Die Enttäuschung war groß bei den Duisburgern nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim. Wir sprachen mit Sportdirektor Ivo Grlic.

MSV Duisburg

Grlic: "Die Niederlage sitzt tief"

aufgezeichnet von Kristina Jäger
02. April 2016, 12:00 Uhr
Foto: firo

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Die Enttäuschung war groß bei den Duisburgern nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim. Wir sprachen mit Sportdirektor Ivo Grlic.

Viel hatten sich die Duisburger nach vier ungeschlagenen Spielen in Folge gegen den 1. FC Heidenheim vorgenommen. Den Abstiegskampf wollte der Tabellenletzte noch einmal spannend machen. Den Eindruck vermittelten die Spieler auch auf dem Feld. Von Minute zu Minute ließ die Nervosität der "Zebras" nach, sie waren sogar die präsentere Mannschaft auf dem Feld. Nach 90 Minuten standen sie aber mal wieder mit leeren Händen da.

Ivo Grlic, wie groß ist die Enttäuschung nach dieser Niederlage?
Die Enttäuschung ist bei allen sehr groß. Wir hatten uns viel vorgenommen, haben alles in die Waagschale geworfen und wollten das Spiel mit aller Macht gewinnen. In der ersten Halbzeit haben wir, wie ich finde, auch ein gutes Spiel gemacht.

Und trotzdem hat der Gegner das Tor gemacht...
Ja. Es war zwar Freitag, aber das war ein richtiger Sonntagsschuss. Aber so ist das. Wir kassieren solche Tore im Moment nun mal. Und auf der anderen Seite fehlt uns das Glück. Stanislav Iljutcenko köpft genau auf den Torwart und Kevin Wolze schießt aus kurzer Distanz am Tor vorbei.

Die Fans waren nach dem Spiel aufgebracht, wollten mit der Mannschaft sprechen. Sie kennen die Situation, wie schwer fällt dieser Gang an den Zaun?
Der Gang ist immer schwer, aber er gehört dazu. Sich feiern zu lassen, wenn es gut läuft, ist immer einfach. Aber es gehört auch Stärke dazu, sich in so einer Situation zu stellen. Ich kann die Reaktionen verstehen und wir müssen dann auch mit den Fans reden. Natürlich fallen da auch mal Worte, die sich so vielleicht nicht gehören und unter die Gürtellinie gehen. Aber ich will auf keinen Fall jedes Wort auf die Goldwaage legen. Nein. Das sind Emotionen und die sind in so einem Moment absolut nachzuvollziehen.

Wie groß ist Ihre Hoffnung nach dieser Niederlage noch, dass der Klassenerhalt gepackt wird?
So lange rechnerisch etwas möglich ist, glaube ich daran. Allerdings bringt es uns auch nichts, immer nur Durchhalteparolen zu äußern. Die Enttäuschung ist im Moment groß. Ich muss gestehen, mir fällt es gerade etwas schwer, über die Zukunft zu sprechen. Die Niederlage sitzt tief.

Haben Sie Angst, dass das Spiel die Mannschaft jetzt zurückwerfen könnte und sie im Abstiegskampf auseinanderfällt?
Nein, überhaupt nicht. Die Jungs haben nach dem Spiel gezeigt, als sie als Einheit zu den Fans gegangen sind, dass sie eine Mannschaft sind. Ich bin sicher, dass sie bis zum Ende alles geben werden. Manche haben noch einen Vertrag bei uns und wollen sich zeigen, andere vielleicht auch für andere Verein interessant machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jetzt alles so langsam ausplätschert. Dafür sind alle Sportler genug und werden noch einmal alles geben.

Autor: aufgezeichnet von Kristina Jäger

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