Manchmal rutscht den Totengräbern des Fußballs, die aus dem Spiel eine Geldmaschine gemacht haben, in all ihrem Geplapper regelrecht Entlarvendes heraus.

Kommentar

Setzliste in der CL - der Adel will planen können

Ulrich Homann
17. März 2016, 13:19 Uhr
Foto: firo

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Manchmal rutscht den Totengräbern des Fußballs, die aus dem Spiel eine Geldmaschine gemacht haben, in all ihrem Geplapper regelrecht Entlarvendes heraus.

So muss Karl-Heinz Rummenigge nach dem Zittersieg im Achtelfinale gegen Juventus so mit den Nerven blank gewesen sein, dass er zukünftig eine „Setzliste“ verlangte, die solche Paarungen bereits im Achtelfinale unmöglich machen würde. „Es geht um Image und Geld“, sprudelte es aus dem Rotbäckchen heraus und meinte, dabei könne nichts dem Zufall überlassen werden.

Wenn der Fußball etwas zu bieten hat, was ihn seit Jahrzehnten für Millionen so interessant und als Sport so faszinierend macht, dann ist das seine anarchische Unberechenbarkeit. „Man weiß nicht, wie es ausgeht“ – deshalb geht man ins Stadion, lässt Geld und Nerven. Und genau dies ist den neuen „Spielmachern“ ein Dorn im Auge. Weil ihr einziges Ziel die exakt geplante und durchkalkulierte Geldvermehrung ist, stören alle Umstände, die der im Wege stehen könnte.

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National war das früher ein Wettbewerb, in dem manchmal ein halbes Dutzend Teams ähnliche Chancen auf den Titel hatten. Oft entschieden Zufälligkeiten und „Schicksal“, von dem Kalle nach eigener Aussage „langsam genug“ hat. Deswegen hat man einen Haufen DAX-Konzerne um sich geschart und die Wirtschaftskraft gegenüber „normalen“ Bundesligavereinen verhundertfacht. Deswegen wurden aus einem halbwegs noch normal zu nennenden Kader gleich zwei Weltklasseteams, damit Irrwege durch Verletzungen und Formschwäche einzelner Stars ausgeschlossen werden konnten.

Das Prinzip „Zufall“ ist in der Bundesliga mittlerweile ausgemerzt. Nun soll das auch international so angegangen werden. Ist die Gruppenphase der Champions League schon nur noch als Farce zu betrachten, in der die Großklubs gelangweilt noch ein paar Millionen Siegprämien abkassieren, soll nun mit der Setzliste garantiert sein, dass der europäische Fußballadel ab dem Viertelfinale unter sich ist. Obendrauf dann noch die „Super Liga“ und die ganze TV-Kohle für Bayern, dann wäre Kalle für eine Weile zufrieden. Dann hätten die Bayern nie mehr ein schweres Schicksal wie etwa echte Konkurrenz zu befürchten.

Autor: Ulrich Homann

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