So kann ein Ergebnis in der 2. Bundesliga manchmal täuschen.

VfL

Ball-paradox anne Castroper

06. März 2016, 18:22 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

So kann ein Ergebnis in der 2. Bundesliga manchmal täuschen.

Wer das VfL-Spiel gegen Bielefeld nicht gesehen hat und später mit dem 2:2 konfrontiert wurde, bei dem könnte sich leicht der Gedanke breit machen, der VfL hat wieder einmal bei einer großen Möglichkeit Anschluss zu halten versagt.

Doch die 15.000 Bochumer Zuschauer gingen anderer Meinung nach Hause. Ihr Team hat über 90 Minuten alles gegeben, hatte hochkarätige Möglichkeiten, darunter zwei Aluminiumtreffer, ein Chancenverhältnis von 12:3 - also Ball-paradox anne Castroper.

45 Minuten lang spielte der VfL eine Halbzeit fast wie aus dem Lehrbuch. Der Musterkombination, die durch Terodde zum 1:0 führte, folgten große Möglichkeiten durch Thomas Eisfeld (2), Anthony Losilla oder Haberers Pfostenschuss schon nach vier Minuten. Coach Gertjan Verbeek: „Die erste Halbzeit war sehr gut, die 1:0-Führung hochverdient. Wir hätten auch zwei Tore mehr machen können und in der Defensive hatten wir wenig Probleme.“

Das Halbzeitfazit aus Bochumer Sicht fiel dementsprechend aus: Bochum hatte den Gegner jederzeit im Griff. Doch wie schnell sich ein Spielverlauf ändern kann, sahen die Zuschauer in Abschnitt zwei. Kaum hatten sie Platz genommen, zeigte Schiedsrichter Tobias Welz im Bochumer Strafraum auf den Elfmeterpunkt. Einen Schuss soll Janik Haberer im Strafraum aus kürzester Distanz an die Hand bekommen haben. Vertraut man den Fernsehbildern von Sky, die die Möglichkeit haben, alle Zeitlupen der Welt zu bemühen, landete der Ball jedoch nicht an der Hand, sondern zunächst am Knie - eine Fehlentscheidung mit Folgen.

Denn die Bielefelder konnten schlagartig wieder auf ihr Konzept der ersten Halbzeit setzen. Was folgte waren zwei wieder hochkarätige Möglichkeiten, aber mit zunehmender Spieldauer war der VfL, weil zum Siegen verdammt, gezwungen, die Abwehrstabilität zu Gunsten der Offensive zu vernachlässigen. Verbeek: „Beseelt von dem Gedanken unbedingt gewinnen zu wollen, haben wir unsere Ordnung verloren.“

Dass ausgerechnet Christopher Nöthe, der als Kind in der D-Jugend des VfL spielte, einen Konter zum 1:2 abschloss, schien aus Bochumer Sicht das Unglück perfekt zu machen. Doch als die Bielefelder sich in den letzten Minuten auch ohne Zweikampf wiederholt auf dem Rasen niederlegten, sah sich der Schiedsrichter gezwungen, die Nachspielzeit zu verlängern. So kam Terodde zu Fall, Welz zeigte auf den Punkt, Terodde verwandelte im Nachschuss und so ging ein Spiel, das aus Bochumer nicht verloren werden durfte, mit einem Remis zu Ende.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren