Nur mit einem Sieg gegen den 1.?FC Heidenheim kann der MSV Duisburg 1860 München unter Druck setzen. Ilia Gruev überlegt, ob er Angreifer Victor Obinna in die Startelf beordert.

MSV Duisburg

Mit Glück und Durchschlagskraft zum Dreier

Thomas Tartemann
01. April 2016, 08:17 Uhr
Foto: firo

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Nur mit einem Sieg gegen den 1.?FC Heidenheim kann der MSV Duisburg 1860 München unter Druck setzen. Ilia Gruev überlegt, ob er Angreifer Victor Obinna in die Startelf beordert.

Frank Schmidt hasst Niederlagen. Das gilt für den Trainer des 1. FC Heidenheim sowohl bei Gesellschaftsspielen mit Familienmitgliedern als auch auf dem Fußballplatz. Und so verbietet sich der Gedanke, dass der Heidenheimer Coach beim Zweitligaduell in Duisburg (Freitag, 18.30 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) mit seinen Jungs vielleicht den Schongang einlegen könnte, schon von selbst. „Zu unserer Philosophie gehört eine ausgeprägte Siegermentalität. Die Spieler wissen: Um eine Zukunft im Verein zu haben, ist es immer wichtig zu zeigen, dass man gewinnen will“, erklärte der als Motivator hoch angesehene Schmidt mit gewohnt scharfem Blick.

Wir treffen auf einen Gegner, bei dem wir schnell merken werden, dass es um die pure Existenz geht
Frank Schmidt, Trainer 1. FC Heidenheim

Der Tabellensechste stellt sich im Ruhrpott auf harte Maloche ein. Schmidt: „Wir werden auf einen Gegner treffen, bei dem wir schnell merken werden, dass es um die pure Existenz geht. Sie müssen fast gegen uns gewinnen.“ Schmidt hat beim Tabellenletzten MSV durchaus Qualität ausgemacht und kommt dadurch zu der Feststellung: „So klar, wie das Tabellenbild ist, so einfach wird es für uns nicht werden.“ Schmidt weiß, wovon er spricht. Als er mit seinem Team am 20. Juli 2013 letztmals in der Schauinslandreisen-Arena auflief, ging es noch um Drittligapunkte. Der MSV, gerade vom Zwangsabstieg gebeutelt und nur mit einem wenig trainierten Minikader ausgestattet, hielt sich als krasser Außenseiter gegen die hochgewetteten Heidenheimer klasse, verlor aber in der Endphase 0:1. Über 18.000 Zuschauer schickten die ausgepumpten Zebras mit minutenlangem Applaus in die Kabine.

Jetzt sind die Vorzeichen ähnlich. Heidenheim reist erneut in der Favoritenrolle an, der Druck für den MSV ist allerdings ungleich höher als seinerzeit beim allerersten Saisonspiel, wo das Motto „nichts zu verlieren“ zur Anwendung kam. Nur durch einen Dreier kann es das Schlusslicht schaffen, den Drittletzten 1860 München unter Druck zu setzen. Mit Unentschieden kommen die Duisburger nicht vom Fleck. „Wir stehen von Beginn an unten und haben schon oft gezeigt, dass wir mit extremen Drucksituationen klarkommen“, ist Trainer Ilia Gruev von seiner Gefolgschaft überzeugt. Dem Ex-Nationalspieler gefällt, „dass wir stabiler geworden sind und besser verteidigen“, aber er weiß auch: „Für Siege brauchst du Glück und Durchschlagskraft. Und wir müssen jetzt Dreier einfahren.“

Albutat steht für Holland bereit

Die personelle Situation hat sich zum Teil entspannt. [person=3540]Kevin Wolze[/person] und [person_box=26655]Rolf Feltscher[/person_box], die beide beim 0:0 in Paderborn Gelbsperren absitzen mussten, kehren in die Startelf zurück. Wolze wird nach den letzten Eindrücken aber wohl eher die offensivere Rolle im linken Mittelfeld zuteil, was Dan-Patrick Poggenberg erneute Starterlaubnis als linker Verteidiger bringen würde. James Holland schleppt nach wie vor Oberschenkelprobleme mit sich herum. Für ihn steht Tim Albutat auf der Sechser-Position neben Baris Özbek bereit.

Und vorne? Gruev: „Die Ausrichtung mit zwei Spitzen hat gut funktioniert. Wir haben so zwei Anspielstationen, die richtig gut gegen den Ball arbeiten, wie wir das zum Beispiel in Braunschweig gemacht haben.“ Seinerzeit hießen die Spitzen Stanislav Iljutcenko und Tomané – diese Option schwebt dem Kaderchef auch für den Abend vor. Damit hätte Gruev seinen Nigeria-Star Victor Obinna erneut als Trumpfkarte in der Hinterhand. Obinna hat nach seiner Knieverletzung zwar Fortschritte gemacht, aber für 90 Minuten reicht es beim ehemaligen West-Ham-Wirbelwind noch nicht. „Wenn Victor das Signal gibt, dass er mehr als 45 Minuten spielen kann, könnte er ein Thema für die Anfangself sein. Aber wichtig ist, dass wir ehrlich miteinander umgehen“, so Gruev. Im Laufe des Freitags wird der Coach mit seinem Hoffnungsträger noch einmal in Klausur gehen und dann entscheiden, welche Obi-Einbaumaßnahme zur Anwendung kommt.

Autor: Thomas Tartemann

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