Rot-Weiss Essen steht nach dem 4:1 gegen den FC Kray im Finale des Niederrheinpokals. Wir haben die Stimmen nach dem Spiel gesammelt.

RWE - Kray

Die Stimmen zum Spiel

Christian Brausch, Martin Herms
15. März 2016, 23:10 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen steht nach dem 4:1 gegen den FC Kray im Finale des Niederrheinpokals. Wir haben die Stimmen nach dem Spiel gesammelt.

Der FC Kray hat eine weitere Sensation an der Hafenstraße verpasst. Trainer Stefan Blank war trotz der am Ende deutlichen Niederlage nicht enttäuscht von seiner Mannschaft. "Die Jungs haben alles reingeworfen und ich bin stolz darauf, wie wir nach dem 0:2 zurückgekommen sind. Machen wir das 2:2, wäre das Spiel möglicherweise noch gekippt. Insgesamt war es ein zerfahrenes Spiel, das RWE letztlich verdient gewonnen hat. Auch wir hatten unsere Chancen und ich denke, dass sich meine Truppe über die gesamten 90 Minuten teuer verkauft hat."

Der Ex-Profi hat nach dem Ausscheiden auch einige warme Worte für den großen Nachbarn parat. "RWE ist ein Verein, der mit Sicherheit ein, zwei Ligen höher spielen müsste. Momentan wird sehr viel Unruhe hereingebracht. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft in der Liga unten so schnell wie möglich befreien wird."

Sein Kollege Jan Siewert war nach dem Einzug in das Pokalfinale sichtlich zufrieden: "Ich habe vorher gesagt, dass wir den Niederrheinpokal gewinnen wollen. Im Finale werden wir alles dafür tun, dieses Ziel auch zu erreichen. Es ist eine große Leistung, zwei Mal in Folge ins Finale einzuziehen. Dazu möchte ich meiner Mannschaft gratulieren. Es war ein verdienter Sieg. Das Spiel war zu Beginn von der Taktik geprägt. Die beiden Tore haben uns dann in die Karten gespielt. Durch eine Unzulänglichkeit in unserem Abwehrzentrum ist Kray nochmal rangekommen. Das müssen wir im Hinblick auf die nächsten Spiele unbedingt abstellen. Am Ende haben wir genug Wille und Einsatz gezeigt, um das Spiel zu gewinnen. Diese Einstellung müssen wir nun auch in den nächsten Wochen im Abstiegskampf an den Tag legen. Ich denke, die Zuschauer haben ein unterhaltsames Derby gesehen. Beide Vereine haben die Stadt Essen deutschlandweit würdig vertreten."

FCK-Kapitän Philipp Kunz erwischte dieses Mal einen gebrauchten Tag an seiner alten Wirkungsstätte. "Beim ersten Gegentor sehe ich nicht gut aus. Ich kam nicht ganz an den Ball, hätte aber trotzdem konsequenter aufräumen müssen", äußerte sich Kunz selbstkritisch. Der 29-Jährige lobt hingegen die Leistung seiner Mannschaft nach der Pause. "Wir haben uns in dieses Spiel zurückgekämpft und hatten die große Chance zum 2:2. Wenn dieses Tor fällt, kocht die Hafenstraße. Leider ist und das nicht gelungen. Hinten raus ist es für meinen Geschmack zu hoch geworden. Aber damit mussten wir leben, denn wir haben am Ende alles riskiert."

Abgekämpft wie eh und je schlich Krays Abwehrchef Vincent Wagner durch die Essener Katakomben. In seinem alten "Wohnzimmer" reichte es für sein Team dieses Mal nicht für eine Überraschung. Genau wie Kunz trauerte der Innenverteidiger der vergebenen Großchance von Marius Müller (67.) hinterher. "Den darf man ruhig reinmachen", grübelte Wagner, der dem jungen Winterneuzugang aber keinen großen Vorwurf machen wollte. "So etwas kann passieren. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite. Ärgerlich war, dass wir durch zwei Standardsituationen in Rückstand geraten sind. Da hatte es sich bezahlt gemacht, dass RWE vier Innenverteidiger auf dem Platz hatte. Das war schwer zu verteidigen."

RWE-Doppeltorschütze Andreas Ivan stellte sich und seinen Doppelpack nach dem Einzug ins Finale nicht in den Vordergrund: "Ich will zuerst die Mannschaftsleistung loben, ohne die geht nichts. Spielfreude, Kampfgeist, das war alles da. So war das geplant. Jetzt freuen wir uns auf das Finale."

Nach dem 3:1 war Ruhe im Karton
Frank Löning

Nach dem 2:1 schien es so, als ob die Essener etwas wanken würden. Das sah der Mittelfeldspieler aber anders: "Ich habe bei den Mitspielern keine Hektik gespürt. Wir haben zusammen gehalten und befreit aufgespielt. Im Finale kann kommen wer will."

Eine etwas andere Sicht der Dinge hatte Angreifer Frank Löning, der bilanzierte: "Nach dem 2:1 fing das Zittern wieder an, das hat man klar bemerkt. Der Zugriff hat gefehlt, wir haben das Ding aus der Hand gegeben. Aber nach dem 3:1 war wieder Ruhe im Karton, vorher haben wir uns das Leben selber schwer gemacht, weil wir nicht mehr so in die Zweikämpfe gegangen sind. Da haben wir fast ein sicheres Spiel aus der Hand gegeben. Das müssen wir uns ankreiden, trotzdem war der Sieg über 90 Minuten gesehen verdient."

Die gleiche Meinung wie Ivan vertrat der Wintereinkauf über einen möglichen Finalgegner, auch Löning ist das egal. "Wir wollen den Pott holen, da ist uninteressant, wer kommt."

Autor: Christian Brausch, Martin Herms

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