Schalkes Trainer André Breitenreiter rechnet in dieser Bundesliga-Saison kaum noch mit dem Einsatz seines seit Januar verletzten Kapitäns Benedikt Höwedes.

Schalke

Höwedes muss um die EM bangen

Manfred Hendriock
31. März 2016, 05:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Schalkes Trainer André Breitenreiter rechnet in dieser Bundesliga-Saison kaum noch mit dem Einsatz seines seit Januar verletzten Kapitäns Benedikt Höwedes.

Im Interview mit dieser Zeitung sagte er: „Höwedes steigt nächste Woche zunächst einmal ins Balltraining ein, und dann sind es nur noch sechs Spiele.” Es werde seine Zeit brauchen, bis der 28-Jährige nach seiner langen Verletzungspause dann wieder bereit für die Bundesliga sei. „Einsätze in dieser Saison traue ich eher [person=28099]Matija Nastasic[/person] und [person=2669]Marco Höger[/person] zu, weil sie ja jetzt schon in Teilbereichen wieder mit der Mannschaft trainieren”, erklärte Breitenreiter.

Damit droht Höwedes die Zeit vor der Europameisterschaft wegzulaufen – für den deutschen EM-Kader kann er sich kaum noch mit Einsätzen im Verein empfehlen. Bundestrainer Joachim Löw müsste den Abwehrspieler ohne Spielpraxis mit in die EM-Vorbereitung nehmen – ein ähnliches Problem wie bei Bastian Schweinsteiger.

Schalke-Kapitän Höwedes war vor zwei Jahren beim deutschen WM-Triumph Stammspieler, er absolvierte alle sieben Spiele über 90 Minuten. Damals war er im Vorfeld ebenfalls lange verletzt und feierte erst am letzten Bundesliga-Spieltag als Einwechselspieler sein Comeback. Auch diesmal will Breitenreiter den Abwehrspieler noch nicht ganz abschreiben. Ob Höwedes bis zur EM fit werde, müssten „die kommenden Wochen zeigen”.

Höwedes steigt nächste Woche zunächst einmal ins Balltraining ein, und dann sind es nur noch sechs Spiele
Andre Breitenreiter

Höwedes hatte sich im Trainingslager im Januar einen Muskelfaserriss und eine Schädigung der Bizeps-Sehne im Oberschenkel zugezogen. Als möglicher Comeback-Termin wurde das Derby am 10. April gegen Dortmund ins Auge gefasst – das ist nun hinfällig. Breitenreiter erklärte in dem Interview mit dieser Zeitung zudem, dass er sich jetzt das erste Mal mit dem künftigen Schalke-Manager Christian Heidel getroffen hat, um die Zukunft zu planen. Konkrete Inhalte wollte er zwar nicht preisgeben. Breitenreiter sagte aber, sein erstes Jahr auf Schalke sei auch aufschlussreich gewesen, „was die Zusammenstellung der Mannschaft angeht“. Bei möglichen Umstrukturierungen sei klar: „Wenn es um eine Weiterentwicklung geht, kann man nicht immer nur populäre Entscheidungen treffen.“ In diesem Zusammenhang stelle sich aber „aktuell“ nicht die Frage nach Klaas-Jan Huntelaar, um den es Spekulationen gibt: Der Torjäger sei für ihn ein ganz wichtiger Spieler, und das werde sich auch nicht ändern.

Interne Lösung für Matip

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den zum FC Liverpool wechselnden [person=1653]Joel Matip[/person] ist es gut möglich, dass Schalke auf eine interne Lösung setzt: Den Serben Nastasic, der sich im ersten Saisonspiel die Achillessehne gerissen hatte, und Höwedes könne „man wie Neuzugänge betrachten“.

Insgesamt ist Breitenreiter mit der Entwicklung in dieser Saison nicht unzufrieden: Auch in der Rückrunde habe die Mannschaft in einigen Bereichen „eindeutig Schritte nach vorne gemacht“. Er beklagt allerdings, dass Teile der Medien zwischenzeitlich versucht hätten, „eine Situation ähnlich wie in der letzten Saison herbeizureden“. Breitenreiter: „Dagegen hat sich die Mannschaft jedoch gewehrt, hat Teamgeist gezeigt, ist gegen Widerstände angegangen.“

Autor: Manfred Hendriock

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren