Die vergangenen Wochen waren sicherlich nicht leicht für Mo Idrissou. Der Kameruner schrieb in der Presse Negativ-Schlagzeilen.

KFC Uerdingen

Idrissou verspricht zehn bis 15 Tore

Krystian Wozniak
19. Februar 2016, 10:07 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Die vergangenen Wochen waren sicherlich nicht leicht für Mo Idrissou. Der Kameruner schrieb in der Presse Negativ-Schlagzeilen.

RevierSport sprach mit dem 35-Jährigen über sein erstes Halbjahr beim KFC Uerdingen, seine Ziele für die Rückrunde, das Verhältnis zu Trainer Michael Boris und die schlechte Presse.

Mo Idrissou, ein halbes Jahr sind Sie nun beim KFC Uerdingen. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Es kann immer besser laufen, aber Fakt ist: Ich habe sieben Tore geschossen und vier weitere Treffer aufgelegt. Und dabei habe ich nur 13 Spiele absolviert. Mein Ziel ist es nach wie vor, den KFC zum Aufstieg zu schießen. So hatte ich es dem Trainer, den Verantwortlichen und den Fans bei meiner Unterschrift versprochen.

Hat Sie die Oberliga Niederrhein in irgendwelcher Form positiv oder negativ überrascht?
Etwas negativ ist mir das Verhalten der Gästefans gegen meine Person aufgefallen. Aber da stehe ich zum Glück drüber. Dass teilweise komische Entscheidungen gegen mich getroffen werden, hat jeder gesehen. Positiv ist für mich, dass selbst in der fünften Liga unsere Fans immer noch zu jedem Spiel kommen und uns lautstark unterstützen. Das müssen sie mit dem Aufstieg zurück bekommen. Unser Ziel muss es sein, unsere tollen Fans glücklich zu machen.

Dazu kann ich nur eins sagen: Ich habe mich damit abgefunden, dass gekränkte Frauen zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen
Mo Idrissou

Für den KFC zählt nur der Aufstieg. Was fehlt der Mannschaft noch, um am Ende ganz oben zu stehen?
Dafür müssen wir auch die vermeintlich schwächeren Gegner zu 100 Prozent ernst nehmen. Erfahrene Spieler wie Silvio Pagano, Timo Achenbach, Patrick Ellguth, Giannis Alexiou und ich müssen vorweg gehen.

Sie müssen eigentlich wissen, von was Sie sprechen. Immerhin sind Sie eine Art Aufstiegs-Experte...
Glauben Sie wirklich, dass es Zufall ist, dass ich mit meinen ehemaligen Mannschaften wie Eintracht Frankfurt, MSV Duisburg und SC Freiburg insgesamt dreimal aufgestiegen bin? Über meine Station in Kaiserslautern möchte ich nicht viel sagen. Dort waren wir einfach zwei Jahre lang hintereinander zu dumm, um unsere Ziele zu verwirklichen. Am Ende konnten einige Spieler dem Druck nicht mehr standhalten. Umso mehr möchte ich am Abend meiner Karriere mit dem KFC aufsteigen - so oft es geht. Mit diesem Ziel bin ich nach Krefeld gekommen.[infobox-right]Am Donnerstag ist Mo Idrissou vor dem Amtsgericht Hannover mit einem blauen Auge davongekommen. Wie die "Hannoversche Allgemeine" berichtet, wurde das Strafverfahren gegen den Ex-Profi wegen der Verletzung seiner Unterhaltspflichten gegenüber seiner 12-jährigen Tochter eingestellt. Demnach muss der 35-Jährige "nur" eine Geldauflage von 1400 Euro zahlen.[/infobox]

In den letzten Wochen wurde es um ihre Person etwas lauter. Leider ging es nicht um sportliche Dinge. Hat Sie das in irgendeiner Form beeinflusst?
Solche Geschichten gab es auch zu meiner Bundesliga-Zeit und meine Statistik spricht in diesen Jahren für sich. Also sportlich hat es mich nie beeinflusst. Dazu kann ich nur eins sagen: Ich habe mich damit abgefunden, dass gekränkte Frauen zu außergewöhnlichen Maßnahmen
greifen. Über mich wurde fast immer schlecht berichtet, aber wer mich gut kennt, kann über diese Geschichten nur lächeln. Das sind meine wahren Freunde. Am Rande: Auf dem Platz habe ich immer bewiesen, dass mich diese Dinge überhaupt nicht aus dem Konzept bringen.

Bei der Generalprobe gegen Nettetal testete Trainer Michael Boris seine vermeintliche Startaufstellung. Sie fehlten laut Boris aufgrund muskulärer Probleme. Sind Sie für Mönchengladbach wieder fit?
Die muskulären Probleme habe ich schon länger überstanden. Fakt ist, dass ich für das Spiel gegen den 1. FC Mönchengladbach topfit bin. Alles andere entscheidet der Trainer.

Es gibt Gerüchte, die besagen, dass es zwischen Ihnen und Trainer Boris ein Problem geben soll. Ist das wahr?
Wir haben ein professionelles Verhältnis. Der Trainer weiß, dass ich in der Rückrunde zehn bis 15 Tore schießen will. Dafür hat er mich ja schließlich geholt. Mehr gibt es dazu nicht sagen.

Werden Sie auch ab dem 1. Juli weiter in Uerdingen spielen?
Ich habe im vergangenen Sommer einen Zwei-Jahresvertrag unterschrieben und wüsste aktuell nicht, wieso ich den nicht erfüllen sollte. Wir wollen nächstes Jahr in der Regionalliga spielen, so wie es sich Herr Lakis und Herr Ponomarev wünschen. Jeder KFC-Fan kann nur froh sein, dass solche fußballverrückten Unternehmer dieses Projekt unterstützen und realisieren wollen.

Autor: Krystian Wozniak

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