Beim 2:1-Erfolg gegen den TuS Erndtebrück hat SG Wattenscheids Manuel Glowacz erneut seine überragende Form unter Beweis gestellt.

Wattenscheid 09

Glowacz: "Günni und ich haben einen Lauf"

Hendrik Niebuhr
09. März 2016, 12:11 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Beim 2:1-Erfolg gegen den TuS Erndtebrück hat SG Wattenscheids Manuel Glowacz erneut seine überragende Form unter Beweis gestellt.

Der 28-Jährige verwandelte zunächst den Strafstoß zum zwischenzeitlichen 1:1 und legte in der 78. Minute im zweiten Versuch das 2:1-Siegtor von Güngör Kaya auf. Damit geht die bemerkenswerte Serie des Rechtsaußen weiter, der in den letzten vier Partien immer ein Tor erzielte und ein Tor auflegte. Mittlerweile steht Glowacz bereits bei elf Saisontreffern und zwölf Vorlagen - der gebürtige Kölner spielt in Wattenscheid schon jetzt die mit Abstand beste Saison seiner Karriere.

RevierSport hat sich nach dem Sieg am Dienstagabend mit Glowacz unterhalten.

Herr Glowacz, 2:1-Erfolg nach Rückstand. Fällt das Spiel unter die Kategorie "Arbeitssieg"?
Das würde ich auch sagen. Auf dem Platz war allerdings auch nicht mehr drin. Wir haben eigentlich ganz gut angefangen, haben uns aber schwer getan, in die Box zu gelangen, obwohl wir außen ganz gut durchgekommen sind. Dann kriegen wir so ein Eiertor nach einem Standard rein. Das war ein Missverständnis von zwei Spielern, dann steht es 0:1 und dann wird es schwer. Aber die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit - wie schon in der gesamten Saison - richtig Charakter gezeigt und so haben wir das Spiel gedreht.

Der Pausenrückstand kam etwas überraschend. Wie wollten Sie dann die zweite Halbzeit angehen?
Wir haben den Fehler klar angesprochen und dass das in der zweiten Halbzeit nicht mehr so sein darf, sondern jeder bei seinem Mann bleiben soll. Aber auch, dass wir daran nichts mehr ändern können, es jetzt 0:1 steht und wir weiter nach vorne spielen müssen, um das Spiel noch umzudrehen. Und das hat dann auch geklappt.

Ihre Standards haben mal wieder den Erfolg gebracht. Zunächst der verwandelte Strafstoß, dann der verunglückte Freistoß, der im zweiten Anlauf doch noch den Weg in die Mitte fand. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Meine Standards waren diesmal nicht wirklich gut, normalerweise kann ich die besser. Die eine Ecke war in Ordnung, aber auf dem Platz hatte man ansonsten auch wenig Stand. Normalerweise ist das ja eine richtige Stärke von mir, dass die auf den Punkt kommen. Beim 2:1 habe ich dann gesehen, dass ein Verteidiger den Ball nicht richtig herausschießt und der andere etwas pennt. Dann habe ich den Zweikampf gewonnen und habe den Ball einfach in die Mitte geknallt, in der Hoffnung, dass der Günni (Kaya, Anm. d. Red.) da steht und so war es dann auch. Der Günni und ich haben momentan einfach einen Lauf. Das freut uns natürlich für die Mannschaft, dass wir mit Toren und Vorlagen helfen können und so kann es weitergehen.

Durch den dritten Platz dürfte der ein oder andere Spieler bei verschiedenen Teams Begehrlichkeiten wecken. Bei nahezu dem kompletten Kader ist noch unklar, wie es da in der nächsten Saison weitergeht. Wurden denn schon Gespräche geführt?
Wir hatten bisher ein Gespräch im Winter mit dem Trainer über die Situation. Der Trainer hat mich gefragt, wie ich mich hier fühle. Das war ein sehr gutes Gespräch, mir macht es hier Riesenspaß. Letztes Jahr hatte ich auch Spaß in Siegen, aber da lief es dann natürlich nicht so gut, auch wenn es für mich persönlich noch ganz ok war mit sechs Toren und sechs Vorlagen. Aber wenn man am Ende absteigt, kann man sich dafür nichts kaufen. Ich habe gesagt, dass ich so etwas nicht noch einmal erleben möchte. Dass wir so eine überragende Saison spielen, das wusste natürlich keiner, aber man konnte schon in der Vorbereitung in Ansätzen sehen, wie gut wir sind. Am Dienstag haben uns zwei wichtige Spieler gefehlt. Wir haben es trotzdem aufgefangen und so ein Kampfspiel noch zu gewinnen, sagt alles über die Mannschaft aus.

Autor: Hendrik Niebuhr

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