Die Aussage von Linksverteidiger Timo Perthel nach dem 3:2 (2:0)-Arbeitssieg über Sandhausen konnte jeder Fan nachvollziehen:

VfL

Emotionale Achterbahnfahrt für die Bochumer Fans

28. Februar 2016, 11:10 Uhr
Foto: firo

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Die Aussage von Linksverteidiger Timo Perthel nach dem 3:2 (2:0)-Arbeitssieg über Sandhausen konnte jeder Fan nachvollziehen:

„Was nach der Pause passiert ist, ist auch für mich völlig unerklärlich.“ 45 Minuten hielten sich die Gastgeber an das Versprechen, dass Trainer Gertjan Verbeek am Tag vor dem Spiel gegeben hatte. „Die Leute, die nicht kommen, verpassen etwas.“ Dass die Aussage nach 90 Minuten nervenaufreibenden Minuten gleich im doppelten Sinne eintrat, hätte sich der niederländische Coach nicht träumen lassen.

Wie schon so oft in der Saison zeigte der VfL seine zwei Gesichter. Eine gute Halbzeit lang auf höchstem spielerischen Niveau, dominant und fast fehlerfrei. Verbeek: „In den ersten 25 Minuten war unser Positionsspiel überragend.“ Die Belohnung - zwei stark herausgespielte Treffer und viele gelungenen Ballstaffetten mit Abschluss. Setzte der VfL in Abschnitt eins seine Anhänger in Verzückung, kehrte sich das nach dem Pausenpfiff in Entsetzen um. Kein Pressing mehr, kein aggressives Spiel, der VfL wollte verwalten, das ging wieder einmal schief. Und so kam Sandhausen, bis dahin ohne Torchance, innerhalb von nur acht Minuten zum Ausgleich. Trainer Verbeek: „Zu viel Standfußball, kein Tempo und viele Fehlpässe. Wenn wir so spielen, wird es schwer, noch einmal oben anzugreifen.“ Doch der VfL bekam noch einmal die Kurve. Auch, oder gerade wegen Simon Terodde. Immerhin gelangen dem VfL in den letzten fünf Spielen gegen Sandhausen (zwei Niederlagen, drei Remis) nur ein einziger Treffer, waren es diesmal drei. Gerade genug, um die leisen Aufstiegsträume am Leben zu halten.

Zu dem Erfreulichen: Thomas Eisfeld, der seinen ersten Saisontreffer erzielte, zu Simon Terodde, der mit seinem Doppelpack zum Matchwinner wurde und zu Onur Bulut, der an den beiden ersten Treffern maßgeblichen Anteil hatte. Oder zu 21 Torschussversuchen oder zu 76 Prozent gelungener Pässe. Der VfL in Abschnitt eins souverän und tatsächlich wie eine ambitionierte Mannschaft. Die Krux ist nur: Den VfL-Verantwortlichen noch nicht gelungen, dem Team eine 90-minütige Präsenz zu vermitteln. Zuletzt in München passte sich der VfL dem schwachen Auftritt der Löwen in Abschnitt eins an, in Halbzeit zwei war es umgekehrt. Diesmal sah es in Halbzeit zwei aber ganz klar so aus, als wollten die Gastgeber nur verwalten. Wer Verbeek kennt, der weiß, dass Abschnitt zwei das bestimmende Thema gewesen ist. Schließlich geht es in Düsseldorf wieder darum, den Traum vom dritten Tabellenplatz nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei ist klar: Mit der Leistung gegen Sandhausen aus Abschnitt eins, reist man mit großen Hoffnungen gen Rhein, mit einer Vorstellung wie in Halbzeit zwei wird man in Düsseldorf nicht als Sieger vom Feld gehen.

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