Die Abstiegs-Relegationsrunde der Oberliga Nord wird zu einer kleinen Farce - soviel steht seit dieser Woche fest.

Eishockey: 1. Liga West

Revier-Klubs verweigern Aufstieg

26. Februar 2016, 15:37 Uhr
Foto: Ketzer

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Die Abstiegs-Relegationsrunde der Oberliga Nord wird zu einer kleinen Farce - soviel steht seit dieser Woche fest.

Denn sämtliche Teilnehmer der Regionalliga Ost, der Regionalliga Nord und auch der viertklassigen 1. Liga West gaben bekannt, ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen zu wollen.

Das wäre ein totales Himmelfahrtskommando geworden
Jan Koch

Für die erst vor drei Jahren insolvent gegangenen Dortmunder sowie die Dinslakener Kobras war das Verlassen der 1. Liga West nach oben sowieso kein Thema. "Wir müssen nach der Insolvenz vor einigen Jahren hier in Ruhe etwas aufbauen, in der derzeitigen Form ist diese Oberliga für uns noch nicht machbar", betonte Dortmunds Coach Krystian Sikorski schon vor längerer Zeit. Am Wochenende sagte allerdings zusätzlich der aktuelle Tabellenführer Ratingen Ice Aliens bei DEB-Ligenleiter Oliver Seeliger etwas überraschend ab, auch der ärgste Ratinger Verfolger Hammer Eisbären verzichtet freiwillig auf einen möglichen Aufstieg in die Oberliga Nord. „Wir arbeiten darauf hin, dass wir das irgendwann stemmen können. Doch aktuell ist die Oberliga Nord in ihrer derzeitigen Form für uns eben nicht stemmbar. Natürlich ist diese Liga sportlich sehr reizvoll, wirtschaftlich wäre es aber ein totales Himmelfahrtskommando geworden“, erklärt Jan Koch, 2. Vorsitzender der Eisbären, gegenüber RS.

[infobox-right]Der ursprünglich angedachte Relegationsmodus sah folgendes vor: Die Plätze 14-18 der Oberliga Nord werden mit den Meistern der Regionalligen Nord und Ost sowie dem Meister der 1. Liga West in zwei Vierergruppen aufgeteilt und spielen jeweils zweimal innerhalb der Gruppen gegeneinander. Die jeweiligen Gruppensieger qualifizieren sich sportlich für die Oberliga Nord 2016/17. Ist der DEL2-Absteiger kein Nord-/Ost- oder Westklub, qualifiziert sich auch der bessere Gruppenzweite für die Oberliga Nord 2016/17. So sollte eine Reduzierung der Teams in der Oberliga Nord von 18 auf 16 erreicht werden. Diese wird nun erreicht, indem die Teams auf den Plätzen 15-18 der Oberliga Nord untereinander jeweils zweimal gegeneinander antreten und so den oder die sportlichen Absteiger bestimmen. Wer den Klassenerhalt schafft, entscheidet sich erst dann endgültig, wenn der DEL2-Absteiger feststeht. Heißt dieser Lausitzer Füchse Weisswasser, steigt ein Oberliga Nord-Klub mehr in die Regionalliga ab. [/infobox]

Der Hauptgrund: Für die eigentlich ausschließlich mit Amateurspielern agierenden Viertligisten stellen die ständigen Auswärtsfahrten nach Leipzig, Halle, Rostock, Hamburg, Hannover, Timmendorf oder Berlin eine kaum überwindbare Hürde dar. „Wir haben natürlich mit der Mannschaft gesprochen, bevor wir im Vorstand diese Entscheidung gefällt haben. Der Tenor war recht eindeutig. Die Jungs sind fast alle berufstätig und möchten nicht ständig Urlaubstage opfern, um bei den Auswärtsspielen zur Verfügung zu stehen“, erläutert Koch.

Top-Duell am Freitag

Dass es den Spielern der Westfalen nicht an Motivation mangelt, die laufende Saison bestmöglich zu Ende zu spielen, bestätigte Koch dann aber direkt auch: „Da machen wir uns keine Sorgen. In Ratingen wird es aufgrund unseres aktuell recht dünnen Kaders aber sehr schwer. Womöglich können wir nur mit zwei Reihen spielen. Mal gucken, wie lange die Kräfte reichen.“ Freitag kommt es am Maximilianpark (20 Uhr) zum Top-Duell.

Profitieren wird vom Komplett-Rückzug der Viertligisten in jedem Fall der Tabellen-14. der Oberliga. Der hat damit nun entgegen den ursprünglichen Regularien den Klassenerhalt ohne Relegation sicher. Je nachdem, ob die Lausitzer Füchse aus der DEL2 absteigen oder nicht, ergibt sich dann die Anzahl der Absteiger aus der Oberliga Nord.

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