Marco Höger trägt auf Schalke einen besonderen Namen, und das kam so: Am 20. Oktober 2012 machte der Mittelfeldspieler sein wohl bestes Spiel in fünf Jahren für Schalke.

Für Sonntag reicht es nicht

Höger war 2012 Schalkes Derby-Held

Manfred Hendriock
07. April 2016, 09:20 Uhr
Foto: firo

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Marco Höger trägt auf Schalke einen besonderen Namen, und das kam so: Am 20. Oktober 2012 machte der Mittelfeldspieler sein wohl bestes Spiel in fünf Jahren für Schalke.

Er war überall auf dem Platz zu finden, spielte sich geradezu in einen Rausch und schoss in der 48. Minute auch noch ein prächtiges Tor. Das Spiel fand in Dortmund statt, Schalke gewann mit 2:1, und seither trägt Marco Höger auf Schalke schlicht und einfach den Namen „Derby-Höger“. Ein Ritterschlag, den ihn die Fans verpasst haben.

Vor Högers Wohnung legten Schalke-Fans Zeichen der Huldigung nieder
Was sich nach dem Spiel abspielte, weiß der 26-Jährige noch heute ganz genau: Eigentlich hatte er sich mit seiner Freundin auf einen schönen Abend zu Hause eingestellt, doch als er vor seiner Wohnung in Buer ankam, hatten siegestrunkene Schalker Fans bereits Zeichen der Huldigung dort niedergelegt: Vor seiner Haustür fand er Weinflaschen und sogar bezahlte und ausgefüllte Lottoscheine. Auch wenn bei der Ziehung dann doch kein Gewinn dabei herauskam, so war dieser 20. Oktober 2012 im Fußballer-Leben des gebürtigen Kölners doch wie ein Hauptgewinn. „Das emotionalste Erlebnis auf Schalke“, sagt Marco Höger, „das für mich in Erinnerung bleibt.“

Ein klein wenig hört sich das schon nach Rückschau an: Im Sommer wechselt der Mittelfeldspieler für eine Ablösesumme von 1,3 Millionen Euro auf eigenen Wunsch in seine Heimatstadt nach Köln, wo er beim FC einen satten Fünf-Jahres-Vertrag erhalten hat. Ein Derby auf Schalke ist dem „Derby-Höger“ nicht mehr vergönnt, denn das Duell am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) in der Arena gegen Borussia Dortmund kommt für ihn nach seinem Kreuzbandriss noch um ein, zwei Wochen zu früh – leider.

Es sind nur noch Kleinigkeiten, die ihn von der Rückkehr in den Wettkampf abhalten – „die fußballspezifischen Sachen, die kleinen Bewegungen, an die sich das Knie nach sechs Monaten wieder gewöhnen muss“, die würden noch fehlen, beschreibt Höger. Die grundsätzliche Fitness ist aber wieder da, das Vertrauen in den Körper kehrt auch zurück. Höger, das kennt er von seinem ersten Kreuzbandriss vor zwei Jahren, braucht im Training ein Schlüsselerlebnis – eine Art Crash-Kurs mit dem Ergebnis, dass das Knie hält. Ein paar Mal hat er es schon versucht, wieder voll dazwischen zu grätschen, bis jetzt ist alles gut gegangen.

Am Sonntag liefert Höger den Schalke-Kollegen moralischen Beistand
Deswegen ist er sich sicher, dass er sich in dieser Saison auch noch auf dem Platz von den Schalker Fans verabschieden kann, ehe es nach Köln geht. Dann mit einem anderen Derby: „Schalke gegen Dortmund ist deutschlandweit sicher das größte Derby“, sagt der Experte, „aber wenn man aus Köln kommt, dann weiß man, dass das Derby gegen Gladbach für die Fans dort nicht weniger brisant ist.“

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Am Sonntag kann er nur den moralischen Beistand für die Kollegen liefern – mit dem Wissen, wie man an Weinflaschen und Lottoscheine herankommt, wenn man zum Derby-Helden wird: „In diesem Spiel geht es nur mit vollem Einsatz. Und man muss den Willen zeigen, Dortmund aus der Arena zu schießen.“

Leichter gesagt, als getan. Aber Marco Höger ist sicher, dass Schalke das kann: „In einem Derby ist man zu allem in der Lage.“

Autor: Manfred Hendriock

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