Marco Reus musste sich nach einem rüden Tritt im Spiel gegen Porto minutenlang behandeln lassen. Dennoch findet sein Trainer: Die Szene könnte dem Nationalspieler sogar geholfen haben.

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Warum das schwere Foul Reus sogar helfen könnte

Sebastian Weßling
20. Februar 2016, 16:18 Uhr
Foto: firo

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Marco Reus musste sich nach einem rüden Tritt im Spiel gegen Porto minutenlang behandeln lassen. Dennoch findet sein Trainer: Die Szene könnte dem Nationalspieler sogar geholfen haben.

Thomas Tuchel zuckt erst zusammen, als er die Frage hört. Ob denn das schwere Foul an Marco Reus im Spiel gegen Porto diesem sogar helfen könne, will ein Journalist vom Trainer von Borussia Dortmund wissen. Die rüde Aktion von Silvestre Varela, der genau das Sprunggelenk von Marco Reus traf – jener Körperteil, der dem Nationalspieler schon so oft zu schaffen machte, ihn immer wieder auch zu längeren Pausen zwang. Auch dieses Mal musste er sich minutenlang behandeln lassen – hilfreich wirkte an der Szene erst einmal gar nichts.

„Wir wollen natürlich niemanden zum Nachmachen auffordern“, sagt Tuchel, bevor er erläutert, dass der Gedanke gar nicht so abwegig ist. Denn Reus hat auch in der laufenden Saison immer wieder mit Wehwehchen zu kämpfen – das macht es nicht leicht, Zutrauen in den eigenen Körper zu entwickeln, angstfrei in enge Situationen und Zweikämpfe zu gehen. Das letzte Vertrauen in die eigene Gesundheit fehlte dem Offensivspieler zuletzt noch, das hatte Tuchel schon mehrfach anklingen lassen. Und nun dieses Foul, dass im Dortmunder Stadion nicht nur den Trainer zusammenzucken ließ und über dass sich nicht nur dieser selbstverständlich mächtig aufregte. „Es gab wahrscheinlich genug und wohl auch er selbst, die in dieser Sekunde gedacht haben: Oh nein, nicht schon wieder“, sagt er. „Da jetzt rauszukommen und wirklich unverletzt zu sein, wäre ein weiterer Schritt.“ Und etwas mehr Zutrauen in die eigenen Bänder, Muskeln und Gelenke.

Im Spiel gelang der Schritt schon ganz gut. Reus konnte weiterspielen und erzielte das so wichtige 2:0 – seine ganz persönliche Art der Revanche. Dennoch könnte es sein, dass er und weitere Stammspieler im Bundesligaspiel am Sonntag in Leverkusen (15.30 Uhr/live in unserem Ticker), der fünften Partie in sechzehn Tagen, eine Pause bekommen. „Es kann sein, dass wir uns entscheiden, nochmal Frische mit drauf zu stellen, also Spieler, die nicht alles gespielt haben“, sagt Tuchel. Eine Entscheidung aber soll erst nach dem Abschlusstraining fallen. „Da zählt natürlich der letzte Eindruck bei mir und der Abgleich mit den Daten, wer wieviel geleistet hat.“

Autor: Sebastian Weßling

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