Bei Fortuna Düsseldorf geht nach dem Sturz auf den drittletzten Platz der 2.?Fußball-Bundesliga die Depression um.

Fortuna Düsseldorf

Abstieg würde 15 Millionen Euro kosten

Michael Ryberg
10. März 2016, 20:21 Uhr
Foto: Firo

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Bei Fortuna Düsseldorf geht nach dem Sturz auf den drittletzten Platz der 2.?Fußball-Bundesliga die Depression um.

Interimsvorstand Paul Jäger hat den Spielern ein Feierverbot beim „Rosenmontagszug“ auferlegt, der am kommenden Sonntag auf der „Kö“ nachgeholt wird. Sportlich läuft es nämlich überhaupt nicht für die Düsseldorfer.

Alle Personalregister hat Fortuna Düsseldorf in dieser Saison schon gezogen: neuer Cheftrainer, neue Spieler in der Winterpause, neuer Sportdirektor, neuer Vorstandsvorsitzender, neuer Aufsichtsratschef. Der stete Marsch in den sportlichen Keller setzt sich jedoch unvermindert fort. Trotz eines ordentlichen Zwölf-Millionen-Euro-Personaletat, der für die Top 6 in Liga zwei eigentlich ausreichen müsste.

Vor dem Gastspiel beim SV Sandhausen am Samstag (Anstoß: 13 Uhr) rangiert der zweimalige DFB-Pokalsieger auf dem drittletzten Tabellenplatz. Und müsste in zwei Qualifikationsspielen gegen den Rangdritten der 3. Liga den drohenden Finanzverlust bei Abstieg abwenden.

Mindestens 6,5 Millionen Euro an Fernsehgeldern, die es in der 2. Liga mehr gäbe, wären futsch. Der Vermarktervertrag mit der Schweizer Firma Infront, die rund fünf Millionen Euro an Sponsorengeldern pro Zweitliga-Saison garantiert, würde in Liga drei erheblich dünner ausfallen. Was wohl ziemlich sicher auch für die Zuschauerzahlen in der Arena gilt.

Die haben sich in den vergangenen drei Spielzeiten ohnehin schon fast halbiert. Fortuna zog in der Bundesliga-Saison 2012/13 gut 46.000 Fans pro Heimspiel. Mittlerweile hat sich der Zuspruch auf 25.800 reduziert. Der gesamte finanzielle Verlust im Abstiegsfalle betrüge mindestens 15 Millionen Euro. Dazu wären fast alle Spielerverträge nichtig. Auch die Zukunft von Sportdirektor Rachid Azzouzi und Cheftrainer Marco Kurz dürfte dann nicht in Düsseldorf liegen.

Die für Zweitliga-Verhältnisse immense Verlustzahl mochte Aufsichtsratschef Dr. Reinhold Ernst im Gespräch mit der Redaktion nicht bestätigen. Dennoch ist sich der Wirtschaftsanwalt der Abstiegsgefahr bewusst. Gleiches dürfte für den neuen Vorstandschef Robert Schäfer gelten, den Ernst bei Dynamo Dresden möglichst schnell loseisen will. Noch steht der gebürtige Braunschweiger Schäfer beim Drittliga-Spitzenreiter auf der Lohnliste.

Dass sich Robert Schäfer mit dem Wechsel nach Düsseldorf einen Karrieresprung verspricht, versteht sich von selbst. Ein Absturz in die 3. Liga passt da nicht in den Plan. Und hätte wohl auf alle Arbeitsbereiche seine finanziellen und personellen Auswirkungen. Das will Schäfer natürlich verhindern. Und wenn der 39-Jährige zu seinem Einstand am Rhein gleich die Reißleine am Trainer-Stuhl ziehen müsste. Viele Niederlagen darf sich der erst im Januar für Frank Kramer geholte Ex-Schalker Marco Kurz nicht mehr leisten.

Autor: Michael Ryberg

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