Selbstvertrauen tanken wollte Regionalligist Rot-Weiss Essen an dem für ihn spielfreien Wochenende. Stattdessen gab es eine 0:2-Niederlage gegen einen Oberligisten.

RWE

Essen findet kein Mittel gegen die Tor-Allergie

Ralf Wilhelm
13. Februar 2016, 18:38 Uhr
Foto: Tillmann

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Selbstvertrauen tanken wollte Regionalligist Rot-Weiss Essen an dem für ihn spielfreien Wochenende. Stattdessen gab es eine 0:2-Niederlage gegen einen Oberligisten.

Nachdem ein Testspiel gegen Eintracht Trier noch kurzfristig geplatzt war, suchte man fieberhaft nach einem Ersatz und fand ihn in den Sportfreunden Siegen, deren Rückrundenstart gegen Westfalia Rhynern am Wochenende abgesagt worden war. So traf man sich am Samstag auf der Kunstrasen-Anlage der SG Eintracht Ergste zu einem “Geheimtreff” ohne Anhang. Das Spiel war so geheim, dass nicht einmal RWE-Coach Jan Siewert den Weg gefunden hatte. Doch der fehlte entschuldigt, er hütete mit einer Grippe das Bett.

Die Kunde, die ihn anschließend durch seinen Vertreter Stefan Lorenz erreicht haben wird, hatte wohl kaum die Qualität, zu seiner Genesung beizutragen. Ohne die Stammspieler Moritz Fritz, Marwin Studtrucker und Stürmer Marcel Platzek (alle verletzt oder angeschlagen) leistete sich der Regionalligist eine verdiente 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den momentanen Neunten der Oberliga Westfalen, der die Essener mit ihrem geradlinigen Spiel klug auskonterte. Die Essener boten im Angriff eine erschreckend schwache Vorstellung, im Siegener Strafraum kam kaum einmal ein RWE-Akteur zu einem vernünftigen Abschluss. Das Spiel zwischen den Mannschaftsteilen hakte an einigen Stellen doch bedenklich.

Statt Selbstvertrauen für den Ligaalltag zu sammeln, setzt sich offenbar immer mehr eine hartnäckige Tor-Allergie in Reihen der Rot-Weissen fest. Mit Torhüter Pascal Nagel, Stefan Thelen und Henrik Gulden gaben drei Neuzugänge ihr Debüt im rot-weissen Trikot, besonders Thelen zeigte in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite eine robuste Vorstellung.

Sträflich frei war der Siegener Mittelfeldspieler Julian Jakobs beim Führungstreffer nach 35 Minuten, als er sich unbedrängt im Strafraum per Flachschuss die Ecke aussuchen konnte. Nach einer verflachenden zweiten Halbzeit, in der das Lorenz-Team sich keine echte Ausgleichschance herausspielen konnte, war es schließlich Manuel Konaté, der drei Minuten vor Ende der Partie den Deckel draufmachte für die Siegener, die insgesamt einen läuferisch stärkeren Eindruck hinterließen, während RWE laut Stefan Lorenz vor einer “weiteren intensiven Trainingswoche steht.” Am Sonntag geht es nach Siegen, dort wartet der TuS Erndtebrück.

Autor: Ralf Wilhelm

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