Sechzig Jahre und kein bisschen müde. Zu seinen bisherigen Aufgaben als Jurist mit eigener Kanzlei sowie als Präsident von Borussia Dortmund kommt seit Dienstag auch noch das Präsidentenamt bei der DFL. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auch an den BVB gedacht habe, als man an mich herangetreten ist, ob ich mich zur Wahl stelle“, erläutert der inzwischen einstimmig bestimmte Dr. Reinhard Rauball. „Ein Verein mit so einer glorreichen Vergangenheit kann durchaus den Anspruch stellen, so eine exponierte Position im deutschen Fußball zu besetzen.“ Ob seine Frau der gleichen Meinung ist, bleibt jedoch weiter offen, denn „die habe ich vorher erst gar nicht gefragt.“ Auch eine andere Überlegung hat er zunächst in den Hintergrund geschoben.

Rauball: „Habe bei der Wahl auch an Borussia Dortmund gedacht“

Schale an den S04? Auf die Frage antworte ich erst, wenn es so weit ist“

rk
10. August 2007, 09:43 Uhr

Sechzig Jahre und kein bisschen müde. Zu seinen bisherigen Aufgaben als Jurist mit eigener Kanzlei sowie als Präsident von Borussia Dortmund kommt seit Dienstag auch noch das Präsidentenamt bei der DFL. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auch an den BVB gedacht habe, als man an mich herangetreten ist, ob ich mich zur Wahl stelle“, erläutert der inzwischen einstimmig bestimmte Dr. Reinhard Rauball. „Ein Verein mit so einer glorreichen Vergangenheit kann durchaus den Anspruch stellen, so eine exponierte Position im deutschen Fußball zu besetzen.“ Ob seine Frau der gleichen Meinung ist, bleibt jedoch weiter offen, denn „die habe ich vorher erst gar nicht gefragt.“ Auch eine andere Überlegung hat er zunächst in den Hintergrund geschoben.

Schließlich wird er in seiner neuen Funktion nicht nur morgen in Stuttgart die 45. Fußballsaison eröffnen, er muss zudem am 17. Mai 2008 dem dann neuen Titelträger die Meisterschale überreichen. Eventuell an den Kapitän des FC Schalke 04. Hat er diese Zeremonie bei seinen Überlegungen zuvor bedacht? „Auf diese Frage antworte ich dann, wenn es soweit ist.“

Bis dahin wird er zudem genug Zeit haben, sich intensiv auch mit blau-weißem Gedankengut auseinanderzusetzen, schließlich ist sein erster Stellvertreter Peter Peters, der beim S04 als Geschäftsführer tätig ist. „Ich kenne ihn schon seit über zwei Jahrzehnten und schätze seine Arbeit sehr“, gibt es auf dieser Ebene absolut keine Berührungsängste. Ganz im Gegenteil, auch Peters stellt klar: „Dr. Rauball hat meine Kandidatur unterstützt und ich freue mich nicht nur über meine eigene, sondern über die gesamte Wahl.“ Zumal die Zusammenarbeit „durch die räumliche Nähe leichter abgesprochen werden kann.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/564-1585_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
Bereits am kommenden Dienstag wird sich das Duo nach Hamburg begeben, da dort bei der nächsten Sitzung die ersten Aufgaben abgearbeitet werden müssen: „Wir werden uns insbesondere mit dem Relegationsmatch und dem Spielplan beschäftigen.“

Außerdem steht noch ein Gespräch mit Michael Meier auf dem Programm, allerdings in Dortmund. Der Manager des 1.FC Köln hatte sich im Vorfeld nicht gerade für die Wahl von Dr. Rauball stark gemacht, sondern Karlheinz Rummenigge, der jedoch dankend ablehnte, favorisiert: „Ich habe keine Probleme mit ihm.“ Die sind auch beim BVB weitaus geringer geworden, die finanzielle Krise ist überwunden, eine Grundvoraussetzung, um das zusätzliche Amt überhaupt ausüben zu können: „Die Situation hat sich deutlich entspannt, so dass der entsprechende Freiraum jetzt da ist.“

Frei wird zudem der Platz neben Hans-Joachim Watzke auf der Ehrentribüne: „Damit möchte ich meine Neutralität als Liga-Präsident nach außen hin demonstrieren.“ Entscheidend wird sich der Anblick jedoch nicht ändern: „In Zukunft werde ich hinter ihm sitzen.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Aus dieser Konstellation sollte aber niemand Schlüsse ziehen, die nicht richtig sind.“ Für sich selber hat er allerdings schon einen weiteren gezogen: „An mir wird es nicht liegen, ob ich drei weitere Jahre Präsident von Borussia Dortmund bleibe.“ Im Klartext: Im Herbst läuft die bisherige Amtszeit aus. Wenn ihn der Wahlausschuss erneut zum obersten Borussen nominiert, wovon auszugehen ist, wird er zusagen. Logisch, denn mit 60, und nicht erst mit 66 Jahren, fängt das Leben bekanntlich erst an.

Autor: rk

Kommentieren