In den letzten Wochen gehörte Leon Binder nicht zum festen Stamm im Kader von Rot-Weiss Essen. Nur fünf Partien absolvierte der ehemalige Kölner über 90 Minuten.

RWE

Geburtstagskind Binder hat Verständnis für Fanboykott

Christian Brausch
24. März 2016, 22:51 Uhr
Foto: Michael Gohl

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In den letzten Wochen gehörte Leon Binder nicht zum festen Stamm im Kader von Rot-Weiss Essen. Nur fünf Partien absolvierte der ehemalige Kölner über 90 Minuten.

Zuletzt durfte er schon beim 0:1 in Düsseldorf durchspielen, gegen den SC Verl folgten die zweiten 90 Minuten am Stück. Mit Sicherheit die richtige Entscheidung, denn Partien wie gegen den SC Verl sind wie gemacht für den Kämpfer, der zudem am Donnerstag noch seinen 29. Geburtstag feierte.

Die Mannschaft beschenkte ihn mit drei Punkten, RWE ist damit zunächst wieder runter von den Abstiegsplätzen. Der 29-Jährige betonte nach dem Abpfiff: "Das war ein wichtiger Sieg, der Druck war groß. Scheinbar können wir damit umgehen. Wir werden den Erfolg jetzt kurz genießen, dann richten wir die ganze Konzentration auf den Montag."

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Doch zuvor musste noch um das Drumherum der Verl-Partie thematisiert werden. Schließlich war es keine normale Woche, die hinter den Essenern lag. Nach der Niederlage in Düsseldorf hatten Teile der Ultras genug und kündigten einen Boykott des Verl-Spiels an und zogen den auch durch. Keiner wusste genau, was auf die Mannschaft von Trainer Jan Siewert zukommen würde. Binder machte das im Vorfeld keine großen Sorgen, wie er berichtete: "Jeder macht das mit sich selber aus. Ich bin schon ein paar Jahre dabei und nicht erst 20 geworden. Von daher konnte ich damit umgehen, für mich war das eine Begegnung wie jede andere auch. Wir kennen Verl, das sind immer dreckige Spiele, wo du viel rennen und kämpfen musst. Wenn das Läuferische stimmt und wir die paar Meter, die wir zuletzt haben vermissen lassen, gehen, dann gewinnen wir auch wieder."

Und das hochverdient, da waren sich nach dem Abpfiff alle Beteiligten einig, auch das Geburtstagskind: "Ganz klar, aber auch andere Siege wären verdient gewesen, da haben wir aber nicht gewonnen. Es ist immer eng, meistens sind das Zitterpartien. Das sind auch Qualitätsfragen. Wir bräuchten auch mal Ruhe im Spiel, um das 2:0 oder 3:0 nachzulegen. Das haben wir nicht, die Qualität fehlt uns. Wir schießen keinen Gegner aus dem Stadion, daher müssen wir hinten gut stehen, das machen wir in der Regel."

Die Zuschauer haben das honoriert. Die, die nicht am Bierstand waren, standen hinter der Mannschaft und gaben kaum negative Unmutsäußerungen von sich. Binder freute sich: "Die Stimmung pusht uns. Mich hat es gefreut, dass viele da waren und uns unterstützt haben." Wobei der Defensivmann auch Verständnis für die hatte, die diesmal nicht auf den angestammten Plätze zu finden waren. "Ich habe vollstes Verständnis für das, was die Fans zuletzt von sich gegeben haben. Ich habe mich nicht anders gefühlt. Die Niederlage in Düsseldorf hat richtig weh getan. Jetzt wollen wir den Fans sagen, dass es keinen Grund gibt sich auszuruhen. Wir müssen zusammen halten und weiter Gas geben - gemeinsam."

Unter 100 Prozent wird es auch nicht reichen. Denn die nächsten Gegner heißen Viktoria Köln und Lotte. Kein Fallobst, schon gar nicht in der Situation der Rot-Weissen. Daher muss die Konzentration hochgehalten werden, denn RWE steckt weiter im Abstiegskampf fest. Binder: "In der Hinrunde waren das die Spiele, wo wir uns etwas weiterentwickelt haben. Ich hoffe, da finden wir wieder hin."

Autor: Christian Brausch

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