So ziemlich alle beim Spiel anwesenden Ruhrpottler zogen nach dem enttäuschenden 1:1 des RWE beim FC Wegberg-Beeck finstere Mienen.

Wegberg

Karamarkos Genugtuung nach erfolglosem Probetraining

Stefan Loyda
03. März 2016, 09:58 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

So ziemlich alle beim Spiel anwesenden Ruhrpottler zogen nach dem enttäuschenden 1:1 des RWE beim FC Wegberg-Beeck finstere Mienen.

Außer einer, der strahlte wie ein Honigkuchenpferd: Marko Karamarko.
Dem gebürtigen Wittener, der in Gelsenkirchen-Buer wohnt, war nach dem Abpfiff das Grinsen gar nicht mehr von den Backen zu nehmen. Zum einen aus Stolz, weil er es mit seiner Mannschaft geschafft hat, dem großen Favoriten aus Essen ein Bein zu stellen, zum anderen spielte aber auch ein gewisser Grad an Genugtuung eine Rolle. Schließlich absolvierte der 22-Jährige im Winter ein Probetraining bei der Mannschaft von Trainer Jan Siewert, am Ende wurde aber sein ein Jahr älterer Teamkollege Stefan Thelen an die Hafenstraße gelotst. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Genugtuung war“, erzählt Karamarko. „Normalerweise gebe ich ja immer schon 110 Prozent, aber dieses Mal noch zehn Prozent mehr. Ich wollte unbedingt zeigen, was ich drauf habe.“

Dasselbe galt anscheinend auch für seine Teamkameraden. Die Wegberger überzeugten bei ihrem Auftritt mit Kampf und Leidenschaft. Attribute, die den Fans der Gastmannschaft bei ihrem Klub über die gesamten 90 Minuten gefehlt haben. Bei einem Blick auf die Tabelle – für den FC Wegberg-Beeck bedeutete das Unentschieden den erst sechsten Punkt im 23. Spiel – ist das keine Selbstverständlichkeit. Für Karamarko schon: „Ich fahre jeden Tag wie so ein Bekloppter 100 Kilometer zum Training, komme jedes Mal um elf nach Hause und muss um neun Uhr wieder los, wenn ich pünktlich sein will. Das spricht für unsere Liebe zum Fußball.“

Und gegen RWE haben sie mit dem nötigen Quäntchen Glück auch endlich mal wieder etwas zurückbekommen. Das hatte ihnen zuletzt gegen Velbert noch gefehlt, als ihnen in der Schlussminute der Ausgleichstreffer nicht anerkannt wurde. Mit dem abgepfiffenen Tor von Moritz Fritz war es also dieses Mal umgekehrt. „Ich dachte einfach nur: ‘Nein, nicht schon wieder. Das kann doch nicht sein, in der 90. Minute wieder’ und dann guck ich an die Seite und sehe, wie der Linienrichter die Fahne hält und ich dachte: ‘Danke, danke, danke. Es gibt einen Fußballgott“, lacht sich der Kroate eins ins Fäustchen.

In den kommenden Wochen wollen die Wegberger auf diesem Erfolgserlebnis weiter aufbauen. Mit der Devise haben sie sich schon seit unzähligen Wochen am Leben gehalten. Karamarko: „Wir lernen von Spiel zu Spiel weiter. Nächste Woche geht es dann nach Düsseldorf und auch die werden sich wieder die Zähne an uns ausbeißen.“ Denn für den ehemaligen Wattenscheider steht nach der leidenschaftlichen Vorstellung fest: „Wir haben gezeigt, dass wir keine Gurkentruppe sind, auch wenn wir viele Niederlagen haben, aber wir werden auch noch ganz anderen Mannschaften Schwierigkeiten bereiten.“

Autor: Stefan Loyda

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