Christian Heidel ist für überraschende Entscheidungen bekannt, auf Schalke hat er sich aber noch nicht positioniert. Es gibt Gerüchte um Markus Weinzierl.

Christian Heidel

S04-Gerüchte um Markus Weinzierl

Manfred Hendriock
05. April 2016, 07:07 Uhr
Foto: firo

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Christian Heidel ist für überraschende Entscheidungen bekannt, auf Schalke hat er sich aber noch nicht positioniert. Es gibt Gerüchte um Markus Weinzierl.

Wenn Christian Heidel sich im Moment über Schalke äußert, dann muss er das sehr oberflächlich tun – er ist ja schließlich noch nicht offiziell bei seinem neuen Klub in der Verantwortung und bis zum Ende der Saison noch bei Mainz 05 unter Vertrag.

Selbst die, nun ja, pikante Konstellation, dass Mainz 05 am Ende der Saison vor Schalke landen und den Königsblauen einen Champions-League-Platz wegschnappen könnte, kommentierte Heidel am Wochenende im Sky-Interview lakonisch: „Es darf mich doch nicht interessieren, ob Mainz Schalke überholt, oder umgekehrt. Das spielt für meine Arbeit hier überhaupt keine Rolle.“ Für seine Arbeit in Mainz sicher nicht mehr – für seinen künftigen Job als Manager auf Schalke aber sehr wohl.

Denn es macht natürlich einen großen Unterschied, ob Heidel mit den Einnahmen aus der Champions League planen kann oder mit denen aus der Europa League – oder ob Schalke sogar ganz leer ausgeht. Und auch André Breitenreiter würde, zumindest auf den ersten Blick, ein ganz anderes Standing genießen: Je nachdem, mit welchem Ergebnis der Trainer sein erstes Jahr auf Schalke abschließt.

Christian Heidel gilt in Mainz als Trainer-Entdecker. Am Rosenmontag 2001 machte er den bis dahin bestenfalls als mittelmäßiger Zweitliga-Abwehrspieler in Erscheinung getretenen Jürgen Klopp zum Cheftrainer – und hatte damit sieben Jahre großen Erfolg. Im Sommer 2009 überraschte er ein zweites Mal und beförderte den völlig unbekannten A-Jugend-Trainer Thomas Tuchel zum Chef. Und auch der aktuelle Mainzer Trainer Martin Schmidt wird bereits als große Heidel-Entdeckung gepriesen, ist allerdings auch erst seit knapp 14 Monaten im Amt.

Es hängt nicht nur vom Erfolg und dem Tabellenplatz ab

Dazwischen hatte Heidel freilich auch Fehlgriffe wie den Dänen Kasper Hjulmand, von dem sich Mainz in der Saison 2014/15 nach nur acht Monaten wieder trennte. Und Jörn Andersen entließ er im August 2009 nur wenige Tage vor dem Saisonstart, obwohl der frühere Bundesliga-Torschützenkönig den Aufstieg von der zweiten in die erste Liga geschafft hatte.

Man sieht: Christian Heidel macht seine Wahl nicht nur von Erfolg und Tabellenplatz abhängig – er ging mit Jürgen Klopp 2007 sogar zurück in die Zweite Liga.

Was das für Schalke heißt? Erst einmal wenig. André Breitenreiter besitzt noch einen Vertrag bis zum Sommer 2017, nach dem gegenwärtigen Stand ist der frühere Paderborner auch in der kommenden Saison Schalkes Chef-Trainer. Heidel hat sich, wie die WAZ bereits berichtet hat, auch schon mit Breitenreiter zum Gedankenaustausch getroffen. Die Inhalte des Gesprächs bleiben geheim. Es darf jedoch als sicher angesehen werden, dass Breitenreiter detailliert seine Eindrücke von der Schalker Mannschaft geschildert und diese mit Heidel diskutiert hat. Mehr muss man dazu in diesem Moment auch nicht sagen. Da Heidel sich über Schalke erst nach seinem offiziellen Dienstantritt konkret äußern will, ist es nur logisch, dass er sich auch in der Trainerfrage noch nicht öffentlich positioniert hat.

Breitenreiter war vor einem Jahr einer von zwei Kandidaten, mit denen sich Schalke als Di-Matteo-Nachfolger beschäftigt hat – der andere war Markus Weinzierl, der aber den FC Augsburg zum damaligen Zeitpunkt nicht verlassen wollte. Nun halten sich Spekulationen, dass Weinzierl in diesem Sommer eine neue Herausforderung suchen könnte – er war bei RB Leipzig im Gespräch, doch dieser Wechsel ist seit dem Wochenende vom Tisch. Dafür wird der Augsburger nun wieder mit Schalke in Verbindung gebracht, weil ihn die Königsblauen ja schon einmal haben wollten.

Heidel (52) ist für überraschende Trainer-Entscheidungen bekannt. Ob er für Schalke aber überhaupt einen neuen Trainer „entdecken“ muss, steht derzeit noch nicht fest.

Autor: Manfred Hendriock

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