

Marcel Schmelzer (4): Weil Liverpool die Flügel effektiv abriegelte, konnte er sich kaum einmal in Szene setzen. Nennenswerte Ausnahme vor der Pause: seine Vorarbeit für Mkhitaryan, der jedoch geblockt wurde (17.). Offensiv kein Faktor und defensiv nicht immer sicher – aber ohne grobe Schnitzer..

Erik Durm (4-): Auf dem rechten Flügel unterliefen ihm viel zu viele technische Fehler, was das BVB-Offensivspiel immer wieder ausbremste. Versuchte es zu oft mit dem Kopf durch die Abwehrwand und blieb immer wieder hängen. Musste nach der Pause in der Kabine bleiben.

Julian Weigl (3-): Auf ihn sollte es besonders ankommen. Weil Liverpool die Abwehrspieler aggressiv anlief, musste er sich für deren Pässe anbieten und dann die Bälle weiterverteilen. Das gelang anfangs richtig gut, mit einem traumhaften langen Ball auf Schmelzer hätte er fast das 1:0 eingeleitet (17.). Mit zunehmender Spieldauer aber stellte sich Liverpool immer besser auf ihn ein – zudem ließ er immer wieder zu große Lücken im Mittelfeld zu.

Gonzalo Castro (3-): Solide Leistung im Mittelfeld. Spielte weitgehend fehlerfrei, aber auch ohne die ganz großen Ideen.

Henrikh Mkhitaryan (3-): Wirkte etwas übermotiviert – ob es an Klopp lag? Verschaffte sich mit gutem Positionsspiel immer wieder Raum zwischen den Liverpooler Linien, kam so oft an den Ball – machte daraus aber meist zu wenig. Ganz stark allerdings sein Steilpass auf Aubameyang in der Nachspielzeit der ersten Hälfte und seine Flanke auf Hummels, die das 1:1 brachte (48.).

Pierre-Emerick Aubameyang (5): Dass der Torjäger ausgewechselt wird, wenn die Partie noch nicht entschieden ist, kommt eigentlich nie vor. Dieses Mal aber war es eine angemessene Mapnahme. Aubameyang kam kaum zur Geltung, sein gefährlichster Versuch wurde in der Nachspielzeit der ersten Hälfte geblockt – und er machte gleich mehrere sehr aussichtsreiche Situationen durch schlampige Pässe zunichte.

Marco Reus (5): Vom Nationalspieler kam viel zu wenig. In Durchgang eins war er kaum zu sehen, vergab dann kurz vor der Pause aus kurzer Distanz den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit wesentlich bemühter – aber bis auf einen direkten Freistoß, der mühelos gehalten wurde, ohne gefährliche Szene.

Nuri Sahin (3-): Kam für Durm. Übernahm gleich das Kommando, dirigierte seine Nebenleute und mühte sich um Spielkontrolle – was aber nur in Ansätzen gelang. Note 3,5

Autor: Sebastian Weßling

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