Borussia Dortmund macht die Verpflichtung von Mikel Merino perfekt. In der Offensive aber ist der BVB zu abhängig von einem Spieler.

BVB

Abhängig von Aubameyang

Sebastian Weßling
16. Februar 2016, 09:52 Uhr
Foto: firo

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Borussia Dortmund macht die Verpflichtung von Mikel Merino perfekt. In der Offensive aber ist der BVB zu abhängig von einem Spieler.

Am Montag sandte der Twitteraccount von Borussia Dortmund eine spanischsprachige Nachricht in die Welt: „Wir freuen uns auch sehr, Mikel Merino“, lautete der Inhalt übersetzt – und machte offiziell, was diese Zeitung schon vermeldet hatte: Mikel Merino (19) kommt im Sommer vom spanischen Zweitligisten CA Osasuna. Knapp fünf Millionen Euro investiert der BVB, der Vertrag läuft bis 2021. Sportdirektor Michael Zorc bezeichnet den 1,88 Meter großen Spanier als „großes Talent der spanischen Fußballschule“.

Der U-19-Europameister spielt im zentralen Mittelfeld – ist aber ausdrücklich nicht als Ersatz für [person=1864]Ilkay Gündogan[/person] vorgesehen, dessen Vertrag 2017 ausläuft. Die Gespräche über dessen Verlängerung laufen. „Auch Ilkay hat ja schon gesagt, dass das keine unendliche Geschichte werden soll“, sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dieser Zeitung.

Im Mittelfeld also ergeben sich neue Optionen, weiter vorne bleibt eine Baustelle: Nicht zuletzt das 1:0 gegen Hannover 96 zeigte, was Dortmund fehlt, wenn [person=12384]Pierre-Emerick Aubameyang[/person] ausfällt: die finale Zuspitzung des BVB-Ballbesitzspiels. „Ich sehe das nicht so“, widerspricht Watzke. „Wir haben sowohl gegen Hannover als auch gegen Stuttgart mit Marco Reus im Sturmzentrum gewonnen.“

Er hat die Mentalität, die du als Torjäger benötigst und er hat einen guten Mix aus Lockerheit gepaart mit einer Bescheidenheit, auch immer defensiv alles zu geben
Tuchel über Aubameyang

Beim 3:1-Sieg gegen Stuttgart im DFB-Pokal allerdings war Aubameyang dabei, schoss ein Tor und bereitete zwei vor. Das Hannover-Spiel zeigte, dass sich Reus mit dem Rücken zum Tor unwohl fühlt, dass er lieber mit Ball am Fuß in hohem Tempo auf die Abwehr zuläuft. „Auba weiß, dass er die Chancen, die er vorne kriegt, auch macht“, lobt der Nationalspieler seinen Kumpel. „Für uns ist es extrem wichtig, dass er vorne für uns torgefährlich ist und die Tore schießt.“ [person=1881]Gonzalo Castro[/person] schwärmt: „Bei ihm ist momentan jede Vorlage, die er bekommt, ein Tor.“

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Und Trainer Tuchel betont bei jeder Gelegenheit, welche Freude es ist, mit dem Stürmer zu arbeiten: „Er hat die Mentalität, die du als Torjäger benötigst und er hat einen guten Mix aus Lockerheit gepaart mit einer Bescheidenheit, auch immer defensiv alles zu geben“, sagt er. „Das macht es zu einer sehr besonderen Mischung und zu einem sehr besonderen Spieler für uns.“

Über Ramos sagt Tuchel solche Sätze nicht. Der Kolumbianer wirkte bislang glücklos, ihm fehlt es erkennbar an Selbstvertrauen. Zwar ließ man ihn im Winter trotz eines Angebots über 12 Millionen Euro nicht ziehen – dass Tuchel den gelernten Mittelstürmer aber trotz des Ausfalls von Aubameyang außen vor ließ, beweist des Trainers Misstrauen. Wie es im Sommer weitergeht, ist offen. „Das bewerten wir am Saisonende“, sagt Watzke. „Aber natürlich halten wir die Augen offen.“

Bis dahin gilt: In der Bundesliga könnte man einen Ausfall Aubameyangs wohl verschmerzen, der Vorsprung auf Rang drei ist mit 13 Punkten komfortabel. Im DFB-Pokal und der Europa League aber, wo man mindestens die Finalspiele anpeilt, könnte es schon das Ende aller Träume bedeuten.

Autor: Sebastian Weßling

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