Um 11 Uhr sollte das Kreisliga-A-Spiel zwischen den Sportfreunden Altenessen 1918 und der SG Schönebeck angepfiffen werden.

Altenessen 18 - SGS

Teppich statt Acker - Wut nach Absage

Krystian Wozniak
21. Februar 2016, 12:26 Uhr
Foto: privat

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Um 11 Uhr sollte das Kreisliga-A-Spiel zwischen den Sportfreunden Altenessen 1918 und der SG Schönebeck angepfiffen werden.

Doch die Mannschaften machten die Rechnung ohne den Unparteiischen. Sowohl die Elf von Didi Krause als auch das Team von Schönebecks Trainer Marc Dyballa hatten sich bereits warmgemacht, als der Schiedsrichter bereits umgezogen die rote Asche am Wüllnerskamp betrat und das Geläuf für unbespielbar erklärte. Beide Klubs konnten diese Entscheidung ganz und gar nicht nachvollziehen und nur kräftig mit dem Kopf schütteln. RS fragte nach: Was war da los?

Dietmar "Didi" Krause, Trainer Sportfreunde Altenessen 1918:

"Wenn du so ein Spiel absagst, dann kannst du die Platzanlage am Wüllnerskamp direkt schließen. Ich bin schon lange bei 18 und ein Ur-Altenessener und muss sagen, dass ich die Asche Mitte/Ende Februar noch nie in solch einem guten Zustand gesehen habe. Unser Platzwart war seit 8.30 Uhr vor Ort und hat das Geläuf präpariert. Die Asche ähnelte einem Teppich - einfach in einem Top-Zustand. Die Jungs aus Schönebeck sind gekommen und haben gesagt: 'Stark, ein richtig geiler Platz'. Was der Schiedsrichter abgezogen hat, geht gar nicht. Er bemängelte eine kleine Pfütze an der Eckfahne, die aber außerhalb des Spielfeldes war und ließ überhaupt nicht mit sich reden. Lächerlich! Wir haben vor den Schiris Respekt, aber dieser Mann hat gegenüber den Spielern, Vereinen überhaupt keinen. Hier wurde der Respekt mit Füßen getreten. Wenn er einen Termin um ein 13 Uhr hat, dann soll er das sagen und nicht erzählen, dass man auf diesem Platz nicht spielen kann. Die Jungs planen ihr Wochenende so, dass sie hier um 11 Uhr kicken können und müssen Schichtdienste oder andere Sachen tauschen und dann so etwas. Das ist eine unzumutbare Entscheidung und eine absolute Frechheit!"

Die Asche ähnelte einem Teppich - einfach in einem Top-Zustand. Die Jungs aus Schönebeck sind gekommen und haben gesagt: 'Stark, ein richtig geiler Platz'
Didi Krause

Freddy Bartilla, Sportlicher Leiter Sportfreunde Altenessen 1918:
"Ich habe selten einen besseren Platz bei Altenessen 18 gesehen. Und ich bin ja auch schon in einem gewissen Alter und habe schon richtige Katastrophen-Plätze gesehen. Unser Spielfeld war am Sonntag aber in einem einwandfreien Zustand. Wir haben danach auch noch ein Trainingsspiel zwischen der ersten und zweiten Mannschaft absolviert, da auch die Partie der Reserve abgesagt wurde. Die sollte um 13 Uhr spielen. Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter den Kreis angerufen und dummes Zeug über unseren Platz erzählt. Das geht einfach nicht. Ich bin immer noch geschockt und muss leider sagen, dass man im Leben nie auslernt. Das ist meine persönliche Weisheit und wurde leider an diesem Tag wieder bestätigt."

Marc Dyballa, Trainer SG Schönebeck:
"Wir können diese seltsame Entscheidung genauso wenig nachvollziehen wie die Altenessener. Ich habe selten einen so guten Platz hier am Altenessener Nordfriedhof gesehen. Da konnte man überhaupt nicht meckern. Meine Jungs haben sich richtig gefreut, als wir hier angekommen sind und den Platz gesehen haben. Dass der Schiedsrichter sich umgezogen hat und erst eine Runde drehen musste, um zu entscheiden, dass nicht gespielt werden kann, ist echt komisch. Normalerweise muss er das doch sofort mit seinem erfahrenen Blick erkennen. Dann habe ich noch gehört, dass er sich seine elf Euro Entschädigung in der Vereinskneipe abgeholt hat. Für was? Ich kann darüber echt nur lachen."

Anmerkung: Da weder die Altenessener noch die Schönebecker den Namen des angesetzten Schiedsrichters kannten, konnten wir diesen zu diesem Fall nicht befragen. Auch auf www.fussball.de sind keine Informationen zum Schiedsrichter der Partie Altenessen 18 vs. SG Schönebeck vorhanden.

Autor: Krystian Wozniak

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