Thomas Tuchel wirkt gut gelaunt und entspannt, als er am Freitagmittag einen Tag vor dem Spietzenspiel gegen den FC Bayern (18.30 Uhr/live in unserem Ticker) vor die Journalisten tritt.

BVB

Große Vorfreude bei Tuchel

Sebastian Weßling
04. März 2016, 14:51 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Thomas Tuchel wirkt gut gelaunt und entspannt, als er am Freitagmittag einen Tag vor dem Spietzenspiel gegen den FC Bayern (18.30 Uhr/live in unserem Ticker) vor die Journalisten tritt.

„Ich bin sehr ruhig“, sagt der Trainer von Borussia Dortmund. „Das wird sich wie immer legen, wenn es auf das Spiel zugeht, mit jeder weiteren Vorbereitungsphase. Derzeit sind Tuchel und sein Team noch voll damit beschäftigt, Videos zum Bundesliga-Spitzenreiter zu sichten und zu überlegen, welche Szenen sie ihrer Mannschaft vorführen wollen. Und was sie dabei sehen, flößt allergrößten Respekt ein.

„Es ist ein unglaublicher Druck, der auf die Gegenspieler ausgeübt wird“, erklärt Tuchel. „Wenn sie den Ball haben, aber auch, sofort, wenn sie ihn verloren haben. Zeitdruck, mentaler Druck, Handlungsdruck.“ Der Trainer ist überzeugt: „Es wird morgen Phasen geben, da werden wir leiden. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie in so einer Situation ihre beste Leistung bringen.“

Ein Spieler, der den BVB bei der 1:5-Niederlage im Hinspiel besonders leiden ließ, war Jerome Boateng, der zwei Tore mit langen Bällen einleitete und Dortmunds Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang weitgehend aus dem Spiel nahm. Nun aber fehlt der Innenverteidiger. „Jerome Boateng ist einer der Schlüsselspieler, den Ausfall kann man nicht kompensieren“, meint Tuchel. Dass Bayern-Trainer Pep Guardiola darauf aber mit noch radikalerem Offensivdrang reagierte, um den Gegner weit vom eigenen Tor wegzuhalten, hat auch sein Dortmunder Gegenüber beeindruckt: „Das war schon eine Revolution des Defensivpiels“, sagt er. „Und es hat auf allerhöchstem Niveau funktioniert, in der Champions League.“

[vote]846[/vote]

Dennoch geht Tuchel mit Zuversicht in die Partie. „Das ist die einzig mögliche und richtige Herangehensweise, dass wir uns auf das Spiel freuen“, sagt er. Und: „Wenn wir mutig sind, wenn wir ruhig bleiben, wenn wir frei Spielen, können wir es schaffen, dass wir Phasen haben, in denen die Bayern leiden. Mit dem nötigen Quäntchen Druck können wir dann auch gewinnen.“

Damit käme der BVB in der Tabelle auf zwei Punkte heran – doch über diese Konstellation mag Tuchel nicht groß reden. „Es sind jetzt eben fünf Punkte. Und es wäre nicht das erste Mal, dass die Bayern die Situation umdeuten und sagen: Wir haben die große Chance, im Stadion unseres größten Rivalen eine Vorentscheidung zu schaffen.“

Um das zu verhindern, kann der Trainer fast seine beste Mannschaft aufbieten: Roman Bürki hat seine Erkältung überwunden, auch der zuletzt aufgrund leichter muskulärer Probleme geschonte Marco Reus steht bereit. Nur Innenverteidiger Sokratis fehlt nach seinem Muskelfaserriss noch. Er kann aber inzwischen wieder intensive Laufeinheiten bestreiten und soll schon bald ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Autor: Sebastian Weßling

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren