In wenigen Tagen geht es in den Dortmunder Kreisligen endlich wieder um Punkte. Wie in jedem Jahr entbrennt ein heißer Kampf um die wenigen Plätze in der Bezirksliga. In einer Spielzeit, nach der die Kreisliga in ihrer sportlichen Wertigkeit in NRW noch einen Schritt nach unten rutscht, scheint der Aufstieg für viele Teams umso wichtiger. Die zweite Folge der RevierSport online-Serie zum Liga-Start in den Kreisligen bietet eine Übersicht über vermeintliche Topfavoriten, Geheimtipps und viel ehrliche Arbeit auf den Kreisliga-Plätzen in Dortmund und Lünen.

Dortmund: Die Kreisligen vor der Saison

Die Aufstiegskandidaten stehen Schlange

Felix Guth
07. August 2007, 16:17 Uhr

In wenigen Tagen geht es in den Dortmunder Kreisligen endlich wieder um Punkte. Wie in jedem Jahr entbrennt ein heißer Kampf um die wenigen Plätze in der Bezirksliga. In einer Spielzeit, nach der die Kreisliga in ihrer sportlichen Wertigkeit in NRW noch einen Schritt nach unten rutscht, scheint der Aufstieg für viele Teams umso wichtiger. Die zweite Folge der RevierSport online-Serie zum Liga-Start in den Kreisligen bietet eine Übersicht über vermeintliche Topfavoriten, Geheimtipps und viel ehrliche Arbeit auf den Kreisliga-Plätzen in Dortmund und Lünen.

[b]Kreisliga A[/b]

Hinter der Gruppe 1 liegt ein spannender Titelkampf im Vorjahr. Letztlich machte der SC Dorstfeld 09 das Rennen und hinterließ reichlich enttäuschte Ambitionen bei den Konkurrenten. Vor der Saison 07/08 stehen die Titelkandidaten Schlange. Zwei Klubs wollen im Sommer nur wenige Straßen vom „Bummelberg“, der Heimat des Vorjahres-Meisters, ihre Aufstiegsparty feiern. Karlsglück Dorstfeld, die Mannen vom „Wasserfall“ und Fortuna Dorstfeld.

Das 80-jährige Vereinsbestehen begehen die KG-Mitglieder am 11. August feierlich, einen Tag später steigt direkt die erste Nagelprobe für „Kalla-Glück“. Die personell ziemlich durcheinander gewürfelte Truppe trifft auf die Dorstfelder Fortuna, den zweiten aufstiegswilligen Verein vor Ort. „Wir sind gut gerüstet und können personell mehr variieren“, sagt Fortunen-Trainer Jörg Mielers, der nur den Abgang von Vorjahres-Kapitän Michael Lawo zum SV Westrich verzeichnen musste.

Doch das mögliche Titelgeschehen beschränkt sich durchaus nicht auf den größten Dortmunder West-Vorort. „Wir wollen weiter nach oben“, kündigt Hein-Dieter Oldendorf, Erster Vorsitzender von SuS Oespel-Kley an. Seit Beginn dieser Saison steht Spielertrainer Peter Vogt - in fast zwei Jahrzehnten für BV Brambauer, Arminia Marten oder den Hombrucher SV aktiv - für den Aufbruch in neue Zeiten. Einige bezirksligaerfahrene Spieler kamen, bei den Vorbereitungsturnieren präsentierte sich Oespel-Kley stark. Des lokalen Rückhalts kann sich der Verein sicher sein: Die Zuschauerzahlen des A-Kreisligisten machen so manchen höherklassigen Klub neidisch. „Für den Aufstieg müssen aber viele Faktoren zusammenpassen“, sagt Oldendorf, der „sechs bis sieben“ Teams in der Titelverlosung sieht.

Zu diesem Kandidatenkreis zählen Vorjahres-Vize TuS Rahm, wo Trainer Christian Hein die eingespielte Truppe noch um einige Hoffnungsträger ergänzte. Der SC Dortmund 97/08 mischte in den letzten Jahren stets etwas heimlich im Titelrennen mit. Ambitionen hegt zudem Urania Lütgendortmund. Neu in der Liga sind der tüchtig umgebaute Bezirksliga-Absteiger SC Osmanlispor sowie die Aufsteiger FC Maroc und TuS Bövinghausen.

Der übermächtige FC Brünninghausen hat die Gruppe 2 verlassen, nun wollen die Top-Teams des Vorjahres nachrücken. „Ich glaube es wird sehr ausgeglichen sein“, meint Michael Parke, Trainer des VfR Sölde. Eine Mannschaft hält dabei aber gar nicht viel von Ausgeglichenheit: die SpVg. Berghofen. Der langjährige Evinger Landesliga-Akteur Ingo Kleefeldt trat als Spielertrainer an, um die Berghofer wieder zurück in die Bezirksliga zu führen. Dafür tauschte der Klub nahezu die gesamte Mannschaft aus und investierte in neue Kräfte wie Carsten Schmiers, Sven Högner oder Carsten Pfeil.

Beim Rest der Liga stößt die Spielvereinigung mit ihrem hohen Etat auf Skepsis. „Ein Aufstieg lässt sich nicht programmieren“, sagt Söldes Parke, der sein Team selbst in einer Außenseiterrolle sieht. Die Konkurrenten sind zahlreich. Vor allem die beiden Hörder Vereine VfL und HSC sind der Kreisliga längst überdrüssig. Obwohl Vize-Meister VfL den Verlust von Erfolgscoach Michael Griehsbach sowie einigen Leistungsträgern verkraften musste, strebt man im Goystadion wieder nach oben. Der neue Coach Eckehard Eigenwillig holte gleich acht neue Spieler. Doch auch der HSC ließ in der Vorbereitung mit guten Ergebnissen aufhorchen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/843-3887_preview.jpeg Die neue Truppe des BSV Schüren[/imgbox]

Das größte Ausrufezeichen setzte indes kurz vor dem Saisonstart der BSV Schüren. Im Kreispokal gelang der Truppe um Trainer Peter Walter ein 6:2-Erfolg gegen den Landesligisten Phönix Eving. Neben einigen hoffnungsvollen Zugängen (u. a. der Ex-Evinger Norman Sambale) untermauert der Sieg das Potenzial und die Ambitionen des BSV. Erstmals auf Kreisliga-Parkett begeben sich die Aufsteiger TuS Neuasseln und Kocatepe Camii. Die SF Sölderholz sind nach nur einem Jahr Abstinenz zurück.

In der Gruppe 3mit fünf Lüner Vereinen findet man eine ähnliche Ausgangslage: Das Rekordteam Preußen Lünen stieg auf, für die kommende Saison entsteht eine neue Ausgangslage. Die größten Titelchancen werden dabei dem langjährigen Bezirksligisten SC Husen-Kurl zugesprochen. „Unser Ziel kann nur der Aufstieg sein“, verkündete die Vereinsspitze um den ersten Vorsitzenden Adreas Edelstein bereits. Trainer-Routinier Jörg Olten, seit 2003 in Husen, schart eine Truppe mit viel Klasse um sich. Langjährige Bezirksliga-Stützen wie Mirko Kubisiak oder die Ex-Brackeler Stefan Birk und Gordon Schulze sollen den Aufstieg wahr machen.

Konkurrenz droht dem SC durch einige Reserveteams wie TuS Eving-Lindenhorst II oder BV Brambauer II. TuRa Asseln will im ersten „kompletten“ Jahr unter Spielertrainer Andreas Haselhoff mit sieben Neuverpflichtungen weiter nach oben. Dieselbe Blickrichtung haben auch der BV Lünen 05 und Alemannia Scharnhorst.

Bezirksliga-Absteiger VfL Kemminghausen will hingegen von einer Favoritenrolle nichts wissen. „Bei uns muss sich erst einmal vieles finden“, stapelt Trainer Olaf Hoberg tief. Dennoch besitzt die VfL-Truppe um Namen wie Osman Erdogan durchaus Titelpotenzial.

[i]Auf der Seite 2: Die B- und C-Kreisligen[/i]

Autor: Felix Guth

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